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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0175

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Ein neuer Alamannenfriedhof in Eberfingen, Ldkrs. Waldshut

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nicht gestört, mäßig bis gut erhalten, der rechte Arm dicht am Körper angelegt, linker Ober-
arm ebenfalls, Unterarm eingewinkelt, linke Hand im Schoß; Kopf in halber Linksdrehung,
d. h. mit Blick nach Norden.
Beigaben:
An der rechten Körperseite, vom Hüftbein an abwärts:
1. Spatha, in vier Teile zerbrochen, Spitze fehlt, Griffangel durch ein etwa rhombisches Knauf-
plättchen durchgenietet und zum Knaufabschluß umgehämmert, nur zur Hälfte erhalten;
L. noch 74 cm, davon Grifflänge 11 cm, Br. 4,2 cm (Taf. 48, 5).
Von der Spathascheide sind erhalten:
a) Bronzemundsaumblech; Br. 5,1 cm, H. 1,7 cm; auf Vorderseite, an Ober- und Unterrand
je zwei gekerbte Stege; die äußeren offenbar weitgehend abgescheuert; ein fünfter Kerb-
steg in der Mitte; dazwischen zwei flachgerundete, unverzierte Wülste. Den Abschluß bilden
auf beiden Seiten, schon in der Umbiegung liegend, je zwei senkrechte Rillen; auf der Rück-
seite übereinandergenietete Enden mit zwei Schrägkreuzen bedeckt (Taf. 48, 6).
b) Etwas zerbeultes Bronzeblech von der Vorderseite des Ortbandes, oben gerade, unten
U-förmig; L. 12,4 cm, Br. 4,5 cm; am Rand ausgebrochene kleine Nietlöcher im Abstand
von 10—12 mm; die Zwinge des Ortbandes fehlt; die Ortbandschienen aus Eisen und nur in
einem Rest von 3 cm Länge erhalten (Wa 57/10: 4) (Taf. 48, 5—7).
Oberhalb der linken Schulter, also außerhalb des Baumsarges, in der NW-Ecke der Grabgrube:
2. Lanzenspitze mit lang ausgezogener Tülle, Blatt vom Rost stark zerstört; Zwischenstück
zwischen Tülle und Blatt ursprünglich wohl achtkantig, stark zerfressen; L. noch 40,2 cm,
davon L. des Blattes 15 cm, Br. 4,1 cm; L. der Tülle 25 cm, Dm. 2,4 cm (Wa 57/11:4)
(Taf. 48, 4).
Am südlichen Außenrand des rechten Hüftbeins:
3. Eisenmesser; L. 14,7 cm, Br. 1,4 cm (Wa 57/12:4) (Taf. 48,12).
Neben dem Messer:
4. Runder, an einem Ende gekrümmter Eisenstab, unbekannter Verwendung; L. 14 cm, Dm.
0,6 cm (Wa 57/13:4) (Taf. 48,13).
Wohl in der Tasche, neben 3., d. h. am rechten Hüftbein:
5. Feuerstahl mit kleiner, in Resten erhaltener Eisenschnalle an angenieteter und angeschweiß-
ter Eisenlasche (Kupferspuren!), Form nicht mehr klar erkennbar, zerbrochen; parallel der
Schlagkante, auf Vorderseite eingeschrotete Rille; L. zusammen noch 16,4 cm, Br. 1,1 cm
(Wa 57/14:4) (Taf. 48, 11).
Neben dem Messer:
6. Bronzepinzette mit schmalem Griff und breiten Zangenenden; L. 7 cm, Br. 1,3 cm
(Wa 57/15:4) (Taf. 48, 9).
Im Winkel zwischen rechtem Hüftbein und Wirbelsäule:
7. Verzinnte Bronzegürtelschnalle mit massivem, abgekantetem Rahmen und hohem, schmalem
und abgekantetem Schilddorn; L. 2,2 cm, Dorn 2,9 cm, Br. 3,3 cm (Taf. 48, 8).
Auf der Lendenwirbelsäule, zum gleichen Leibriemen gehörig, ein Stück neben der Schnalle,
das zweite 10 cm oberhalb:
Zwei schildförmige, verzinnte Bronzebeschläge, auf der Unterseite beider Stücke noch Spuren
der ehemals vorhandenen Heftstege; L. 1,8 cm, Br. 0,85 cm (Wa 57/17:4) (Taf. 48, 8).
In der Tasche neben dem Messer:
8. Feuerstein; L. 2,1 cm, Br. 2,3 cm (Wa 57/18:4) (Taf. 48, 10).
Grab 5: Grabeinfüllung nicht mehr feststellbar. Mann.
Bestattung offenbar normal, Kopf nach Norden blickend, sehr schlecht erhalten. Das Fußende
des Grabes scheint bereits früher, wohl bei Abböschungsarbeiten für den Bahnbau (s. o.), ab-
getragen zu sein.
 
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