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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0298

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294

Fundschau 1844—1948: Befestigungsanlagen

Iegenen inselartigen Höhenrückens, der vor allem im Süden und Osten sehr
steil abfällt. Die Anlage lehnt sich im Osten an den Steilhang an; eine Be-
festigung ist hier nicht zu erkennen. Gegen Norden, Westen und Süden
schwingt sich ein mehr oder weniger deutlich ausgehobener Graben in Form
eines sanften Ovals um die Anlage. Ein eigentlicher Wall ist nicht vorhanden,
einzelne Überhöhungen stammen vom Grabenaushub. Dagegen ist das Ge-
lände entlang der Innenseite des Grabens deutlich terrassiert. Hier könnte eine
Palisade gestanden haben. Im Süden ist der Graben teilweise unterbrochen;
es ist nicht zu entscheiden, ob hier spätere Veränderungen stattgefunden
haben, oder ob der Graben hier nicht fertig geworden ist. Ein Tor ist nicht
mit Sicherheit nachzuweisen, jedoch mag ein solches im Südabschnitt zwischen
Steilhang und Grabenbeginn vorhanden gewesen sein. Die Anlage hat etwa
125 m Längsdm., die Breite mag 100 m betragen. Der zum Teil stark ver-
schwemmte Graben ist noch bis zu 2,5 m tief. Ein neuerer Schnitt durch die
Grabenrückwand zeigt erdigen Aufbau. Die Anlage, die keinerlei Bautrümmer
oder Ziegelreste enthält, kann urgeschichtlich sein, wird jedoch eher dem
Mittelalter angehören. Römische Zeitstellung entfällt.
Mtbl. 146 Hilzingen. (Kimmig)
Lörrach „Schädelberg“.
Der östlich Lörradi, Stadtteil Stetten gelegene Schädelberg weist auf seinem
Gipfel ein nach Nordwesten vorspringendes, zwischen 409 und 421 m hohes
Plateau auf, das mit Ausnahme von Süden nach allen Seiten steil abfällt. Auf
der sanfter abfallenden Südseite queren zwei von West nach Ost verlaufende
Geländestufen im Abstand von etwa 50 m den Hang, die bis zu 1,5 m Höhe
ansteigen, die jedoch vor Erreichung der beiderseitigen Bergsteilflanken ver-
flachen. Da das Plateau verschiedentlich Streufunde urgeschichtlicher Scherben
und Silices ergeben hatte, bestand die Möglichkeit, daß es sich bei den beiden
Geländestufen um Reste einer urgeschichtlichen Wallanlage handeln könnte.
Auf Betreiben von F. Kuhn unternahm das Landesamt im Juni 1947 mit Stu-
denten der pädagogischen Akademie in Lörrach eine Probegrabung, um die
Zeitstellung der Geländestufen zu klären. Ein an der tiefer liegenden Stufe
angesetzter, 2 m breiter Schnitt führte jedoch zu dem Ergebnis, daß es sich
mit größter Wahrscheinlichkeit um eine natürliche Bildung des hier stark ver-
witterten Rogensteines handeln wird.
Mtbl. 153 Schopfheim. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Schmid, Gerbig, Kimmig)
Rielasingen (Konstanz) „Rosenegg“.
Der inselartig aus der Ebene aufsteigende Höhenrücken der „Rosenegg“ trägt
auf seinem Ostsporn einen mächtigen Abschnittswall, dem ein tiefer Graben
vorgelagert ist. Das durch die Befestigung abgeriegelte Gelände fällt ziemlich
steil nach Osten ab und eignet sich in keiner Weise für eine Dauersiedlung. Der
Höhenunterschied zwischen Grabensohle und Wallkrone wird etwa 6—7 m be-
tragen. Ein Tor ist nicht vorhanden. Nach dem Profil des Walles (steile Außen-
front — flachere Innenseite) wird es sich um eine frühmittelalterliche Anlage
handeln, wofür auch die Tiefe des Grabens und die Torlosigkeit sprechen.
Mtbl. 146 Hilzingen. (Kimmig)
 
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