Zeitschrift des Badischen Kunstgewerbevereins zu Karlsruhe — 1.1885

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Sccti^en.

in biefer s.!tngelegenl)cit bas SBort ergriffen Bat. 9cad)
einigen Zeitteilungen über ba§ ©dtjtcJfal ber glänjen-
ben Sammlungen be§ Sirdjenfürften unb beren 3er-
ftreuung in alle Sanbe Berichtigt er auf ßirunb nun
ard)iuaüfd)en g-orfdjungen bic SScrmutung 9Jcar/§,
bafj bie ©olbfdjmiebe Srug nnb gamniher 31t
Seürubcrg bie tneiften arbeiten ju beut berühmten
©djai; 3übred)t§ geliefert Rotten. SStr laffen f)ier
bie intereffanten 9fed)nung§=?tuga6en fürt unb nennen
nur bie 9camen ber SJleifter, bie für it)n gearbeitet
IjaBen. GS finb folgenbe btätjer feftgeftellt: Sorenfc
3-auft bon StfdjaffenBurg, S3aIthafar9<Hci'eI, 33ürger
unb G5oIbfd;micb gu Nürnberg, §einrid) Sod), ©otb-
fdjmieb ju SlfdjaffenBurg, bap eine 3vett)c ßon gta-
Heuern: Saur unb Gnbrcfj Uorifant („von wegen
etlicher gültin stuckh vnd andern seidenen werkh",
ba§ finb alfo wohl ©olbftict'ercien), ferner 9tabt)ael
üon g-Iorcnj (in S'lorenj lommen bamalä unter ben
©olbfdjmieben mehrere Stabfiaelä cor), Soljanu
Scicolai unb Sorenjs SSillani. — 2ttn beutlicfiften
aber geigt ein mtereffanteg Stltehfrücf, weld)e§ wört-
lid) wiebergegeben wirb, wie unBejä^tnbar bie $rad)t-
liebe be§ g-ürften aud) in feinen ntifjlicbftcn finanziellen
Sierhältniffcn mar. 2ll§ er 1530 in SXugSBurg gelegent-
lid) be§ DieidfStagS weilte, Betraute er ben bertigen
CJoIbfdjmieb §at;S § aller mit ber SInfertigung eine§
gplbenen ßreujeS, moäu bie üerfdjiebenen einseht auf-
geführten SIeinobien „in dye vierzigktawssent
gülden uffs geringste ungefährlich angeschlagen"
waren. £>al(er§ föeljilfen an biefem grofeen SSerf
waren SSilBelm Söcert;, ©irt SPfcffcrti, 3unft-
meiftcr, Äolman §elntfd)mibt (NB. fbäter au§-
geftridjen) unb föcorg ßoßrer, ©olbfcßmieb, alle
SBürger ju Siürnbcrg.

£etnn f}erolt, (Slasmaler 5U Bresben.

gm füblidjen (Sßorfenfter ber Stabtfird)e jtt ©Ia§-
tjüttc im (ürjgebirgc finben fiel) 3 ßSlaägemätbc, metdje
Sßrofejfor Dr. ©tedje im IL §eft ber „S3efd)rei6enben
Sarftellung ber älteren S3au= unb Stunftbcntmälcr be§
Sünigreid)§ ©adjfcn" befdjreibt unb nach älteren
©tidjen abbilbet. gineS berfelben, auf ba§ galjr 1539
batirt, trägt ba§ SÜinftlerjeidjen L. H. SMSBer fennt

man ben SJamen biefeS SlceifterS nidjt, ber in feinem
SSerfe jroar bie botle g-arbentraft ber ©dimetjer 9Jcale-
reien Befiht, in ber 2trt ber Qcidjnung be§ Ornamen-
te§ aber auf ba§ engfte mit ber SreSbner ©djute, wie
fie BeifbiefSmcife am ©eorgenttjor fiel) funbtijut, uer-
manbt fid) geigt.

9hm finbe id) im königlichen §au^tftaat§ard)iüe
31t Sreäben (Xageregifter 1563—1564 fioc. 8679) eine
9cotiä, bafj Sie bin ^erolt, ©tafer gu Sre§ben, am
2. guni 1563 arbeiten für ben furfürftlid)en §au§Balt
geliefert fiabc.

Obgleich, jwifdjcn ber Seit ber Fertigung jener
genfter unb bem Saturn meiner 9cotig faft ein SSiertel-
ja[)rl)unbert liegt, ift e§ nidjt unmatjvfdjeiulid), bafj
£>era(t ber ©djöpfer be§ ©emälbe§ unb mittjin ein
ftnnftler mar, beffen 9camc mit Sldjtung jn nennen ift.

Sreäben. (Eoruclius (Surlitt.

^u unferem ^arbciilidjtbrucf.

Sie ber 92r. 3 be§ ffiunftgeroerbcblatteS beiliegenbe
Safel mit Sarftellung einer gejdjuittenen d)inefifd)en
©Ia§f(afd)c ift in bem Sftelier be§ $errn 91. g-rifd)
ju SBerlin in farbigem 2id)törurf Ijcrgefteltt. Sie ge
nannte Stnftatt Bat fid) in leMer geh gerobe bie SSer-
iwilfomnutung biefer Sedjnif angelegen fein laffen
unb jatjlreidje bortrcfflidie SRfibrobuIttonen bon ?lqua
reifen ;c. finb au§ it)r Beruorgegaugen. Unfere Safcl
iftber erfteSserfud), plaftifdje ©egenftänbe auf
biefe SBcife 31t neruielfälttgen. Siefer erfte SSerjud)
ift über alle§ Erwarten gelungen: bie Safel, mit jinei
platten Bergeftcllt, giebt ba§ föcfäfj auf ba§ bentbar
befte wieber. Ser Vorteil beS S8erfal)ren§ fpringt
ot)ne weiteres in bie Slugeu: burd) bie ^I)otograbt)ifd)e
Slufnaljme, bic neben allen (Sittjeltjettenaud) bie Dcerf
male ber §erftellung§art auf§ genauefte wiebergiebt,
ift bie unbefangenfte Söicbcrgabc be§ ©anäen gefiebert.
Sie medjanifd)e iKeprobultion fd)(iefit alle gefjler,
weldjc fid) bei ber 9(ad)(ülbung burd) SDcenfd)enfianb
auf bem SScge Uom £bjeft burd) ba§ ?(uge unb bic
§anb auf ben littjograpbifdjen ©tein einfdjleidjen,
au§. Qu rüt)mcn ift aud) bie Sd)ärfe unb Sßiä}tfion
be§ SrucfeS. CS§ ift bamit auf bem ©ebiet be§
garBenbrucfe§ ein guter Sdjritt Bonriärt§ getl)an.
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