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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0028

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Karl Heinz Wagner (1907—1944)
Als 1937 der erste Hauptkonservator für Ur- und Frühgeschichte am Landes-
amt für Denkmalpflege in München, Professor Dr. Paul Reinecke, nach einer
rund ein Menschenalter umfassenden Tätigkeit in den Ruhestand trat, war es
ein besonders glücklicher Gedanke, zu seinem Nachfolger den damaligen Direk-
torialassistenten am Rheinischen Landesmuseum Bonn, Dr. Karl Heinz Wag-
ner, zu berufen. Leicht war die Aufgabe gewiß nicht, das Erbe eines Mannes
vom Format P. Reineckes zu übernehmen. Doch mit der ihm eigenen frischen
Entschlossenheit griff K. H. Wagner zu, und die kurze Spanne Zeit, die ihm
zu wirken vergönnt war, hat bewiesen, daß er der richtige Mann für diesen
Platz war. Mit bescheidenen Mitteln und nur wenigen Hilfskräften hat K. H.
Wagner die bayrische urgeschichtliche Denkmalpflege aufs höchste zu inten-
sivieren verstanden, die Größe des zu betreuenden Gebietes hat seine Lei-
stungsfähigkeit und seine unübertreffliche Organisationsgabe immer wieder von
neuem angespornt. Der Krieg riß ihn, der gerade die ersten Früchte seiner
Mühen reifen sah, jählings aus voller Tätigkeit. Nach vier Jahren treuester
Pflichterfüllung starb K. H. Wagner am 6. 2. 1944 bei Narwa den Soldatentod.
Geboren am 10. 7. 1907 in Neunkirchen/Saar empfing er seine bestimmenden Ju-
gendeindrücke in Kurhessen, wo sein Vater lange Jahre als Bürgermeister von
Hersfeld gewirkt hat. Dort legte er die Reifeprüfung ab und widmete sich
zunächst der Forstlaufbahn. Nach einem praktischen Jahr in den hessischen
Forsten und nach zwei Semestern Forststudium wandte er sich in München
der Kunstgeschichte und Archäologie zu, wurde indessen bald durch P. Reinecke
 
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