Kunstnachrichten — 3.1913-1914

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gestellt waren, ausgeschlossen sein sollen. Die
Anmeldefrist läuft bis zum 7. März, die Ein-
lief erungszeit ist vom 9. bis 18. März, so daß
der Jury und HäDgekommission fast 1V2 Monate
für ihre Arbeit zur Verfügung stehen.

Ausstellungs - Termin - Kalender. 2 o. Februar:
Anmeldung für die Ausstellung für Buchgewerbe
und Graphik in Leipzig. — Februar: Schwarz-
weiß-Ausstellung der Münchener Secession.
— Ende Februar: Schluß der Ausstellung der
jungen Künstlerschaft Oesterreichs in der Secession
in Wien. — Februar bis Mai: Ausstellung der
Juryfreien in München. — 1. März: Eröffnung
der Frühjahrsausstellung der Münchener Se-
cession. — 9./18. März: Einlieferung für die
Große Berliner Kunstausstellung.— 10./20.
März: Einlieferung für die Ausstellung für Buch-
gewerbe und Graphik in Leipzig. — Mitte
März: Eröffnung der Frühjahrsausstellung in
der Secession in Wien. — Ende März bis Anfang
Mai: Frühjahrsausstellung des Albrecht-Dürer-
Bundes in Wien. — April: Kollektivausstellung
des Wiener Albrecht - Dürer - Bundes im
Künstlerhaus zu Berlin. — 20. April: Schluß
der Frühjahrsausstellung der Münchener Se-
cession. — 15. April bis 31. Oktober: Inter-
nationale Kunstausstellung Venedig. — I. Mai
bis 27. September: Große Berliner Kunst-
ausstellung. — i.Mai bis 3 1. Oktober: Inter-
nationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik
in Leipzig. — 15. Mai bis 15. November:
Baltische Ausstellung in Malmö.

Aus den Kunstv er einen.

Bremerhaven. Hier interessiert aufs lebhafteste
die Städtebau-Ausstellung im Kunstverein,
deren Zusammenstellung das Osthaus-Museum zu
Hagen besorgt hat. Eine überaus reiche Anzahl
von Beispielen ist gegeben, die instruktiv und
schön zugleich sind.

Chemnitz. Die Kunsthütte bot in der letzten
Ausstellung beachtenswerte impressionistische Ar-
beiten von W. Claus und Blanke. Auch die
Pastellstudien von Ernst Müller - Graefe haben
leuchtende Farbigkeit.

Frankfurt a. M. Im Frankfurter Kunstgewerbe-
verein ist seit kurzem eine interessante Sonder-
ausstellung, Erzeugnisse kunstfertiger Frauenhände,
zu sehen: die Häkelspitzen der Schule Beccadelli
in Bologna und die Wandstickereien von Frau
Ory Robin in Paris.

Hamburg. Im Kunstverein sind Radierungen
von Steinhagen ausgestellt, von denen die Köpfe
wohl die interessantesten sind. Namentlich
„Christus und die Mutter".

Heidelberg. Der Kunstverein hielt kürzlich
seine diesjährige Generalversammlung ab. Dem

Jahresbericht des Vorsitzenden war zu entnehmen,
daß erfreulicherweise auch im letzten Vereins-
jahre eine Zunahme an Mitgliedern (die Zahl
derselben beläuft sich auf 349) zu verzeichnen
ist, und daß 9 Halbjahrskarten zur Ausgabe ge-
langten. Die Gesamtzahl der Besucher der Kunst-
vereinsausstellungen belief sich auf 4200. Aus-
gestellt waren 19 13 im ganzen 2450 Kunstwerke,
darunter wertvolle Kollektionen bedeutender
Künstler. Eine größere Zahl von Kunstwerken
wurde zur Verlosung angekauft;

Leipzig. Die letzte Ausstellung bot viel
Mannigfaltigkeit. Man sah das Porträt des Ba-
rons v. Berger von Max Liebermann, ein Porträt
Slevogts, einen Rückenakt von Lovis Corinth
und — zum ersten Mal im Kunstverein — die
Vertreter der Jüngsten.

Wer ist Blunck? Diese Frage wurde vor
einiger Zeit in einem Teil unserer Presse auf-
geworfen und zwar anläßlich des Wettkampfes
um ein Kaiser-Wilhelm-Volkshaus in Lübeck.

Bekanntlich erhielt in diesem Wettbewerb Blunck
den Preis. Die Frage nach dem „Regierungsrat"
Blunck erhielt einen ironischen Unterton, war
doch Peter Behrens, der „berühmte", d. h. un-
ermüdlich gedruckte, der Unterlegene. Den Wett-
bewerb bei Seite lassend, beantworten wir die
Frage nach Blunck folgendermaßen: Blunck ist
einer der tüchtigsten und feinsinnigsten unserer
Architekten. Ein geborener Lübecker, im Anfang
der Vierziger. Er baute nach glänzend absol-
viertem Studium unter Schmaltz mit an dem Land-
und Amtsgericht Berlin Mitte. Von seinem bau-
künstlerischen Schaffen zeugt das Realgymnasium in
Friedenau, Geschäftshäuser und ein ausgezeichnetes
Pfarrhaus in Lübeck. Auch die Bebauung der
Burgtorumgebung in Lübeck, eine der glänzendsten
Leistungen der modernen Umgestaltung eines alten
Stadtbildes, rührt von ihm her. Wohnhäuser in
Berlin und Vororten zeugen von seinem sicheren
und feinen künstlerischen Schaffen. Die Leser
dei Kunstwelt kennen die Kirche von Nikolassee
von Blunck. Sie gehört wohl zu dem Besten,
was der moderne Kirchenbau schuf. „Modern",
verehrtes Publikum, da du das in Bezug auf
Kunst so oft mißbrauchte Wort immer wieder
hören willst.

Zurzeit wirkt Blunck im Kultusministerium als
Denkmalspfleger und bearbeitet in Verbindung
mit dieser Tätigkeit zahlreiche kleinere Aufgaben.
Auf diesen verantwortungsvollen Posten eine
Persönlichkeit mit einem überlegenen und fein-
sinnigen Baukünstlertum gestellt zu haben, war
ein Verdienst. An die Technische Hochschule
Charlottenburg berief den Künstler ein ministeri-
eller Lehrauftrag für Denkmalspflege.

Verantwortlich: Felix Lorenz, Berlin-Wilmersdorf. Alle redaktionellen Zuschriften sind an die Redaktion der „Kunstwelt",
Berlin W. 62, alle geschäftlichen Mitteilungen an die Kunstwelt-Verlagsgesellschaft, Berlin W. *2 zm richten.

Druck: Krey und Sommer Lad, Niedersedlitz-Dresden.
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