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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0018

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Nachrufe


Ruprecht Gießler (1916—1942)

„Im Grunde genommen ist alles im Leben so grundeinfach, man muß es bloß
richtig erkennen“. Mit diesem Satz, den Ruprecht Gießler wenige Wochen vor
seinem Tode nach Hause schrieb, hat er sich wohl selbst am besten charak-
terisiert.
Geboren am 13. Februar 1916 in Offenburg, legte er an der dortigen Oberreal-
schule zu Ostern 1935 seine Reifeprüfung ab. Sein Studium führte ihn über
Heidelberg nach Freiburg mit einer einsemestrigen Unterbrechung in Danzig.
Von der Germanistik, Volkskunde und Geschichte kam er zur Urgeschichte.
Der Kriegsausbruch verzögerte den Abschluß seines Studiums durch seine Ein-
berufung. Während eines Studienurlaubs im Wintersemester 1940/41 vollendete
er seine Dissertation über die Gliederung der oberrheinischen Latenezeit und
promovierte erfolgreich am 3. April 1941. Nach seiner Wiedereinberufung stand
er an verschiedenen Kriegsschauplätzen und fiel am 2. Januar 1942 im Osten.
Damit ist in kurzen Zügen sein Werdegang geschildert.
Was Ruprecht Gießler uns allen aber, die mit ihm gearbeitet haben, so wertvoll
machte, war seine frohe Natur, seine ehrliche Art und seine unbestechliche
Aufrichtigkeit. Trotz seiner Jugend war er ein fertiger Mensch, er war mit-
teilsam und liebte doch wieder die Einsamkeit in der Natur. Einen fest gefaßten
Plan führte er trotz aller sich ergebenden Schwierigkeiten durch.
Als Sohn unserer engeren Heimat schien er dazu bestimmt, mit seinem, von
ihm so verehrten Lehrer, Prof. Dr. G. Kraft, für die badische Urgeschichts-
forschung und vor allem für die Bodendenkmalpflege wichtige Beiträge zu
leisten. Das war ihm aber nicht vergönnt. Sein Tod hat eine empfindliche Lücke
gerissen, doch hat er sich bei allen, die ihn näher kennen und schätzen gelernt
hatten, ein bleibendes Andenken gesichert.
Freiburg

August Eckerle
 
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