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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0116

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108

Gerhard Fingerlin

9. Bronzezierscheibe (Sn 59/29:7), durchbrochen, beidseitig mit eingestempelten Kreisaugen
verziert; Dm. 6,7 cm (Taf. 32, 7).
Um die Zierscheibe gelegt:
10. Elfenbeinring (Sn 59/29: 7), aus mindestens sechs Einzelteilen zusammengesetzt, die durch je
zwei Bronzelaschen — längliche, abgerundete Blechstreifen mit zwei Nieten — verklammert
sind; etwa die Hälfte des Beinrings mit sechs Laschen ist erhalten; äußerer Dm. des Rings
etwa 12,5 cm (Taf. 32, 8).
Vermutlich zum Beinring gehörig, funktionell den Bronzelaschen entsprechend:
11. Bronzezwinge (Sn 59/29:7) aus zwei durch ein Niet verbundenen gerippten Stäbchen von
halbrundem Querschnitt; L. 3,3 cm (Taf. 32, 6).
Neben Bärenzahn (Nr. 12) und großer Perle (Nr. 13) waren vermutlich auch Messer (Nr. 16) und
Kamm (Nr. 17) am Aufhängeriemen der Tasche befestigt. Ein Bronzeniet (Nr. 14) kann viel-
leicht als Riemenbesatz erklärt werden (gegen die naheliegende Deutung als „Tascheninhalt“
spricht der Abstand zur Zierscheibe, die den Platz der Tasche markiert), das nicht näher be-
stimmbare Eisenfragment (Nr. 15) könnte zum Ringgehänge (Nr. 7—8) gehören.
Neben der Zierscheibe, genaue Lage nicht bestimmbar:
12. Bärenzahn (wurde beim Inventarisieren nicht erkannt und erhielt daher die gleiche Num-
mer wie die Fragmente des Elfenbeinrings: Sn 59/29: 7), stark verwittert, oberes Ende mit
Aufhängering abgebrochen; L. 7,6 cm (Taf. 32, 12).
Außen neben dem linken Knie, bei den Ringen des Taschengehänges (Nr. 7—8):
13. Große Trommelperle (Sn 59/28: 7) aus undurchsichtigem Glas, blau-rot gebändert, mit
gelben Einlagen. Sehr stark verwittert, der Aufhängering aus verknotetem Bronzedraht,
zerbrochen; Maße nicht bestimmbar.
14. Flacher Bronzeniet (Sn 59/25: 7); Dm. 1,1 cm (Taf. 32, 1).
15. Unbestimmbares Eisenfragment (Sn 59/25: 7).
16. Eisenmesser (Sn 59/25:7), Spitze und Griffangel abgebrochen; erh. L. 10,5 cm, Br. 1,6 cm
(Taf. 32, 9).
Außen neben dem linken Oberschenkel, etwa 0,15 m oberhalb des Kniegelenks:
17. Zweireihiger Beinkamm (Sn 59/24: 7) in verziertem Etui, jeweils mit vier Eisennieten; L. des
Futterals 10,4 cm, Br. 4,6 cm (Taf. 32, 13).
Grab 8: Jugendlich, Geschlecht unbestimmt, sehr schlecht erhalten, wahrscheinlich gestört (?).
Umriß nicht erkennbar; T. 0,20 m.
Von der Bestattung sind nur geringe Reste erhalten, wahrscheinlich ungestört Fragmente beider
Unterschenkel. Wegen des schlechten Erhaltungszustandes läßt sich Beraubung weder nach-
weisen noch ausschließen.
Beigaben:
Außen neben dem linken Oberschenkel (ungefähre Lage):
1. Eisenmesser (Sn 59/30: 8); L. 13,4 cm, Br. 1,7 cm (Taf. 33, 9).
2. Außen neben dem linken Unterschenkel:
Bodenring einer Sigillataschüssel (Sn 59/31: 8); Dm. 4,2 cm (Taf. 33, 10).
Grab 9: Mann, schlecht erhalten, nach Lage der Beigaben ungestört.
Umriß nicht erkennbar; T. 0,35 m.
Nah den verhältnismäßig gut erhaltenen Shenkelknochen gestreckte Rückenlage. Vom übrigen
Skelett nur geringe Reste, Shädelfragmente im Westteil.
Beigaben:
Längs der rehten Körperseite, etwa von der Shulter (Griffangel) bis zum Knie:
1. Spatha (Sn 59/32: 9) mit stark korrodierter, niht damaszierter Klinge. Spitze und Endstück
der Griffangel abgebrochen; erh. L. 82,0 cm (vor Präparation 86,0 cm), Br. 4,2 cm (Taf. 33, 5).
 
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