Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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Buchbesprechungen

digen zu müssen, eine erste monographische Behandlung — die auch im Druck erschien — einem
so spröden, schwer faß-, um nicht zu sagen undankbaren Stoff gewidmet und für eine Diskussion
vieler Probleme bereitgestellt zu haben.
Freiburg i. Br. Klaus Eckerle
G. Loewe, Kataloge zur mitteldeutschen Schnurkeramik, Teil I, Thüringen. Veröffent-
lichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle, Heft 17, Halle 1959. 150
Seiten, 53 Abb. im Text, 1 Karte, 120 Tafeln.
Wenn dem Charakter der Zeitschrift entsprechend in den „Badischen Fundberichten“ vornehmlich
solche Bücher angezeigt oder besprochen werden sollen, die räumlich unmittelbar benachbarte
Gebiete behandeln, dann mag man die Besprechung eines Kataloges der thüringischen Schnur-
keramik hier fehl am Platze finden. Aber die zentrale Bedeutung, die der Vorlage gerade dieses
Fundstoffs zukommt, rechtfertigt die Bekanntgabe auch in einer Zeitschrift mit vorwiegend re-
gionalen Aufgaben. Das um so mehr, als Baden im äußersten Norden wie im äußersten Süden ja
Berührung mit lokalen Gruppen der Schnurkeramik hat, so daß die Kenntnis von Material aus
anderen Gruppen für den Bearbeiter auch der südwestdeutsch-schweizerischen Schnurkeramik
unerläßlich ist.
Gerade aber für die „sächsisch-thüringische Schnurkeramik“ war es bisher ohne Reisen sehr
schwer, wenn nicht unmöglich, ein Bild des Fundstoffs zu bekommen, das den wirklichen Fund-
verhältnissen auch nur einigermaßen entsprochen hätte. Diese Lücke schließt der vorliegende
Katalog in vorbildlicher Weise für den thüringischen Teil Mitteldeutschlands, und man darf nur
hoffen, daß auch die Vorlage des schnurkeramischen Fundstoffs aus der ehemaligen Provinz
Sachsen und Anhalts gleich vollständig und übersichtlich dargeboten wird. Dann wird, nachdem
im In- und Ausland nun nahezu alle „Becherkulturen“ monographisch aufgearbeitet sind, die
Stellung der mitteldeutschen Schnurkeramik erst so richtig erarbeitet werden können.
Man weiß daher der Verfasserin Dank, daß sie der Versuchung nicht nachgegeben hat, aufgrund
des von ihr vorgelegten Teilmaterials eine Lösung der Probleme der mitteldeutschen Schnurkera-
mik vorzuschlagen. So bleibt die Arbeit ein Nachschlagewerk, in dem man die Masse der bis 1945
in Thüringen gemachten Funde der Schnurkeramik vereinigt findet. Dabei ist auf unnötigen Bal-
last verzichtet; das auf 120 Tafeln ausgebreitete Material ist auch tatsächlich reich genug, um auf
das Weiterschleppen unsicherer alter Befunde verzichten zu können. Aus diesen sind die Fund-
stücke — in der üblichen knappen Beschreibung und mit einfacher Zeichnung — wie Einzelfunde
wiedergegeben und ihnen damit wirklich der Wert zugemessen, den sie für die Wissenschaft heute
tatsächlich noch haben. Vielleicht hätte man aber, um das noch deutlicher zu kennzeichnen, sichere
geschlossene Funde auf den Tafeln durch Abteilungen herausheben sollen, wie es etwa besonders
für Funde der Urnenfelderkultur in der Publikation üblich geworden ist. Dadurch würde eine
raschere Orientierung ermöglicht, während bei der — im ganzen gefälligeren — jetzigen Anord-
nung einiges Suchen notwendig ist, bis man die zusammengehörigen Stücke identifiziert hat. Solch
geringfügige Ausstellungen sollen jedoch keineswegs den guten Gesamteindruck des Kataloges
verwischen, der in keiner vorgeschichtlichen Fachbibliothek fehlen sollte.
Freiburg i. Br. E. Sangmeister
Nancy K. Sandars, Bronze Age Cultures in France. The Later Phases from the Thirte-
enth to the Seventh Century B. C. Cambridge University Press (1957), 412 Seiten,
12 Tafeln, 97 Abb. im Text, 3 Chronologietabellen, 13 Karten mit 23 Listen, 4 Zusatz-
listen.
Das hier zu besprechende Buch erschien, als der 21. Band der „Badischen Fundberichte“ gerade
ausgedruckt wurde, und die Herausgabe des 22. Bandes hat sich so verzögert, daß man sich fragen
mag, ob es noch gerechtfertigt ist, eine Besprechung vier Jahre nach Erscheinen des Buches vor-
zulegen. Wenn sich Rezensent doch dafür entschied, dann deshalb, weil die Bedeutung des Buches
es verlangt, zumal es aus der Sicht eines Außenstehenden gerade die Probleme behandelt, die das
Arbeits- und Interessengebiet der Mehrzahl der Leser der „Badischen Fundberichte“ darstellen;
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