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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0302

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Fundsdiau 1957—1959: Grabhügel

aufbau und Nachbestattung wurden wenig beachtet, was auch bei der Untersuchung der
bedrohten Hügel C und E bestätigt wurde.
Hügel C: Wagner berichtet über den Hügelaufbau (a.a.O.33): Dm. 16 m, H. 1,20 m.
In 0,30 m Tiefe Lage großer Steine von der Mitte gegen SO, Br. etwa 2 m, L. 3,50 m.
Bestattungsreste in 0,60 m Tiefe. 3,30 m südlich der Mitte Skelett von O nach W mit
Resten von hohlen Bronzearmringen. 1,20 m von der Mitte unter der Steinlage
Scherben einer farbigen, verzierten Urne; südlich von der Mitte Scherben einer ge-
treppten, verzierten Schale; westlich der Mitte Reste eines bauchigen Gefäßes und
ein Schälchen, ferner drei verzierte kleine Bronzebänder und ein Bronzeringchen.
Wagner nimmt für die weite Streuung der Funde eine zweite Bestattung an.
Durch die oben erwähnte Zerstörung des Hügels konnten bei der jetzigen Unter-
suchung weder eine Bestätigung der Angaben Wagners, noch neue Befunde gewon-
nen werden.
Hügel E: Wagners Angaben nennen eine H. von 2,50 ?, Dm. 24 m. Er betont, keine
Steinsetzung beobachtet und keinen Zusammenhang der weit auseinanderliegenden
Objekte gefunden zu haben. An Funden erwähnt er 1,50 m östlich der Mitte in
1,80 m Tiefe Scherben einer großen, verzierten Urne, 2 m südlich davon in 0,40 m
Tiefe zwei offene Bronzearmringe bei Resten von Armknochen und eine gefrittete
Perle. 2,60 m südwestlich der Mitte in 0,60 m Tiefe Reste einer Bronzeschlangenfibel,
ein dünner, offener Bronzearmring und Reste eines zweiten.
Bei der jetzigen Untersuchung ergab sich trotz Frost und der wegen der gebotenen
Eile z. T. mit Bagger ausgeführten Arbeiten folgendes Ergebnis:
Nach Entfernung von Bäumen und Sträuchern wurde die Kuppe zunächst flächig
abgedeckt. Etwa in Hügelmitte kam in 1 m Tiefe ein Teil einer 1 m hohen Stein-
einfassung aus großen, bis zu 0,80 m dicken Steinblöcken zum Vorschein, die einen
ungefähr 5 X 5 m großen Raum umschloß, der auf den gewachsenen Kies aufgesetzt
war. Der südöstliche Abschnitt der Einfassung konnte nicht mehr festgestellt werden.
Die große Ausdehnung des von Wagner nicht entdeckten umschlossenen Raumes erklärt
auch, daß er keinen „Zusammenhang unter den weit auseinanderliegenden Fundstücken“
herstellen konnte, da er ja auch die Steinsetzung nicht erkannt hatte. Die planmäßige,
sektorenweise Aufdeckung erbrachte im südlichen Teil des Hügels fünf Gräber (vgl.
Plan 3).
Grab 1 : Beim Herausziehen der Baumwurzeln durch den Bagger zerstört, Orientie-
rung nicht mehr eindeutig feststellbar, Tiefe etwa 0,50 m. Außer Skeletteilen keine
Beigaben.
Grab 2 : In 0,50 m Tiefe, 6 m südöstlich der angenommenen Hügelmitte von NO
(Kopf) nach SW orientiertes Skelett; Knochen des Schädels, Teile des Beckens und der
Beine gut erhalten.
Beigaben: 1. Gut erhaltener, quergerippter Bronzehohlring, Naht auf der Innen-
seite z. T. offen, Holzkern großenteils erhalten, ein dünneres Ende in das andere ein-
geschoben; Dm. 10,5 cmi, im Querschnitt 1 cm (am rechten Fußknöchel) (Sn 59/67: 2)
(Taf. 97, 11). — 2. Ähnlicher, aber nicht so gut erhaltener Bronzehohlring (am linken
Fußknöchel) (Sn 59/68: 2) (Taf. 97, 12). — 3. Beide Verschlußstücke eines längsgerippten
 
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