Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 3.1830

Page: 396
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/journal_baukunst1830a/0404
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
396

19. Kl öden, Kennt nifs der Bausteine.

19.

Anleitung zur Kenntnifs der wichtigsten natürlichen
Bausteine und ihrer Anwendung für Architecten, die
früher keinen Unterricht in der Aiineralogie

genossen haben.

(Von Herrn K. F. Klöden, Director der Berlinischen Gewerbschule)
(Fortsetzung des Aufsatzes No. 14. im vorigen Hefte.)

Es wird uns nun obliegen, die Gebirge und die Anwendung der gleich-
artigen körnigen Gesteine kennen zu lernen.

1. Der Granulit ist im Ganzen nicht sehr verbreitet, und scheint
in hohen Gebirgsgegenden zu fehlen. Er erscheint in hohen Felsen, und
umschliefst enge und tiefe Thiiler. Am meisten tritt er aus Glimmerschie-
fer und Thonschiefer hervor.

Er Bildet sich im nordwestlichen Theile des Sächsischen Erzgebir-
ges in der Gegend von Hofs wein, Wald heim, Haynichen, Chem-
nitz, u. s. w.; m Mähren, wo er einen Theil der Gebirge zwischen Ig-
iau und Brüne bildet, bei Namiest; in Schlesien am Engelsberg bei Zoll-
ten, und Weiseritz bei Schweidnitz; am Fichtelberge bei Schwar-
zenberg; m Steyermark an der Pacher-Alpe und in Österreich um
Gott weih und Melk. Unter den Gesteinen der Norddeutschen Ebene
scheint wahrer Granulit sehr selten zu sein, wenn er nicht ganz fehlt.

Er zeigt, besonders wenn er schiefrig ist, deutliche Schichtung, ist
aber häufig gespalten und zersprungen; Säulenbildung ist aber nur selten
vorhanden.

Das Gestein ist bei seiner geringen Verbreitung für den Baumeister

o o o

nur von localem Interesse. Dazu kommt noch, dafs es leicht verwittert
und sich deshalb zur Anwendung nicht sehr empfiehlt. Nur als Pflaster-
stein und beim Chausseebau wird es allenfalls benutzt werden können.
Zu Kunstwerken eignet es sich nicht.
loading ...