Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 9.1892

Page: 5
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— zugleich Grgau für deutsche Wrcheugeschichte —
mit periodischer kirchengeschichtlicher Weltschau.
Regelmäßige Beilage zum Paftoralblatt für die Diözese Notteuburg.

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Mit eiuein Vereine von Geistlichen und in Verbindung mit Geschichtsgelehrten heransgegeben
von Dp. Engelbert Hofele, Pfarrer in Ummendorf.
Korrespondenzen wollen gefl. direkt an vr. Engelbert Hofele, Pfarrer in Ummendorf b. Biberach, gerichtet werden.

Nr. 2.

Stuttgart, den 15. Januar 1892.

9. Jahrgang.

Inhalt! Archivalien des ehemaligen Cistercienfer-Nonncnklosters Baindt bei Weingarten. Geordnet und bearbeitet von Renz in Negcnsbnrg.
(Fortsetzung.) — Zur Geschichte des Klettgaues. (Aus dem Nachlaß des rastlosen Lokalgeschichtsforschers Pfarrer Joh. Ev. Schüttle
in Seekirch.) (Fortsetzung.) -- Beilage: Ein urwüchsiges uud seltenes altes Buch über das hl. Blut zu Weingarten.

Nrchrvalien des ehern. Cisterrirnsrr-Noirnrir-
klvsters Baindt bei Weingarten.
Geordnet und bearbeitet von Renz in Regensburg.
(Fortsetzung.)
1433. Jan. 10. — Konrad Spinnahirn und Elsa
Müllerin sowie deren Kinder bestätigen die an sie erfolgte
Lehcnübergabe des Gutes Kümmerazhofen, das vorher der
Kursimar bebaut hat, durch Aebtissin Adelheid und den Kon-
vent des Klosters Baindt gegen den in der vorigen Urkunde
schon bezeichnten jährlichen Zins. — G. a. n. samstag n. d.
zwelften tag 1433. — S. Hans Ammann, Stadtammann zu
Waldsee, und Frick Stroppcl des Rats daselbst. — Perg.
Orig. m. 2 Siegeln (eing.). 320.
1434. (35.) H Oktober 15. -— Bürgermeister und
Rat der Stadt Ravensburg geben der Aebtissin des Reichs-
gotteshauses Baindt auf deren Bitten ein Vidimus über einen
richtig vorgclegten, der Aebtissin und ihrem Kloster vom Kaiser
Sigmund erteilten Schutzbrief gegen die Bedrängnisse des
Deutschordenö-Landkommenthurs der Balley Elsaß und Bur-
gund zu Altshausen, Marquard von Königsegg, de -1--4o
RegenSburg, am Montag vor St. Michelstag 1435 (s. Nr. >. "v).
— G- an St. Gallen abent 1434(35). — S. Die Stadt
Ravensburg. — Perg. Orig. m. Siegel. 321.
A. Perg.-Strf, das Rnndsiegel der Stadt Ravensburg in dunkel-
grünem Wachs (II. N.): die ummauerte Stadt mit Zinnen, Thor
und zwei Türmen, darüber freischwebend ein kl. Dreieckschild m. einem
Malteserkreuz belegt. — Umschrift i - - cULVVLl / ciVIVLI / l / UL-
VkM8kV(N)' — Auf der Rückseite Daumeneindruck.
1435. Novbr. 24. — Johannes Blaurer, Abt und
Konvent des Klosters Weingarten schließen mit Adelheid Nbsen-
reuterin, Aebtissin und Konvent des Klosters Baindt, einen
Tanschvertrag des Inhalts, daß sie für das Gut zu Schekensee
mit allen Zubehvrden der genannten Aebtissin und ihrem Kon-
vent jährlich auf St. MartinStag, „uß unsers Gotzhus Pfistry
ze Wingarten", 4 Scheffel Veesen und 1 Scheffel Haber,
Navensburgcr Gewichts, ferner 10 Schilling Pfennig, RavenS-
burgcr Währung und 2 Herbsthühner versprochen und außer-
') Die Jahreszahl 1434 kauu inmiöglich richtig sein, da das
Hclimus über ciueu erst von 1435, 28, September datierten kaiserlichen
Tchutzbrief ausgestellt isch daher wahrscheinlich verschrieben „4" statt
„5", was eher augiuge.

dem den Großzehenden zu Sulpach überlassen haben. H —
G. an sant Katherinen abend, 1435. ^— S. Abt Johannes
Blaurer und der Konvent von Weingarten. — Perg. Orig.
m. 2 Siegeln (eing.). 322.
1436. Juni 12. — Konrad Gerung von Oberessen-
dorf erklärt, daß ihm von der Aebtissin Adelhaid von Baindt
und dem Konvent daselbst deren Gut zu Oberessendorf gegen
einen jährlichen Zins und Hubgeld von 6 Viertel Veesen und
6 Viertel Haber, Waldseer Meß, 10 Schilling Pfennig und
ein Fastnachthuhn, zu Lehen gegeben worden sei. — G. a.
n. Zinstag v. sant vitz tag 1436. — S. HanS Ammann,
Stadtammann zu Waldsee. — Perg. Orig. Siegel ab. 323.
1436. Septbr. 28. — Bürgermeister und Rat der
Stadt Ravensburg entscheiden in einer Streitsache zwischen
Klara von Waldsee und Margareta Süßerin, Konventöfrauen
und Seelamtspflegerinnen des Klosters Baindt, eines- und
Stubenberg von Stuben andernteils, wegen einer Wiese in
Stuben „flösset an den prül, die man nempt die bunderin",
von der die genannten Klosterfrauen behaupten, sie gehöre zu ->
ihrem Seelamt und sei, laut lateinischem Revers, ihnen seiner
Zeit von Ritter Konrad von Stuben auf Lebenszeit um jähr-
lich 3 Schilling Pfennig Zins geliehen und bestimmt worden,
daß nach seinem Tode die fragliche Wiese frei an das Kloster
fallen solle, wogegen der genannte Stubenberg von Stuben
einwendet, seine Vorfahren und er hätten die Wiese schon seit
mehr als hundert Jahren innegehabt und benützt, dahin, daß
der Stnbenberg von Stuben die Wiese auf Lebenszeit unge-
hindert besitze», dieselbe hernach aber an die Baindter Konvents-
srau Agathe von Stuben, seine eheliche Tochter übergehen und
nach deren Ableben an die Söhne des Obenbezeichneten, die
Brüder Hans und Eberhard von Stuben, fallen solle, wenn
jedoch alle diese vier Personen mit Tod abgegangen seien,
dann stehe das Eigentum bewußter Wiese endgültig dem Seel-
amt des Klosters Baindt zu. — G. an frytag vor sant Michels
tag, 1436. — S. Die Stadt Ravensburg. — Perg. Orig,
m. Siegel. - 324.
1436. Novbr. 19. — Jos Mek, seßhaft zu Baier-
surt, Bürger zu Alldorf und Elsa Nudinen, seine eheliche
Hausfrau bekennen, daß ihnen von der Aebtissin Adelheid und
') Außen Vermerk: „anno 1739 ist der fahrt. ZiuS vvn Schekensee
an Weingarten durch einen Tausch überlassen wurden, mithin dieser
> Brief nur noch wegen Snlbacher Zehenden gültig gehalten wird."
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