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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0219

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Fundschau 1944—1948: Jungsteinzeit

215

Säckingen “Buchbrunnen-Sandäcker“.
1947 wurde das Bruchstück eines Scheibenringes aus hellgrünem Serpentin mit
scharfkantigem Innengrat aufgelesen. Eine zusammenfassende Behandlung der
oberrheinischen Scheibenringe erfolgte in der Festschrift zum 70. Geburtstag
von Jos. Sauer.
Mtbl. 166 Säckingen. •— Verbleib: Heimatmuseum Säckingen.
(Em. Gersbach, Kimmig)
Wangen (Konstanz), nordöstlich des Wangener Horns.
In dem verdienstvollen Bericht über den Entdecker der ersten Pfahlbauten am
Bodensee, Kaspar Löhle aus Wangen (Mein Heimatland 27, 1940, 311 ff.) bildet
der Verfasser W. K. Klüber auf Seite 314 eine Reihe von Scherben ab, die der
erst in jüngerer Zeit durch E. Vogt herausgestellten, sogenannten Horgen-
Sipplinger Kultur angehören (Germania 18, 1934, 89 ff.; Anz. Schweiz. Alter-
tumskde. 1, 1938, 1 ff.).
Da das nördliche Auslaufgebiet dieser Kulturgruppe noch nicht annähernd er-
faßt ist, schien es nützlich, die im Hegau-Museum Singen liegenden Funde ein-
mal exakt aufzunehmen, was zur Feststellung mehrerer chronologischer Kultur-
horizonte in der Wangener Uferrandsiedlung führte (Taf. 37). Es ist allerdings
zu bemerken, daß es sich bei den Scherben ausschließlich um Lesefunde handelt,
die keiner planmäßigen Grabung entstammen. Es ist deshalb nicht zu entschei-
den, ob in der Wangener Bucht nicht mehrere selbständige Ansiedlungen ge-
legen haben. Irgendwelchen stratigraphischen Wert besitzen die Funde nicht,
Michelsberger Horizont:
1. Klobige Schale mit steil ausbiegendem Rand, flüchtig überglättet, weißlich-
grau, H. 10,4 cm (Taf. 37,6). Hier einzureihen sind ferner mehrere Henkelkrug-
fragmente, ferner das Bruchstück eines Tulpenbechers, die sich in der Samm-
lung Dr. Wolf-Wangen befinden und im nächsten Band der Fundberichte abge-
bildet werden sollen.
Horgen-Sipplinger Horizont:
1. Bruchstück eines „Eimers“ mit kurz abgesetztem Wulstrand. Darunter tief
eingestochene Kreisdellen, die an der Innenseite knopfartige Ausbeulungen
hinterlassen. Dichwandig, ungewöhnlich grober Ton, grau - schwarz, erh.
H. 20 cm (Taf. 37, 5). — 2. „Eimer“ ähnlicher Form und Größe, Rand etwas
steiler mit Einstichen wie 1. Darunter flüchtige Riefe, Ton und Machart wie
oben, erh. H. 12 cm (Taf. 37, 4). — 3. „Eimer“ ähnlicher Form, Rand jedoch
kehlenartig abgesetzt und ausgebogen. Einstiche wie bei 1 und 2. Im oberen
Teil der Schulter längliche Griffleiste. Zwischen Leiste und Einstichen gefüllter
Halbbogen mit Fransen, links davon rechteckiges Gebilde senkrechter Schraf-
fen. Ornament kräftig eingerissen, überaus lässig in der Herstellung. Ton und
Machart wie bei 1 und 2, erh. H. 12 cm (Taf. 37, 7). — 4. Kalottenschale mit
Griffleisten, darüber lose gesetzte Durchbohrungen. Ton und Machart wie bei
1—3, erh. H. 12 cm (Taf. 37, 3). — 5. Napf mit abgesetztem, gekehlten Rand.
Darunter Horizontalrillenband, an diesem hängend Halbbögen in Dellen- und
Fransentechnik. Ton und Machart wie bei 1—4, erh. H. 11,2 cm (Taf. 37, 2).
Schnurkeramischer Horizont:
Oberteil eines breiten Bechers mit kurzem Trichterrand, darauf Rillenband,
darunter auf Schulter Wellenzickzack. An diesem hängend Schraffen- und
Bäumchengruppen. Ton mäßig fein, flüchtig geglättet, weißlich-grau, erh.
H. 11,5 cm (Taf. 37, 1).
 
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