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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0195

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Zur Besiedlungsgesdiichte im Stadtgebiet von Tauberbischofsheim

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Fundstücke erscheinen, muß mit Störungen durch Überlagerung oder vertikale Ver-
schleppung im Verlauf der Bauarbeiten gerechnet werden, ohne daß diese befundmäßig
gesickert werden konnten. Die Periodentrennung innerhalb der einzelnen Fundkom-
plexe beruht daher auf einer einfachen Sortierung nach geläufigen Periodenmerkmalen
und enthält bei der weithin bestehenden Unsicherheit gegenüber der Variationsbreite
von Siedlungsmaterial zweifellos eine Anzahl von Fehlentscheidungen.

2. Die Funde
Bei der Vorlage des Materials ist auszugehen von einer Periodentrennung für die ein-
zelnen Fundpunkte, wie sie aus der vorstehenden Tabelle hervorgeht. Das beschriebene
und abgebildete Fundmaterial stellt stets nur eine Auswahl wesentlicher und kenn-
zeichnender Stücke aus dem jeweiligen Fundbestand dar.
A. Jungsteinzeit
Fundpunkt 3. Grube von etwa 2 m Dm., bis 1,2 m unter Oberfläche reichend (Humus-
mächtigkeit 0,40 m), vermutlich urnenfelderzeitlich (s. d.) eingemischt Scherben der
Jungsteinzeit.
Funde: Taf. 51,1—3:
I. Dunkelbrauner Randscherben eines dünnwandigen, unverzierten Kumpfgefäßes mit kleiner
SchnUröse. — 2. Scherben eines dünnwandigen Gefäßes von hellbrauner Farbe, feinsandig ge-
magert, mit verwaschener Linien- und Grübchenverzierung. — 3. Bruchstück eines Steingerätes
aus dunklem Gestein von schwach schiefrigem Bau mit hellen Einsprengseln. Das ursprünglich
durchbohrte Gerät ist nach Bruch an der Bohrung zur weiteren Verwendung umgeschaffen
worden; L. noch 8,8 cm.
Fundpunkt 8. Grube von etwa 2 m Dm., bis 0,90 m tief reichend (Humusanteil 0,40 m),
nur Restuntersuchung möglich.
Funde: Taf. 51, 4. 5:
4. Scherben eines dünnwandigen Gefäßes von schwarzbrauner Farbe aus feinem, kaum gema-
gertem Ton. Verzierung durch eingeschnittene Linien. — 5. Randstück eines dünnwandigen,
engmündigen Gefäßes von hartem Brand; grob gemagerter Ton von ziegelroter Farbe.
Fundpunkt 14. Grube von 2,20 m Dm., keine Tiefenangabe (Humus 0,60 m), Gruben-
füllung mehrfach geschichtet. Funde der Jungsteinzeit und der Urnenfelderkultur (s. d.).
Funde: Taf. 51, 6. 8. 10:
6. Bruchstück einer Klinge aus dunklem Silexmaterial mit Resten der hellen Verwitterungs-
rinde; an beiden Schneiden retuschiert, einseitig Gebrauchspolitur; L. 4 cm. — 8. Randscherben
aus grauem, kaum gemagertem Ton von hartem Brand. Verzierung: Waagrechtes, dem Rand
folgendes Band (Linie zwischen Stichreihen), darunter senkrechte Stichreihen in Dreierbündel. —
10. Scherben eines dickwandigen Gefäßes aus schluffigem Ton von schwarzbrauner Farbe. Ver-
zierung: Doppelreihe gegenständiger Dreieckeinstiche in zwei Richtungen.
Fundpunkt 20. Grube von 3,5 m Dm., bis 1,2 m tief reichend (Humus 0,60 m). Jung-
steinzeit.
Funde : Taf. 51,9. 11—16:
II. Scherben eines dünnwandigen Gefäßes aus graugelbem Ton von hartem Brand. Verzierung:
Dünne Strichlinienbündel und Doppelreihe von Einstichen. — 16. Scherben eines dünnwandigen
Gefäßes von schwarzbrauner Farbe. Schwach gemagerter Ton von festem Brand. Verzierung:
 
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