Zeitschrift des Badischen Kunstgewerbevereins zu Karlsruhe — 1.1885

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Motten.

beren Sßunft in bei- Entgegnung einfad) ber Kare
SBortlaut beS ^Programm? berbedt unb 3)inge
f)ineinintcrpretirt, bic uidjt barm ftefyen: er be-
trifft bic Vergütung ber Soften für Slugftetter
bcfonbcrS großer unb fd)roerer Dbjeftc fetteng
ber StuSftclicr an ba§ 3ftufeum. ®ic „SIuSfteHer"
finb eben alle SlugftcHer; bie Entgegnung b&-
(cfirt nng, baf? I)ier nur bie SluSftetler mober-
ncr Erjeugniffe, „©^euger, gabriranten" ge-
meint fmb. SS lomtnt aber gar nid)t barauf
au, roaö bic Ferren „meinen", fonbern barauf,

roa§ im Programm ftel>t; barin fteEjt aber fon-
nenltar, rua§ mir abgebrudt fyaben. S)er 93or-
rourf, ba§ Programm lädjertid) gemacht ju Ijaben,
trifft un§ bemnad) geroijs nid)t: roir Ijaben e§
nur in ben fünften, bie Wir für bertefyrt Ratten,
gebüfjrenb Beteuertet. ^ebenfalls aber bürfte e§
fid) empfehlen, berartige Programme redjt ftar
unb beutlid) aßjufaffen, bamit man nad)t)er
nid)t gelungen ift, bereu ©tun rid)tig ju
ftellen ober anber§ auSjutegen.

XX o t i 3 en.

Beriet über öte lITanufaftur non Sertres.

L. J. A. 3(n(ä&fid) ber Keramijdjen StuSftettuug
in^ariS f)at bicÜbcrwad)ung3=Kommiffton ber9Ranu-
faftur bon ©ebrcS, weldjc bie 9tu8ftettung8gegenftänbe
5it prüfen berufen War, burdj §errn Su ©artet, ben
beften Seltner ber für alte gelten borbitblidjen d)ine-
ftfdjcrt SßorjeÜane, SBeridjt an ben SDiinifter ber fdjönen
Küufte erftattet. Siefer S3erid)t enthält wertbolle, al(-
gemein bet)cräigenSwcrte SBcmerfungen über fjormen*
gebung unb Setoration beS 9^or3e((an§, weldjeS er in
3 Kategorien teilt:

1. *poräe[tan=Xafetgeid)iri'.

2. Sßoräcttnnc für ben ©djmucf bon SSotjnräutnett.
8. 5poräettane bon großen Simcnfionen jur S?tuf-

ftettung in ©djlöffern, ©aterien sc.

S3eäüglidi ber erfterett, weldje bielleidvt in ©ebreS
gegenwärtig weniger aß früher fabrijirt tuerben, fagt
ber 93erid)t, bafi bei ber gegen fonft biet grosseren
tiugc ber SEBotjnräume tetn Sßtafc meljr für bic großen
mit bem Safelgejdjirr tünfttcrifd) beforirten ©tageren
borljanben ift, unb bafi man jcjjt auf bie §erfteHung
jiertidjercr unb mefjr ben gegenwärtigen Sebürfniffen
angepaßter gönnen fein Stngenmerl ju ridjten bat.
Safelgcftf)irr für ben täglidjen ©ebraud) folt ju-
gteitf) leidjt, IjaÜbar unb burdjauS ebne SRelief auf
ber Dberfläd)e fein, unb roirb am beften mit ben
ebenfo wie baS ^orjeüan felbft unberänberlidjeu
Sdjarffeucrfarben beforirt. (Sine SluSnabnte bier-
bon bürfen ioo()t luntribfe, nur feiten benutzte Safel-
gejd)irremad)en. SSeim Siemalen finb jcbenfallS Seile
be§ ^oiyUanS ganj mein ju laffen, ba fein ©lanj
bortrefflid) mit ber garbe be§ 2eineu3CugeS barmonirt.
©tart bebedte ober günjlid) farbige gonbS finb nur
äufterft borfidjtig ansttwenben unb bann ftetS belle
garben 31t wät)len, — namentlid) aber finb berartige
gonbS fowic übcrlabene Seforationeu bom Innern
ber Sdjüffeln unb Jellcr gättälid) fern ju Ijalten, wo
fie bei einer SSermifdjung mit ben aufgetragenen

©peifen bcfonbcrS unangenehm Wirten. ©§ geboren
bortl)in nur eiufadje unb leidjte Drnamente, locüjrenb
alte Sunft ber ®cforation auf ben 3fanb biefer ©e-
fdjtrre ju bertoenben ift.

gur groeiten Kategorie ber ^oräebane getjören
SSafen, Kamin = ©arniturcn, g-iguren, ©efäfje für
S31umen jc. Siefe für bie Ülnfidjt auS ber 9Mbe be-
ftimmten ©egenftänbc, tueldje in ben 3immern meift
mit SBronjen unb anberen ©egenftanben untermifdjt
finb, ätbifdjen benen fie bie bellen ütd)ter bitben,
muffen nad) allen SRtdjtungen fo bolltommcn unb
tünftlerifd) wie nur müglicl) attSgefüt)rt Werben. @§
ift babei bon allen unnötig tomplijtrten formen ab-
äufeljen, bie einjetnen Xeile finb in ba$ ridjtige S8er-
l)ättni§ 31t bringen, unb übertriebene äkrbüntmngen
äu bermeiben, roetdje unter bem Slnfdjein bon 3ier-
tidjfeit immer bie 5-eftigfeit ber ofmefjür jerbred^Iidjen
Singe beetntröü)tigen. ii'ad) ber 3Sal)l ber ©ruub-
form banbelt e§ fid) um it)re ®eforatiou burd) ©tulptitr
unb Sftaterei. ©0 midjtig and) bic geformten Drna-
mente in ber Keramit finb, fo bürfen fie bod) nie-
mal§ berart überwiegen, baji fie allein bie ?luf-
merffamreit be§ SBefdjauerä auf fid) sieben, ebcnfo-
wenig bürfen fie fo weit Ijerbortreteu, bafi fie bie
ganje g-orm be§ ©efäf)c§ bercinbern. SESerte ber Ke-
ramtt muffen einanber in allen ibren Seilen ftüticn, —
biefe ard)iteftonifdje [Regel, tneld)e jugleid) eine ©runb-
bebingung ber S-abritatiott ift, bebingt aud) bic 9Babl
ber Seite, an benen Sftetief = Ornamente anzubringen
finb. CSS ift — hti'3 gefagt — erforberlid), bafj ein
©egenftanb, 3. i8. eine S8afe, it)re Dmamcnte leidit
ju tragen, ober bon itjnen leidjt getragen 3U werben
fdjeint. 9tad) bem im SBeridjt bejüglid) be§ 3Kobet-
lirenS ©efagten erfdjeint e§ nid)t geraten, bie 9lr-
beiten au§ Sßorjeuan ober SBiStuit oft 31t reprobusiren.
©§ Ijcifit weiter, bafj bie ©lafur, wie bünu fie aud)
aufgetragen fein mag, bocl) nidjt immer böllig gletd)-
mäfiig ift; jcbenfallS fammelt fid) wäbrenb bcS Sren-
nenS genug babon in ben Siefcn, um bic 3vcint;eit
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