Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft — 33.1939

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RICHARD MÜLLER-FREIEN FELS

zu unterwerfen; aber wenn das Erkennen zu einseitig betrieben wird,
wenn es nicht beständig dem „Verstehen" untergeordnet wird, ist es ge-
radezu kunstfremd und kunstfeindlich.

Wir haben das Erkennen nur deshalb so eingehend analysiert, um
durch den Gegensatz dazu das „Verstehen" als das Wesentliche im
ästhetischen Verhalten möglichst scharf davon abzuheben. Und schon
haben sich, zunächst in einer ganz allgemeinen Verständnistheorie, doch
bereits die Hauptgesichtspunkte herausgehoben, die für das Verstehen
der Kunst entscheidend sind. „Verstanden" im Kunstwerk aber wird der
seelische Ausdruck, der Geist, der sich hier besonders als Ordnung und
Form auswirkt.

Das, was hier zunächst in allgemeiner Fassung dargelegt wurde, wird
im zweiten Teil dieser Untersuchungen dann an spezielleren Beispielen
aus der konkreten Kunst genauer illustriert werden.

(Schluß folgt.)
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