Kunstnachrichten — 3.1913-1914

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„DIE KUNSTWELT", III. Jahrgang, Beilage zu Heft 1.

MITTEILUNGEN DES VERBANDES

JETZIGER UND EHEMALIGER STUDIERENDER
AN DEUTSCHEN KUNSTGEWERBESCHULEN

SCHRIFTLEITUNG: STEPHAN STEINLEIN / MÜNCHEN 23 / BIEDERSTEINSTRASSE 1
VERBANDSVORSITZ: ARTHUR DEMMER / DORTMUND / MÄRKISCHE STRASSE 119
VERBANDSKASSE: G. ADOLF LÖTTGEN / ELBERFELD / HUMBOLDSTRASSE 24

1913 No.3

VOM VERBANDSVORSITZ.

Liebwerte Bundesbrüder!

Die Kunstgewerbeschüler-Vereinigung Pforz-
heim hat auf Veranlassung unseres Bruderver-
eins „Arche" Karlsruhe, um Aufnahme in unsern
Verband nachgesucht. Zwecks Abstimmung
hierüber bitten wir unsere Vereine, sich schrift-
lich bis zum io. Oktober äußern zu wollen.
Gleichfalls bitten wir, zu unseren in dem Rund-
schreiben vom 28. Juli gemachten Vorschlägen
Stellung zu nehmen.

An unsere ehemaligen Studierenden
richten wir die dringende Bitte, im bevorstehenden
"Winterhalbjahr den gegenseitigen Zusammen-
schluß fester zu gestalten. Durch die Beschlüsse
des letzten Verbandstages ist die Grundlage für
eine günstige Weiterentwicklung unseres Verbandes
geschaffen. Wir werden dafür Sorge tragen, daß
jedes Verbandsmilglied durch unsere „Mitteilungen"
und sonstigen Zuschriften mit der Verbands-
arbeit vertrauter wird.

In der 'Entwicklung unserer Vereine liegt es,
daß sich naturgemäß das Interesse vieler ehe-
maligen Studierenden fast ausschließlich dem
eigenen Verein zuwendet. So sehr das auch
zu begrüßen ist, so muß der Blick unserer Ehe-
maligen doch auch ganz besonders weiter, auf
die Verbandsarbeit gerichtet sein. Dieser Arbeit
bedeutsamen Anteil am kunstgewerblichen
Schaffen unserer Tage zu geben, ist die Aufgabe,
die wir uns stellen müssen. Wir sind über-
zeugt, daß wir bei unseren Bestrebungen För-
derung finden werden, je mehr wir auch der
Öffentlichkeit zeigen, daß die ehemaligen Stu-
dierenden bemüht sind, die Kulturarbeit unserer
Schulen fortzusetzen. Jeder Ehemalige, der sich
von dieser Verpflichtung leiten läßt, wird aber
bemüht sein müssen, den engeren Zusammen-
schluß anzustreben.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, daß an
Orten, wo sich Vereine von uns befinden, ehe-
malige Studierende unseres Verbandes in nur
loser oder gar keiner Verbindung zu denselben
stehen. Wir sind überzeugt, daß das kunstge-
werbliche und gesellige Leben nur gewinnen

kann, wenn hier durch gegenseitige Fühlung-
nahme Wandel geschaffen wird. An unsere
Vereine richten wir die Bitte, ihre Mitglieder-
verzeichnisse mit vollständigen Adressenangaben
der auswärtigen Mitglieder, stets an sämtliche
Bruderveieine senden zu wollen, wie dies bereits
bei einigen Vereinen in Übung ist. Einladungen
der Vereine an die am Ort oder in der Nähe
wohnhaften Bundesbrüder, die anderen Bruder-
vereinen angehören, bitten wir möglichst Folge
zu geben.

Die Herausgabe eines vollständigen Adressen-
verzeichnisses der Verbandsmitglieder ist von
uns mit dem Neudruck der Satzungen geplant.
Da wir aber bestrebt sind, verschiedene schon
früher angestrebte Vorteile unseren Mitgliedern
zu erschließen, müssen wir die Drucklegung, einer
sich hieraus ergebenden Vervollständigung des
Mitgliederbuches wegen, noch hinausschieben.
Die Zwischenzeit bitten wir zum Ausbau unseres
Verbandes benutzen zu wollen.

An größeren Orten, wo sich ständig ehemalige
Studierende aufhalten, wie z. B. in Groß-Berlin,
bitten wir den Zusammenschluß dieser zu Orts-
gruppen betreiben zu wollen. Gleichfalls richten
wir an unsere ehemaligen Mitglieder, deren Ver-
eine sich aus inneren Gründen aufgelöst haben,
die Bitte, sich dem Verbände als Einzelmitglieder
anzuschließen, wie dieses auf Verbandstagsbe-
schluß solchen ehemaligen Studierenden an deut-
schen Kunstgewerbeschulen, die keinem der uns
angeschlossenen Vereine angehören können, mög-
lich ist. Unsere Mitglieder werden gebeten, sich be-
sonders mit den aus der Geschichte unseres
Verbandes und von den Verbandstagen bekannten
ehemaligen Mitgliedern in Verbindung zu setzen,
um deren Interesse dem Verbände wieder zu
gewinnen.

Nur durch die Ausgestaltung unseres Ver-
bandes zu einem bedeutungsvollen Faktor in
unserm kunstgewerblichen Leben, wobei wir d'<-
Kräfte aller Gleichgesinnten beanspruchen müsse) .
wird es uns möglich sein, die Arbeit der Kuns:-
gewerbeschulen zu erweitern und fortzusetzt 1.
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