Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

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projrct wurde summarisch angegeben*), man überschlug im Allgemei-
nen seine Aräste, schonle nichis und dachle: Wir setzen elwas hin, was
des höchsten Aönigs und unser würdig ist. Freilich ist daS Leben
kurz, aber wenn unsere Nachfolger so handeln wie wir, so wird daS
Werk fertig, — und sie dachlen darin cben so ehrenwerlh, als richtig.
Die meisten jener großen Werke, der Dom zu Köln, das Münster in
Skraßburg, die Dome zu Antwerpen, zu Mailand wurden freilich nichr
fertig. Aber nicht deßhalb, weil der »Plan nicht gut angelegt war,
der Kostenanschlag sehlte, sondern — die G-sinnung. (Schluß f.)

Lorretponden) - Nachrichten.

Aöln, 9. Dec. Der Maler Eduard Skeinle aus Fcankfurt,
welcher mit der AuSführung der Fcesken in den Gurtbvgenfeldern des
DomchoreS beaustragt ist, hat sich im Laufe dieser Woch« hier aufge-
kalken und genaue Einsicht der bekreffcnden Localitäten genommeu.
Der Küastler hat die sämmtlichen Enlwürfe bereils vollendet und
wird unverweilt zur Anfertigung der Cartone und Farbensklzzen schrei-
ten, so daß allr Hoffnung vorhanden ist, oaß noch im Laufe des
künftigen Sommcrs zur ÄuSführung an Drt und Stelle geschriltcn
werde. Nack den Entwürfen zu urtheilen, wird das Werk der Herr-
lichkeit des BaudenkmalS, für welches dasselbe bestimml ist, in wür-
digster Weise entsprechen.

Gladbach, 1. Dec. Jn Folge nachstehenden, im Krcisblatt vom
6. November o. adgedruckten Aufrufes versammelte sich am 23. v.
M. einc ansehnliche Aahl der achtbarsten Bewohner der Sladt und
des Kreises zur förmlichen Constituirung eines Dombau-Hülssvereins
für den Kreis Gladbach. Nachdem sämmtliche Anwesende sich durch
ihre Unterschrist zu cinem jahrlichen Beilrage von 1 Thalcr verpflich-
tet hatten, wurde unler dem Borsttze des LanvrakhS der Stalulen-
Entwurf vorqelesen und genehmigt. Sodann wurde zur Wahl des
Borstandes von sieben im Kreise wohnenden Mitgliedern geschritlen,
und fiel dieselbc durch Skimmenmehrheit auf die Herren Friedensrich-
ter Kratz auS Odenkirchen, Kaufmann Beines aus Rheidr, mes. vr.
Baehren aus Gladbach, Kaufmann Lingenbrink aus Vicrsen, Nolar
Roosen auS Gladbach, Justizrath Joestsn aus Gladbach und Empfänger
Kruchen aus Giesenkicchen. Statutgemäß stnd der Herr Landrath und
der Herr Dechant des DekanaleS dem Vorstande als gebocene, die Her-
ren Pfarrer und Bücgermeister des Kreises alS Ehren-Mitglieder bcige-
zählt. Jn der am 30. November Slatl gehabtcn ersten Vorstands-
Versammkung wurden die Herren Landralh vvn der Straelen zum
Dorsitzenden, Bürgermeister Büschgens aus Reydt zum Stellverlreler,
v. Baehren zum Secretär, Bürgcrmeister vvn Aabiensky aus Oden-
kirchen zum Stellvertreler und Justizrath Joesten aus Gladbach zum
Rendanten gewählt.

Aufruf an die Bewohner deS Kreifes zum Fortbaue
deS kölner DomeS.

