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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0315

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Der Panzergraben Norsingen—Munzingen

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33. Zwischen Knick 2 und 3 hängt ein schwarzer Grundwasserhorizont, der rund
10 m nordwestlich der Holzmastleitung auf 6 m Breite unterbrochen ist.
Knick 3 „Oberbuck“ (Gemarkung Scherzingen).
34. 66 m nördlich von Knick 3 in der Südwand des P-Grabens 1,1 m breite und
1,8 m tiefe Grube mit Holzkohle und gebranntem Lehm. Zeitstellung unbekannt.
35. Gegen Knick 3 fand Rektor Schmidt in 2 m Tiefe einen Mammut-Milchbacken-
zahn.
Knick 4 „Brunnengarten“ (Norsingen) und „Unterbuck“ (Scherzingen).
36. 30 m südöstlich Knick 4 in 2,5—3 m Tiefe mehrere Scherben unbekannter Zeit-
stellung, Ziegelbrocken, Eisenreste und Tierknochen.
37. Am Nordwesthang des „Unteren Buck“, etwa bei Knick 4, barg Herr Braun in
2,5—2,8 m Tiefe Randstücke von zwei typischen Spätlateneschalen der Hochstet-
tener Art. Weitere formlose Scherben können urnenfelder-hallstättisch sein, ein
Krughenkel ist römisch, wahrscheinlich 1./2. Jhdt. Zehn Knochenbruchstücke
stammen von mindestens drei Individuen vom Rind.
38. 50 m nordwestlich Knick 4 fand Herr Schönleber eine römische Münze, die jedoch
leider nicht abgeliefert wurde. An der gleichen Fundstelle fanden sich in 2,5—
2,7 m Tiefe im graublauen Letten ein Amphorenstück, ein Krughenkel des frühen
2. Jhdts., undatierbare römische Scherben, ferner total zerdrückte Teile eines (wohl
römischen) Bronzegefäßes mit zahlreichen vernieteten Flickstellen, ein zangen-
artig zusammengerostetes Eisenstück, Leistenziegel und einige zerhackte Rinder-
knochen. Ferner der Hauer eines Wildschweines und der Oberarmknochen eines
jungen Schweines. — Etwas höher, etwa in 2 m Tiefe einige mittelalterliche, in
1,3 m Tiefe innenglasierte neuzeitliche Scherben.
39. 5 m südöstlich der Münzfundstelle in 1,7 m Tiefe drei urnenfelder-hallstattzeit-
liche Scherben, ferner ein solcher des hohen Mittelalters.
3. Abschnitt Mengen.
Knick 4 a „Brunnengraben“.
40. Im Bereich des Knickes 4 a haben Hauptlehrer Stengel und Konrektor Renkert
zahlreiche Funde geborgen, deren genaue örtliche Lage jedoch nicht mehr be-
stimmt werden kann. Es scheint sich im wesentlichen um eine größere Fund-
stelle zu handeln, die folgendes Profil aufwies.: In 1—2 m Tiefe, über der schwar-
zen Schicht, mittelalterliche, römische (dabei Topfränder des 2./3. Jhdts.) und ver-
einzelt auch vorrömische Scherben. Unter letzteren befindet sich der Rand eines
jungurnenfeiderzeitlichen Gefäßes mit Randfacette. — In 1,7—2 m Tiefe römische
Scherben, darunter Topfrand des 1./2. Jhdts. und ein Stück Terra Sigillata guter
Qualität in der Art von Lezoux, außerdem typische Spätlatenescherben in der Art
der Hochstettener Ware. Dazu ein Eisenstück (Messer?), ein halbes Hufeisen, ein
Ziegelbrocken und Tierknochen.
41. 70 m westlich Knick 4 a barg Konrektor Renkert formlose römische Scherben des
1./2. Jhdts. und ein Unterkieferbruchstück vom Schwein.
42. 50 m nordwestlich der mittleren Hochspannungsleitung’ in 2,35 m Tiefe ein gro-
ber Hallstattsfcherben (mit FingerÜupfen auf der äußeren Randkante, dabei
Holzkohle und gebrannter Lehm, alles in dunkelgrauem Letten über dem
gley-artig verfärbtem Löß.
43. Zwischen Knick 4 und 5, etwa in der Mitte zwischen mittlerer und westlicher
Hochspannungsleitung römische Scherben, darunter Randstücke ostgallischer Si-
gillata des 2. Jhdts.
44. Ebenda, aber näher gegen Knick 5 zahlreiche vorrömische Scherben. Zeitstellung
ungewiß.
45. 50 m nördlich der Kreuzungsstelle des P-Grabens mit dem nach Nordosten füh-
renden Feldweg (hart über dem „unter Buck“ des Mtbl.) in 1,1 m Tiefe Boden
eines römischen Kruges und Stücke einer großen Terra-Sigilata Reibschale von
der Wende des 1./2. Jhdts. Streufunde: Bodenstück eines schwarzgrauen, sandig-
hart gebrannten römischen Topfes vom Ende des 1. Jhdts. — Randstück einer
Schale mit waagrecht abstehendem Rand mit Barbotineauflage vom Typ Curie
11; vgl. F. Oswald u. T. D. Pryce, An Introduction to the Study of Terra Sigil-
lata (1920) Taf. 71, 10. — Erste Hälfte 2. Jhdt.
 
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