Rodenwaldt, Gerhart [Editor]; Archäologisches Institut des Deutschen Reiches <Berlin> [Editor]
Korkyra: archaische Bauten und Bildwerke (Band 2): Die Bildwerke des Artemistempels von Korkyra — Berlin, 1939

Page: 133
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1 cm
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Abb.131. Fragment eines Armes oder Schenkels

Abb.132. Fragment eines Unterschenkels

13. Fragment (Abb.132. Phot. Athen, Korfu 412). Fundort im Westen. Höhe 19,5 cm. Viel-
leicht Teil eines Unterschenkels des Chrysaor. Ein kantiger Absatz auf der Hälfte, deren
Oberfläche gut erhalten ist, deutet die Rückseite an. Die Oberfläche der anderen Hälfte ist
zerstört.

E. DER KOPF IN DER A NTI KEN SAMMLUN G
DER BERLINER MUSEEN

Der Kopf (Inv. Nr. 1795) ist dem Museum im Jahre 1914 von Kaiser Wilhelm II. überwiesen
worden. Der Kaiser hatte ihn als Geschenk von privater Seite erhalten mit der Angabe, daß der
Kopf in Kerkyra gefunden sei. Da der Kopf aus dem gleichen Material zu bestehen scheint und
von einem Hochrelief der gleichen Epoche stammt, ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß
er zu den Skulpturen des Artemistempels gehörte.

Fragmentierter weiblicher Kopf. H'ihe etwa I 7 cm, Tiefe etwa 11 cm. Erhalten ist der größere
Teil des Gesichtes und ein Teil des Oberkopfes. Der Kopf war nach rechts gewandt. Er stieß
offenbar dort, wo er an seiner linken Schläfe gebrochen ist, an den Reliefgrund an. Vom Grunde
selbst ist nichts erhalten. Im Haar liegt eine sich weich nach innen einsenkende Binde von etwa
2,3 cm Breite. Darüber ist das Haar in rundlich profilierten, ungegliederten Locken, von denen
fünf und ein Ansatz der sechsten erhalten sind, nach hinten gestrichen. LTnter der Binde sind an
der rechten, dem Beschauer zugewandten Schläfe drei gewellte Locken erhalten. Über der linken
Hälfte der Stirne scheint ein gerader Ansatz den unteren Rand der Locken zu bezeichnen, deren
Wellung nicht durchgeführt wäre. Hinter dem Ohr ist der Oberteil der auf die Schulter fallenden
Locken erhalten. Die Haarfrisur ist eine Variation derjenigen, die wir beispielsweise bei der
Hera von Olympia und der Nike von Delos finden, auch als männliche Haartracht in einer
reicheren Variation bei dem Kuros von Sunion in einer wesentlich strengeren Stilisierung. Das
Ohr gleicht in der Natürlichkeit der Form und der weichen Behandlung den Ohren der Giebel-

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