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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0038

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Wolfgang Hübener

Reichenau4) ist es vorhanden. Sowohl der Henkelansatz wie auch die Rücksichtnahme
der Verzierung auf den Henkel durch senkrechte Ornamentführung wie auch das Zick-
zackband finden sich vereint auf dem auch im Aufbau ähnlichen Gefäß Nr. 1 aus Grab
a 2 im Gräberfeld von d’Aulnay-aux-Planches (Marne)5), zusammen mit leicht ge-
treppten Schalen. Von den beiden gehenkelten Töpfen (Taf. 9, 7. 10) ist der größere
mit gekerbtem Rand und Henkel versehen. Die Form ist weder regional noch chrono-
logisch empfindlicher als die anderen Keramiktypen. Das Fragment der bronzenen
„Scheibe“ könnte mit seiner eingegossenen (?) Öse (Taf. 9,2) von einer Falere6) stam-
men, doch läßt sich das nicht sicher beweisen. Aufgrund der Verbreitung7) käme zur
Ergänzung unseres zentralen Fragmentes am ehesten eine perl- und buckelverzierte, mit
vier Buckeln verzierte, rippenverzierte oder glatte Falere in Frage, womit die geringe
Zahl derartiger süddeutscher Exemplare bereichert würde. Wahrscheinlicher handelt es
sich um den Rest eines Gürtelhakens mit Zentralbuckel, dessen nordtirolisch-südbaye-
rischen Schwerpunkt K. H. Wagner herausarbeitete8), und deren chronologischen Un-
terschied zwischen gebuckelten und nicht gebuckelten Ausführungen H. Müller-Karpe
für den Münchener Raum nachwies9). Der rollennadelähnliche Bronzestab mit einge-
rolltem Ende und Ring (Taf. 9, 1) darin hat, wenn man ihn sich durch die beiden ur-
sprünglich wohl zusammengehörigen Fragmente (Taf. 9, 4) ergänzt denkt, Vergleichs-
stücke in den Gräbern von Wollmesheim, Ldkrs. Landau, Doppelgrab 110) und in
Grab 2 n), im Prinzip wohl auch in Gammertingen 12), obwohl der Schaft dort tordiert
ist (Schlüssel ?).
Grab 2: Das große Zylinderhalsgefäß (Taf. 10, 17) mit den durch Buckeldellen unter-
brochenen Girlanden ist in der westlichen Gruppe der Urnenfelderkultur hinsichtlich
dieser spezifischen Anordnung ungewöhnlich. Im Osten bieten die Siedlung Reisensburg
bei Günzburg/Donau13), Gräber wie Blaubeuren, Ldkrs. Ulm 14), Unterhaching, Ldkrs.
München, Gräber 50—52 15), Gernlinden, Ldkrs. Fürstenfeldbruck, Grab 65 16), Gernlin-
den, Grab 120 17), Gernlinden, Grab 170 18), ungefähre Vergleichsmöglichkeiten. Sin-

4) W. Kimmig, Urnenfelderkultur, Taf. 34; 1, 2, 3, 9.
5) Revue d’Arch. de FEst et Centre-Est 4, 1953, 208, Fig. 46; 1 (A. Brisson und J. J. Hatt).
6) Jahrb. RGZM Mainz, 3, 1956, 28 ff. (G. v. Merhart).
7) Jahrb. RGZM Mainz, 3, 1956, 53.
8) K. H. Wagner, Nordtiroler Urnenfelder, Taf. 44 b.
B) H. Müller-Karpe, Münchener Urnenfelder, Tabelle, S. 11.
10) H. Müller-Karpe, Beiträge zur Chronologie der Urnenfelderzeit nördlich und südlich der
Alpen (abgekürzt: Chronologie), Taf. 208, A, 17.
u) H. Müller-Karpe, Chronologie, Taf. 208, B, 10. — Vollst. Lit.-Angaben zu den Gräbern von
Wollmesheim jetzt in den Mitt. Hist. Verein der Pfalz 58, 1960 (= Festschrift Mus. Speyer
1960, 10). Dort auch der Hinweis auf Gammertingen und die unsichere Zweckbestimmung
(G. Krähe).
12) H. Müller-Karpe, Chronologie, Taf. 209; 11 und 12.
13) A. Stroh, Katalog Günzburg, Taf. 15; 4.
14) H. Zürn, Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmale . .. der Kreise Göppingen und
Ulm, Taf. 9; 5.
15) H. Müller-Karpe, Münchener Urnenfelder, Taf. 19; 3.
16) H. Müller-Karpe, Münchener Urnenfelder, Taf. 35; C 3.
17) H. Müller-Karpe, Münchener Urnenfelder, Taf. 39; D 2.
18) H. Müller-Karpe, Münchener Urnenfelder, Taf. 46; C 3.
 
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