Jähns, Max; Jähns, Max [Hrsg.]
Geschichte der Kriegswissenschaften vornehmlich in Deutschland (Band 1): Altertum, Mittelalter, XV. und XVI. Jahrhundert — München , Leipzig, 1889

Seite: 120
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120 Altertuin. II. Das halbe Jahrtausend des römischen Jmperinms.

lange Zeit das Urteil darüber auf einen so kritiklosen und trüben
Schriststeller stützte wie Vegetius ist.

Die tzpitoina roi rnilitariZ wurde im 5. Jhdt. mit den Summarien für
die einzelnen Kapitel versehen, im Jahre 450 von Flav. Eutropius zu Kon-
stantinopel einer Textesoerbesserung unterzogen und soviel gelesen und demgemäß
abgeschrieben, daß dadurcy an mancher Stelle der Wortlaut schwankend geworden
ist. Abgesehen von einigen Auszügen, deren einer noch aus dem 7. Jhdt. her-
rührt. sind aus der Zeit vom 10. bis ins 15. Jhdt. an 150 Handschriften er-
halten'). Schon zur Zeit Karls des Großen wurde das Werk für die Bedürfnisse
des fränkischen Heeres bearbeitet^); ein „Vegez" wird im Testamente des Grasen
Everard von Frejus vom Jahre 837 aufgeführt^). Der Chronist Jean de Mar-
moutier berichtet, daß Gottfried Plantagenet bei Belagerung des Schlosses Gaillard
den Traktat des Vegetius durchforscht habe, um die besten Angriffsmittel zu er-
kundenO- Lag doch wirklich in den Abschnitten über den Belagerungskrieg der
für das Mittelalter brauchbarste Teil des Werkes. — Diese älteste dieser Angaben
stammt aus der ersten Hälfte des 9. Jhdts., führt also um 500 Jahre weiter
zurück als die erste Erwähnung der Beschäftigung mittelalterlicher Fürsten und
Krieger mit den Kommentarien des Cäsar. Besonders rege aber wurde das Jn-
teresse an Vegez in der zweiten Hälfte des 13. Jhdts. M. H 18, 19, 28j. Des
Aegidius Colonua Werk Do roAiroirio xrineipnm stützt sich in seinen mili-
tärischen Abschnitten bereits ganz wesentlich auf die Epitoma, und eben damals,
also in der ersten Frühzeit der italienischen Literatur, wurde sie von dem Floren-
tiner Bono Giamboni in die VulgärsPracheO, von de Meung ins Fran-
zösische übersetzto). Für die Beschäftigung mit Vegez im 14. Jhdt. sprechen Aus-

0 Über die Handschriften des Vegez vgl. Haase: vs inlllt. seriM. (Lsrol. 1847, S. 683),
dann Cassius: vsserlMo 6t eollatlo eoäiois vet. V6§6tii (Lissaer Progr. 1836) und endlich
Lang: Läitio, kraointio (Leipzig 1885). — Jener Auszug des 7. Jhdts. befindet sich in einem
vatikan. Palimpsest.

^) Marx: Mitteilungen aus dem Gebiete kirchlicher Archäologie der Diöz. Trier. Heft i.

Miraeus: 2. 6ä. Brüssel 1723, S. 20.

Deville: üi8toir6 än oNLt68.ii Oaillnrä (Rouen 1849). Vgl. 8i8tori9. Oautr. äueis
(Lou<iU6t, r66U6i1 XII, 528).

5) Es gibt mehrere Abschriften dieser Übertragung, welche neuerdings von Zurtani heraus-
gegeben worden ist (Florenz 1815). Berschieden von ihr scheint eine mit gotischen Lettern auf Papier
geschriebene Handschrift der Uffizien, welche sich in ein und demselben Bande mit einem Nu68.no in
pro8a vo1§ar6 befindet (Livl. N9.2. II, II, 73).

6) Jean Clopinel de Meun(g), Mitverfasser des bekannten „Romans von der Rose" starb
1322. Er bezieht sich auf seine Vegezübersetzung ausdrücklich in einer, auch von ihm herrübrenden Über-
tragung der Tröstungen des Boöthius. — Jch kenne vier Handschriften: a.) Berner Stadtbibliothek
(280, 1) unter dem Titel: V6§666 1'9.rt ä6 6li6V9.l6ri6 <^U6 16 novl6 xrin66 36L9.N, oont6 ä6
V.6U (Lu?), üt tran8l9.t6r ä6 l9.tin en tr9.n99.i8 p9.r . . . ä6 äi§N6 in6inoir6 in68. 36U9.N ä6 ni6un
6N 1'an ä6 1'in69.rn9.tion niil. 0. O.LXXXIV." (Der Anfang fehlt; der Text beginnt mit den
Worten: 19. 86i6N06 ä68 9.rni68 pui886nt 68tr6 rni868 6N app6rt pour 16 ooniinun prouüt äes
§6N8). v)Dresdener Bibl. (0, 57) unter der überschrift: Oi 60ININ6N66 P9.r von 6ur 6t non (nom)
ä6l 80UV6r9.in Ui6U 1i adri6§6IN6N8 N0vl6 I10ININ6 V6K666 IÜ9.U6 R6N6 ä68 6t9.V1i886IN6N8
NPP9.rt6N9.N2 9. 6li6val6ri6. Lt 68t äiui862 6N IIII ÜUV68. — 6)Vatikan: It6§in. Hlont6kal6.
<6. d. 30 d.) — ä) Lidl. Na^arin. Paris (No. 227, 228).

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