Hochschule für Industrielle Formgestaltung [Editor]
Designtheoretisches Kolloquium — 15.1994

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feststellen, daß dieser direkte Produktwett-
bewerb an Bedeutung verliert.

So konkurrieren immer stärker die Images von
Unternehmen miteinander. Beispielsweise ver-
kauft das Unternehmen mit dem besseren
Image auch Produkte, deren Leistung durchaus
vergleichbar - wenn nicht sogar schlechter - ist,
aberzu einem höheren Preis.

• So kann sich auch der viel zitier-
te Wertewandel niederschlagen,
indem sich die Prioritäten für In-
vestitionen oder private Anschaf-
fungen verändern.

• Der Umweltschutz als Faktor für
die Kaufentscheidung bzw. sogar
Produktionsentscheidung wird zu
einem Thema - provoziert durch
Bewußtseinsprozesse oder ge-
setzgeberische Maßnahmen.

• Für Unternehmen wird auch ihre
Darstellung in den Medien mehr
und mehr zu einem Wettbe-
werbsfaktor.

• Sehr rasch wirksam werdende
politische Veränderungen kön-
nen starken Einfluß auf die
Marktsituation haben.

• Unternehmen konkurrieren auch
um qualifizierte Mitarbeiter, was
beispielsweise die Arbeitsbedin-
gungen beeinflussen.

• Information und Kommunikation
- sowohl intern wie auch extern -
können wettbewerbsentschei-
dend sein.

• Immermehrerweistsich die klas-
sische Organisationsform der
Hierarchie-Ebenen als zu träge,
zu inflexibel.

• DerFaktorZeitspielteine immer
stärkere Rolle im Wettbewerb.

• Nicht unerwähnt bleiben sollte,
daß Vertriebswege starken Ein-
fluß auf die Wettbewerbsfähigkeit
haben.

• Und nicht zuletzt kann die Kultur
eines Unternehmens die Schlag-
kraft erhöhen.

Es zeigt sich also, daß die Konkurrenzfähigkeit
eines Produktes immer mehr unter den Einfluß
von indirekten, sogenannten „weichen“ Fakto-
ren gerät. Oftmals ist es so, daß indirekte Fak-
toren unmittelbar miteinander in Verbindung
stehen. Um es kurz zu machen: Die Komplexi-
tät des Marktes macht die zunehmende Kom-
pliziertheit von Unternehmensführung aus.
Einen - von mehreren - Ansätzen, diese Pro-
blematik zu lösen, bietet das Design-Manage-
ment.

3. Zum Design-Management

Neben den methodischen Aspekten von Design
geht es hierbei in erster Linie um eine Form von
Leadership. Diese Form muß in ihrer Sicht auf
den Markt sehr breit sein und sehr sensible
Antennen haben. Sie muß aber auch stringent
handeln und sich hierfür einen eigenen Kodex
geben und sich daran nachvollziehbar halten.
Die Berechnung, besser Beurteilung der „wei-
chen“ Faktoren setzt aber andere Management-
Methoden, andere Organisationsformen voraus.
Es setzt auch eine andere Grundhaltung zum
Markt und zu den Mitarbeitern, zum Produkt und
zur Gesellschaft, zur kaufmännischen und kul-
turellen Dimension eines Unternehmens voraus.

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