Institut Français d'Archéologie Orientale <al-Qāhira> [Editor]; Mission Archéologique Française <al-Qāhira> [Editor]
Recueil de travaux relatifs à la philologie et à l'archéologie égyptiennes et assyriennes: pour servir de bullletin à la Mission Française du Caire — 6.1885

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Der Sarkophag des Xesschdtapndt.

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DER SARKOPHAG DES NE S S CHUTAFNUT

in dee

SAMMLUNG AGYPTISCHËR ALTERTHÛMER DES ÔSTERE. KAISERHAUSES.

VON

E. von Bergmann.

In Ausfïïhrung meiner Absicht die Sarkophage der kaiserlichen Sammlung der Reilie
nach zu ediren, publicire ich nunmehr den dritten und letzten um die Verôffentlichuilg dieser
Denkmâlergruppe des Wiener Muséums zum endlichen Abschlusse zu bringen. Es ist dies der
grosse und prachtvolle Sarkophag des Nesschutafnut, den der osterreichische Generalconsul
in Alexandrien, weiland Herr Anton Ritter von Laurin im Jabre 1849 der kaiserlichen
Sammlung zum Geschenke machte. Die FundgescMchte des bervorragenden Moniimentes ist
genau bekannt. Bei einer von dem genannten diplomatiscben Agenten auf dem Pyramiden-
felde von Saqqara vorgenommenen Nachgrabung stiess man auf zwei in geringer Entfernung
von einander befiûdliche Schachte, von denen der erste in eine kleine Kammer mit zwei
Granitsarkophagen flihrte; der zweite von angeblich 84' Tiefe aber in ein viereckiges Gemach
miindete, in welchem ein dritter Sarkophag, der des Nesschutaftrat, stand. Da die Aushebung
aller drei Sarkophage zu grosse Kosten beansprucht batte, so beschloss Laurin nur den zuletzt
gefundenen als den weitaus schonsten zu Tage zu fordern. Bevor jedoch derselbe aus der
Tiefe gehoben war, wurde Laurin als Generalconsul nach Bukarest versetzt und seinem Nach-
folger im Amte, Herrn Christian Huber, blieb die Durchfuhrung der Bergung und des miihe-
vollen Transportes des colossalen Fundstiickes nach Alexandrien vorbebalten, von wo dièses
mittelst der osterr. Kriegsbrigg «Dromedar» nach Triest gebracht und daim per Axe nach
Wien iiberfiibrt wurde. Hier traf das werthvolle Denkmal im Jaiiner des Jahres 1S53 ein2.

Der rechteckige, am Kopfende abgerundete Untertheil des Sarkopbages aus schwarzem
Granit ist 2 Meter 90 lang, 1 Meter 15 breit und 1 Meter 8 bocb mit einer Wanddicke von
26 Centimetern. Das herrlicbe Material zeigt iiberall die sorgfiiltigste Bearbeitung und nui-
an einer Stelle der linken Langseite, wo der Granitblock nicht zureichte, bemerkt man einen
Defect in Gestalt einer Hohlung, die aber gleichwobl mit Schrift ausgefiillt wurde. Der von
unten nach obenzu ansteigende gewi'ilbte Deckel ist von lichterem Granit, ohne Falz und lag
nach auf. Bei der Auffmdung des Sarkopbages war derselbe etwas weggeschoben und zeigte
sich ersterer seines Inhaltes beraubt. Nùr einige « kleine Idole aus Thon » (verinuthlich Mumien-
figuren), Weihrauchkorner und das mumienformig zugeschnittene Riickbret des hiilzernen

1) S. meine friihere Arbeiten : Der Sariophag des Patupep in Bec. de trav., III, p. 148 und Der Sarko-
phag des Panekemisis im 1. und 2. Bande des Jahrbuches der kunsthistor. Sammlungen des osterr. Kaiserliauses,
Wien 1882 und 1883.

2) Eine vorliiufig-e Notiz iiber den Sarkophag naeli brieflichen Mittheilungen Laubin's veroffentlichte
Arneth : Bericht iiber die Entdeclcung dreier merlciciirdiger Sarkophage des Herrn A. Ritter von Lacrin (Sitzungs-
ber. der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, Wien 1849, Mà'rzhef't). AuBfUhllichere Besehreibungeu des Denk-
males vom nieht iigyptologisclien Standpunkte gaben spiiter Sacken : Der neue dgyptische Sarkophag des k. k.
Miinz- und Antiken-Kabinetes (Osterr. Blàtter jur Lileratur und Kunst ; Beilage zur Wiener Zeitung, 1853, Nr. 5)
und Arneth: Uber den in der ersten Hiilfle Jânners des Jahres zuWieu angekommenen agypt. Sarkophag (Silzungs-
ber. der kais. Akademie der Wissenschaften, Bd. X, 1853 mit 9 Tafeln (mebrf'acli fehlerhaft).

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