Der außerordentliche Anklang und die allgemcine Theilnahme, welche
di'e Zdee zum Fortbaue der Kathedral-Domki'rche zu Köln in ganz
Deutschland gefunden, gehört unstreilig zu den erfreulicheren Erschei-
nungen unserer Aeit. Welchcs Unternehmen aber dürfte auch deS un-
getheiltesten Beifalls und des wärmsten Antheils würdiger erscheincn,
alS der kühne Gedanke, auszubaucn diesen herrlichsten der Tempel,
diese erhabenste Schöpfung vaterländischer Kuust? Kaum war daher von
Aöln aus zur Verwirklichung dieser großartigen Jdee der erste Jmpuls
gegeben; kaum war daselbst unter dem Protectorate und der Ausage
kräfligster Mitwirkung unseres kunstsinnigen deutschen Königs ein
Berein von hochherzigen, für Religion, Kunst und Valerland begei-
sterten Männern zusammengetreten, um dl'esem nationalen Unkcrneh-
m«n kräftig das Wort zu reden, al« mit Einem Male in allen Gauen
des deutschen Vaterlandes und selbst über die Gränzen dcsselben hin-
aus eine ungemeine Regsamkcit und eine Begeistcrung sich kund gab,
wie si'e einem äynlichen Gegenstande gewiß niemalS in dem Maße zu
Theil geworden. Die gleichsam durch einen elektrischen Schlag hervor-
qerufene geistige Bewegung verbreitete sich mit Blitzesschnelligkeir von
Provinz zu Provinz, von Gau zu Gau, und allenthalben in Nähe
und Ferne, in Städten und Kreisen sahen wir, nach dem Beispiele
Kölns, zahlreiche Vereine ins Leben treten, unter der Leitung von
Männern, die alle von Einem Geiste beseelt, durchdrungen von dem
edeln Bestreben, mit vereinten Kräften das würdige Denkmal, das uns
die Frömigkeit, der Kunstsinn und die Thatkraft unserer Väkcr hinter-
laffen hat, forkbauen und vollenden zu helfen.

Daß dieses ledendige Jnteresse auch i'n unserm blühenden Kreise,
der si'ch durch Wohlthätigkeitsfinn wie durch Empfänglichkeit für alles
Edle und Schöne stäts so vortheilhafk auSzeichnete, vielfach Wurzel
schlagen warde, konnte nicht zweifclhaft sein, und sahen wir bei Vie-
len ihre Sympathieen mit diesem so großartigen als zeitgemaßen Ge-
danken durch sofortiges Anschließen an Len kälner Central-Verein aufs
unzweideutigste sich bckunden. Damit aber der großen, vielseitigen An-
gelegenheit, die nur durch ein grsßes, vielseiliges Zusammenwrrken gc-
deihen kann, eine noch allgcmeiners und zwar thäti'ge Theilnahme ec-

Selbst der Bauplan war in vielen Zällen blvße Skizze, was freilich

auch an einzelnen Stellen, wo man die Sache nicht sehr ernst ncchm,

große Nachtheile mit fich führte. Jn Bezug auf den Bauplan des
, Domes zu Löln ist es bekannt, daß dieser die Statuen bloß angedeu-

tet hat.

wachse und dem vereinzelkcn Wirken ein Zusammcnhalt gegeben werde,
dürfle die Bildung eincs HülfsvcreinS für den hiesigen Kreis eben se
erwünschl als zweckgemäß erscheinen. Jn der zuversichtlichen Voraus-
setzung, daß es zur Gründung eineS solchen Vereins nur einer leiseu
Anregung von außen bedürfen wird, mache ich, einem vielfache»
Wunsche enksprechend, damit den Anfang, indem ich mir erlaube, durch
GegenwärtigeS diejenigcn, welche bereirs Lem Eentral-Vereine zu Kölu
deigetreten, wozu untec Anderen sämmtliche Herren Pfarrer des De-
kanates gehören, so wie alle diejcnigen, welche sich für dicse hvchwich-
tige Angelegcnhrit inkeressircn, zu einer Generalverfammlung, die an
einem der ersten nächsthin anzugebenden Tage Behufs Berathung und
Feststellung des Vercins-Statuks, Wahl des Vorstandes ic. Statt fin-
den wird, vorläufig ergebenst einzuladen. Da, wie beabstchtigt wird,
schon burch einen geringen jährlichen Beitrag von etwa 10 Sgr. die
Mitgliedschaft zum Vereine «rworben und überdies auch die kleinste
Gade dankbar entgegengenommen werden wird, so zwcifle ich an einer
höchst zahlreichen Theilnahme um so weniger, als ja die Sache, um
die es srch handelt, von der höchsten Wichligkeit ist und ihre Empseh-
lung in sich selber lrägt. Wären svnst noch empfehlende Worle nö-
lhig, so dürste an die ergreifende Rede unscreS hochgesinnten Königs
am sierten September verwiesen werden. Gilt es ja ein heiliges Werk,
nichk ekwa den Ausbau einer einzclnen Kirche einer Confession, son-
dern das große Werk deulscher Baukunst, das erhabenste Gotteshaus
der ganzcn Christenheit und das schönste Denkmal dcutschcr Eintracht
und Einigkeit! Wer, dem Religion, Kunst und Vaterland nicht lcerer
Klang si'nd, möchle zur Förderung eines solch erhabenen Aweckes nicht
gern jcin Tcherflein deitragen, und wäre es ja auch nur um des beseli-
genden Bewiißtseins willen, mitgehvlfen zu habcn mit seinem König«
uno der ganzeu veuilchen Oiuiivn an oer VoUendung bieseS prachivol-
len, unvergleichlichen Riesentempels, dieses heiligsten, großartigsten Na-
tionaldenkmals?

