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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0121

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Das alamannische Gräberfeld von Binningen im Hegau, Ldkrs. Konstanz

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Oberhalb des Beckens, in Taillengegend:
2. Fünf Glasperlen (Sn 60/25: 16):
Transluzid: eine Rippenperle, hellblau;
Opak, verziert: eine, rund, bläulich-weiß, mit rot-gelb-grünen Einlagen,
eine, doppelkonisch, gelb-rot gestreift, darüber schmales, grün-blaues
Wellenband.
Opak, unverziert: eine, stark beschädigt, Form nicht bestimmbar, rot,
eine, tonnenförmig, orange.
Im Becken:
3. Kleine ovale Eisenschnalle (Sn 60/26: 16) mit Resten des Beschlägs aus U-förmig gebogenem
Eisenblech; L. 2,2 cm, Br. 3,3 cm (Taf. 35, 1).
Grab 17: Mann, ziemlich gut erhalten, ungestört.
Umriß nicht erkennbar; T. 0,60 m.
Bestattung in Rückenlage, Oberkörper stark nach rechts gekrümmt, Schädel dicht oberhalb der
rechten Schulter; beide Arme angelegt, linker Unterarm unter dem Becken (Taf. 41, 5).
Beigaben:
Spatha, Sax, Teile der jeweils zugehörigen Garnituren, ein Messerbruchstück und unbestimmbare
Eisenfragmente bildeten eine stark korrodierte, mehrfach gebrochene Fundmasse rechts neben
dem Körper. Die genaue Lage der einzelnen Stücke konnte weder bei der Bergung noch wäh-
rend der Präparation festgestellt werden. Der Befund läßt sich daher nicht für einen Rekon-
struktionsversuch auswerten.
Nach zahlreichen Analogien gehören die schmalen Eisenbeschläge Nr. 3—5 zum Tragriemen
der Spatha, während der Sax am breiten Leibgurt (mit der Garnitur Nr. 7—14) befestigt war.
Unter dem Sax, von der rechten Schulter (Griffangel) bis zur Mitte des rechten Oberschenkels:
1. Spatha (Sn 60/29: 17), erhalten nur ein Klingenstück mit Ansatz der Griffangel und einige
kleine Fragmente. Damaszierung ist angesichts des schlechten Erhaltungszustandes unwahr-
scheinlich; L. noch 59,6 cm. Zugehörig:
2. Eiserne Scheidenfassung (Sn 60/30 und 60/47: 17), im Querschnitt U-förmig. Zwei Bruch-
stücke von 13,0 bzw. 5,7 cm Länge (Taf. 29, 8).
Der zugehörige Tragriemen lag vermutlich auf bzw. neben der Spatha oder war lose um die
Scheide geschlungen. Die Lage von Gegenbeschläg und Riemenzunge (Nr. 4—5) „auf der Spatha“
läßt sich nicht präzisieren (siehe oben), das Schnallenbeschläg (Nr. 3) fand sich in 0,15 m Abstand
auf dem oberen Rand der rechten Beckenschaufel.
3. Eisernes Schnallenbeschläg (Sn 60/44: 17), dreieckig, Befestigungsschlaufen am Ansatz ab-
gebrochen. Von ursprünglich drei Bronzenieten sind noch zwei erhalten. Schnallenrahmen
fehlt; L. 5,4 cm, Br. 2,2 cm (Taf. 30, 2).
4. Gegenbeschläg (Sn 60/35: 17), gleiche Form, drei Bronzeniete; L. 5,6 cm, Br. 2,3 cm
(Taf. 30,1).
5. Eiserne Riemenzunge (Sn 60/34: 17) mit zwei Bronzenieten; L. 6,1 cm, Br. 2,2 cm (Taf. 30, 3).
Auf der Spatha, mehrfach zerbrochen, genaue Angaben nicht möglich:
6. Sax (Sn 60/28: 17), Spitze und Griffangel (Sn 60/27: 17), abgebrochen, Ende der Griffangel
umgeschlagen. Sehr schlechter Zustand; L. noch 41,5 cm, Br. nicht meßbar (Taf. 29, 11).
über Becken und Unterkörper bis zum linken Ellbogen lagen die Beschläge des Leibgurts:
rechts, auf oder neben der Spahta (siehe oben), die Schnalle (Nr. 7), zwei Riemenhalter (Nr.
12—13) und zwei Riemenzungen (Nr. 10—11), beide zugehörig (?), an der Wirbelsäule, dicht
oberhalb des Beckens, das Rückbeschläg (Nr. 9) und schließlich, außen am linken Ellbogen, das
Gegenbeschläg (Nr. 8) und ein weiterer Riemenhalter (Nr. 14).
Der Gürtel war demnach nicht umgeschnallt, sondern offen — nach Lage des Rückbeschlägs
wahrscheinlich unter dem Körper — niedergelegt worden.

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