Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0148

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
144

F. Garscha, K. Hammel, W. Kimmig, G. Kraft (f), E. Schmid

Fläche auf dem Hüttenboden möglicherweise als Feuerstelle gedeutet werden.
In der Grube der Hütte 52 lag im Südviertel reichlich mit gebrannten Lehm-
brocken durchsetzte Holzkohle, doch dürfte es sich um sekundär abgelagerte
Brandasche einer Feuerstelle handeln. In der Einfüllung der Hütten 19 und 23
fanden sich eine Anzahl gebrannter Lehmbrocken, die möglicherweise von
Lehmherden herrühren, aber nicht unbedingt aus diesen Hütten selbst stammen
müssen.
Eine besondere Behandlung des Hüttenbodens wurde nur bei Hütte 69 in Form
eines lockeren Geröllpflasters beobachtet.
In zwölf der genannten Hütten enthielt die Einfüllung keramische Funde,
darunter viermal auch Tierknochen.
2. Die Sechspfostenhütte konnte im Ganzen in zwölf Fällen, darunter
einmal in Verbindung mit dem Vierpfostenhaus (25) und zweimal mit Stein-
verwendung (29 und 59), nachgewiesen werden. Viermal trat der Typus rein
auf bei den Fundstellen 24, 41, 53 und 58; bei ihnen sitzen die Firstpfosten zwi-
schen den Eckpfosten innerhalb der Grube oder unmittelbar außerhalb des
Grubenrandes (41). Bei Hütte 47 sind offensichtlich zwei hintereinanderliegende
Sechspfostenhütten zu einem größeren Bau zusammengefaßt. Bei Hütte 25
(s. auch oben unter den Vierpfostenhütten) scheint der kleinere Anbau nach
dem Schema der Sechspfostenhütte gebaut zu sein. Hütte 61 gehört unzweifel-
haft diesem Typus an, wenn auch die Vergrößerung der Anlage (s. u.) das
klare Bild beeinträchtigt. Hütte 29 ist ursprünglich eine Sechspfostenhütte,
deren eine Langseite vermutlich später ein Steinfundament hinzuerhielt; die Un-
regelmäßigkeit der über die Pfostenstellung auf der Gegenseite hinausragenden
Grube und der darin verscharrte Pferdekadaver sowie ihr Übergang in die
Grube 30 sprechen für eine längere Benutzung. Die Doppelhütte 59 (s. auch
unter gemauerten Anlagen) besteht in ihrer südlichen Hälfte aus einem Sechs-
pfostenbau, dem wahrscheinlich eine ältere Vierpfostenhütte parallel lief, welch
letztere abgerissen und durch eine Hütte mit Steinfundament ersetzt wurde.
(Taf. 28, 59). Auch der komplizierten Anlage 55 liegt unser Sechspfostenschema
zugrunde. (Taf. 29, 55). Der Komplexbau 56 ist offensichtlich aus zwei paral-
lelen Sechspfostenhütten entstanden. Auch die Anlage 60 läßt an dieses Schema
denken, doch liegen hier keine eindeutigen Beweise vor.
In den Ausmaßen unterscheidet sich die Sechspfostenhütte kaum von der Vier-
pfostenhütte. Die Länge schwankt zwischen 2,6 und 3,75 m, die Breite zwischen
1,6 und 2,5 m und die Tiefe zwischen 0,6 und 0,85 m unter der jüngsten Ober-
fläche oder 0,3—0,55 m unter der des Mittelalters. Einzig die Hütte 61 hat eine
größere Ausdehnung von 5,3 : 3,5 m und eine Tiefe von 0,75 bzw. 1,1 m (0,45
bzw. 0,8 m).
Herdstellen wurden außer bei den beiden Komplexbauten 56 und 59 im In-
nern der Hütten nicht angetroffen; dagegen lag südöstlich, außerhalb der Hütte
55 eine vielleicht überdachte Feuerstelle (s. u.).
Steine und gebrannte Lehmbrocken, wohl ehemals zum Verkeilen der Pfosten
bestimmt, fanden sich besonders in den Pfostenlochfüllungen der Hütte 24.
Funde in Gestalt von Scherben und Tierknochen wurden dreimal in den Hüt-
ten 24 und 29 sowie in der Grube der Hütte 55 angetroffen.
Geröllpflaster unmittelbar an Hütten anschließend wiesen die Anlagen 47 und
55 auf (s. bei deren Beschreibung).
 
Annotationen