Zndem ich so sämmtlichen Bewohnern des Kceises die hohe Wich-
tigkeit des in Rede stehenden Untcrnehmens recht dringend ans Herz
lege, ersuche ich noch insbesondcre bie Herren Pfarrer und Bürger-
meijier, in ihren respectiven Gemeinden ihren ganzen Einfluß für daS
Grdeihen des zu begründcnden Bercins und zunächst zu zahlreicher
Thftlnahme an der bevorstehenden Versammlung verwenden zu wollen.
Gladbach, am 4. November 1842.

Der Landrath v. d. Straeten.

Lindlar, 3. Dcc. Jn Folge einer von einem vorläufig gewähltcn
pcovisorischcn Cvmite erlassenen Einladung haben sich am 27. d. M.
vie Dombau-Freunde hier und in der nächsten Umgegend versammelt
und einen Filial-Dombau-Verein für den Kanton Lindlar gegründet,
welcher mit^dem Jahre 1843 seinc Wirksamkeit beginnen soll. Der
vorgelegte Statuten-Entwurf wurde genehmigt und sofort zuc Wahl
des Vorstandes geschritken, welche ducch relalive Srimmenmehrheit auf
folgende Personen gefallen ist:

1. Hr. Friedensrichter Göbbels zu Lindlar zum Präsidenten.

2. „ Bürgermeister Bau zu dito zum Secretäc.

3. „ Steuereinnehmcr Stucker zu dito zum Cassircr.

4. „ Nokar Conzen zu dito.

5. „ Bürgermeister Bremmer zu Olpe.

6. „ Beigeordnetrr Stiefelhagen zu Engelskirchen.

7. „ Beigeordnrter Nelles zu Hohkeppel.

Der Verein bcsteht gegenwärtig schon auS 85 Mitgliedern, und ist
bei dem lebhaften Jntereffe, welchcs hier an der kölner Dombau-Sache
genommen wird, eine bedeutende Aussehnung des Vereins und ein
nahrhaftes Resultat seiner Wirksamkeit mit Grund zu erwarten.

Mettlach, 24. Oct. Bei Gründung der Kirche, welche Herr Boch
Buschmann in hiesigem Ort baut, haben die Werkleute sich vorgenom-
men, einen Tag zu Ehren Goites und zum Nutzen des kölner Domes
zu arbeiten. Sie haben den Samstag ber Woche, in der «uch unser
hochgeliebter König den Bau wohlwollend bestchrigt halte, dazu ge-
wählt. Es haben die Steinmetzen M. Leuk, I. Siersdörfer, I. Lam-
bert. I. Gilly mit ihren Gehülfen an diesem Tage verdient 4 Rthlr.
27 L-gr. Jhnen trat der Architekt A. v. Cohausen bei. Mehre Fraucn
zu Mettlach haben Sleine an der Kirche eingemauert, ihce Ar-
beit, wie billig, selbst geschätzt und mil 5 Rthlr. 25 Sgr. verwerthet.
Jhnen schloß sich V. B. mit 1 Rthlr. a«. Jm Ganzen wurden auf
diese Weise 13 Rthlr. 7 Sgr. zusammengebracht und dem Central-
Dombau-Vereine in Köln zugescndet.

Rom, 24. Nov. Die Ecöffnung der von unsern Künstlern zum
Besten des kölner Dombaues arrangicken Ausstellung ihrer Werke ist
bis zum Anfange December's aufgeschoben. Grund davon ist haupt-
ächlich die Bcrücksichtigung der Wünsche mehrer geachteten Künstler,
wclche ihre zu liefernden Arbeiten nichk ohne Eilfertigkeit für einen
rühem Trrmin hätten vollenden können. Künstler von den verschie-
densten hier lebenden Nationen wollen füc die Verwirklichung des
Aweckes thäti'g sein. Die Ausstellung soll bis über die Mitte Januar's
künfkigen Jahrcs hinaus dauern.

Verantwortlicher HerauSgeber: Zos. DuMonk.

Druck und Csmmissions-Derlag des Verlegers der Kölnischrn Aeitung,
M. DuMont-Schauberg.
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