Kunstnachrichten — 3.1913-1914

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KUNSTNACHRICHTEN

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III. JAHRG., Nr. 21_ 1. August 1914

Die Kunstnachrichten sind ständiges Nachrichtenorgan für folgende KUNST- UND KUNSTGEWERBE-VEREINE Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz
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Varel, Wiesbaden, Wintenhur, Würzburg, Zürich, Zwickau.

Aus dem Dresdener Kunst leben.

Von Hofrat Doenges -Dresden.

In den Jahren, in denen in Dresden
kerne großen nationalen oder internationalen
Kunstausstellungen stattfinden, sorgen mit dem
Sächsischen Kunstverein die beiden Dresdner
Krnstsalons (Galerie Emst Arnold und Emil
Richters Kunstsalon) dafür, daß das Interesse für
die bildenden Künste in Dresden nicht erlahme
Was übrigens au sich nicht zu befürchten ist. Es
finden sich in Dresden nicht nur in jedem Jahre
ein paar Mäzene, die den Königlichen Sammlungen:
der Gemäldegalerie, der Skulpturensammlung, dem
Kupferstichkabinett, der Porzellansammlung her-
vorragende Kunstwerke als Geschenke überweisen,
sondern die Freude an der Kunst und ihre För-
derung findet auch in den privaten Sammlungen
Ausdruck. Wenn der Sächsische Kunstverein zu
Dresden, was er unseres Wissens für das Jahr 1916
plant, wieder eine Ausstellung von Werken aus
Privatbesitz veranstaltet, so wird sich zeigen, daß
seit der letzten Ausstellung dieser Art (1912) fleißig
und mit Geschmack weitergesammelt worden ist,
denn den von Malern und Bildhauern so gern ge-
sehenen Vermerk an Gemälden und Plastiken „Ver-
kauft" trugen im vergangenen und auch in diesem
Jahre gar manche Ausstellungsobjekte.

Der Sächsische Kunstverein zu
Dresden, dessen Leitung seit dem Mai d. Js.
nicht mehr in den Händen des langjährigen, ver-
dienstvollen Vorsitzenden dieser Vereinigung von
Kunstfreunden, des Wirklichen Geheimen Rates D.
Otto Graf Vitzthum v. Eckstädt liegt — Exzellenz
Vitzthum bat seines hohen Alters wegen um Ent-
hebung von seinem Amt, die ihm unter Ernennung
zum Ehrenvorsitzenden bewilligt wurde — hat in
der Person des Ministerialdirektors Geheimen Rats
Dr. Scheicher einen neuen Vorsitzenden gewonnen,
von dem bekannt ist, daß er ein warmfühlendes
Herz für die Kunst besitzt. Er sammelt nicht nur
selbst mit Geschmack und Eifer, sondern er fördert
Kunst und Künstler auch, wo immer amtlich —

Dr. Scheicher war der Königl. Kommissar für die
letzte große internationale Kunstausstellung im
Jahre 1912 — und außeramtlich solche Förderung
möglich ist. Die erste große diesjährige Veran-
staltung des Sächsischen Kunstvereins war die Aus-
stellung von Werken deutsch-böhmischer Künstler
im Januar d. Js. Sie füllte sämtliche Räume des
Kunstvereins auf der Brühl'schen Terrasse und um-
faßte etwa 500 Kunstwerke. Dieser Ausstellung
schloß sich im April eine Ausstellung von Werken
Dresdner Künstler, von den Arbeiten der Träger
des Villa Romanapreises und die Bildnisausstellung
deutscher Künstler an, die vom Verband deutscher
Kunstvereine als Wanderausstellung arrangiert
worden ist. Gegenwärtig sind die Räume des
Sächsischen Kunstvereins mit Ausstellungen von
Werken von Wilhelm Claudius - Dresden, Gustav
Meyer - Buchwald, Otto Altenkirch, Richard Burk-
haus - Untermhaus und Ernst Richard Dietze ge-
füllt, und für die nächste Zeit sind Ausstellungen
von Arbeiten des Schweizers Cuno Amiet, Ulrich
Hübner's - Travemünde, Julius Seyler's - München
und Paul Frhrn. v Schlippenbachs's - Berlin geplant.
Im November und Dezember findet alsdann eine
große Uebersicht über das Schaffen von Dresdner
Künstlern statt, die in einer besonderen Abteilung
nur „Skizzen und Studien", also die unmittelbarste
Niederschrift künstlerischer Impressionen und Ge-
danken, zeigen wird.

Die Galerie Ernst Arnold, von ihrem
Besitzer Ludwig Gutbier, dank eines entwickelten
künstlerischen Geschmacks und dank ausgezeich-
neter Beziehungen zu den ersten Malern und Bild-
hauern unserer Zeit, weit über das Niveau einer
Kunsthändlerunternehmung hinausgehoben, veran-
staltete neben zahlreichen kleineren Sonderaus-
stellungen in diesem Jahre drei Ausstellungen von
weittragender Bedeutung. In einem dem Umfange
wie dem Materiale nach gleich vortrefflichen Ueber-
blicke zeigte sie zunächst den Stand der
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