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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0157

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Fränkische Tauschierarbeiten aus frühen Reihengräbern am Oberrhein

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im Kriege durch Rostneubildung mehrfach geplatzt und weitgehend zerstört; die be-
schriebenen Einzelheiten waren durch Skizze und Vorkriegsphoto festgehalten.
Ovale, engstreifig tauschierte Eisenschnallen gibt es sowohl im alamannischen, frän-
kischen und thüringischen Reihengräberfundstoff in größerer Zahl. Sie vollständig zu
erfassen und hier zu behandeln, würde allerdings den Rahmen dieser Untersuchung
erheblich sprengen, und von der hier gestellten Kernfrage zu weit abführen. Hinge-
wiesen sei nur auf einige Erscheinungen, die das Problem der Herkunft und Zeitstellung
dieser Schnallengattung berühren. Hierher gehören: 3. die engstreifig tauschierte
Schnalle aus Bülach (Kt. Zürich), Grab 14 55): Die Schnalle (Br. 3,9 cm) besitzt an der
Dornbasis und der unvollständig erhaltenen Dornspitze silberne Querstreifen und
„Winkelbänder“ als Reste einer Tierkopfdarstellung (Taf. 45, 12), vergleichbar mit der
auf der Schnalle aus Herten, Grab 57 (Taf. 44, 3 und Abb. 2, 1—4). Durch die Beifunde
wird die Schnalle von J. Werner erst in die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts datiert,
während man sie sonst mit Sicherheit mindestens in den Anfang des Jahrhunderts, wenn
nicht gar noch weiter zurückdatieren würde.
4. Basel, „Gotterbarmweg“, Grab 19 56): Engstreifig silbertauschierte Gürtelschnalle (Br.
4,05 cm) mit ovalem, eisernem, mit Silberblech plattiertem Beschläg; Dorn fehlt. Der
Schnallenquerschnitt ist vollrund, die Silberstreifenbreite beträgt 0,5 mm. — Zum
gleichen Schnallentyp gehörten die Garnituren 5. aus Grab 32 desselben Gräberfeldes 56).
6. Kleinhüningen (Basel), Grab 105 55); allerdings mit fast nierenförmigem Schnallen-
rahmen. — 7. Kleinhüningen (Basel), Grab 67 57), mit einer mehr rundovalen, streifen-
tauschierten Schnalle mit keulenförmigem Dorn. — 8. High Down (Sussex), Grab 9 58),
und 9. Peterfinger (Wiltshire), Grab 2959): Schnalle mit Messingstreifen tauschiert,
halbrundes Beschläg aus doppeltem Bronzeblech auf Eisenplatte.
Mit den letzten beiden Funden sind wir wieder in England angelangt, wo uns die fol-
genden engstreifig tauschierten langovalen Schnallen als Vorstufe zu den
gebuckelten Exemplaren (s. o.) beschäftigen werden. 10. Chessel Down (Isle of Wight60):
Langovaler Schnallenring mit engstreifiger Tauschierung auf der Frontseite. — 11.—13.
High Down (Sussex61): a) engovaler, rundstabiger und streifentauschierter Schnallen-
rahmen mit rechteckigem Schilddorn für Steinbesatz und rechteckiger Beschlägplatte;
b) langovaler Schnallenrahmen mit Resten von radialer Streifentauschierung und desgl.
auf Dorn; c) langovaler Schnallenrahmen mit radialen Tauschierstreifen.
Parallel zu den voraufgehend genannten (Nr. 8—13) langovalen, engen, und im Quer-
schnitt runden, streifentauschierten Schnallen, gibt es in England einen Schnallentyp,
der „gebuckelt“, plattiert und mit breiten Streifen auf den Buckeln tauschiert ist. Er liegt
vor bei den Garnituren von Croydon (Surrey); Mitcham (Surrey), High Down (Sussex)

55) J. Werner, Das alamannische Gräberfeld von Bülach. — Monographien zur Ur- u. Früh-
geschichte der Schweiz, Bd. 9, Basel 1953, 86, Taf. 1,5; ferner S. 29 mit Anm. 3.
56) Anz. f. Schweiz. Altkde. NF. 32, 1930, 156 Taf. 9/19, 8 u. 161 Taf. 11/32, 4.
57) Holmqvist, a. a. O. 43, Abb. 17, 3.
58) Evison, a. a. O. 22, Nr. 18, Taf. 5 e.
B9) Evison, a. a. O. 22, Nr. 30.
60) Evison, a. a. O. Nr. 3, Taf. 3 d.
#1) Evison, a. a. O. Nr. 20, Taf. 26 u. 27.
 
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