Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 4.1899

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Kleine Mittheihmgen. — Bücherschau:

in das neue Haus des Vereins übergesiedelt
sein werden. Trotz dieses Uebelstandes
sucht die Leitung des Museums doch auch
in dieser Uebergangszeit die Verbindung
mit der Oeffentlichkeit aufrecht zu erhalten.
Sie wendet sich daher mit einer kleinen
Ausstellung wirklich vorbildlichen modernen
Buchschmucks an die Fachgenossen und
alle Freunde vornehmer frischer Buch-Aus-
stattung. Paul Bürck, das junge vielver-
sprechende Mitglied der Darmstädter Künstler-
Kolonie, dessen kürzlich in der »Deutschen
Kunst und Dekoration« veröffentlichten
Entwürfe berechtigtes Aufsehen gemacht
haben, hat dem Buch-Gewerbe-Museum 56
Blätter aus seinen reichen Mappen zur Aus-
stellung anvertraut. Diese schönen Arbeiten
sind zur Zeit in den Rahmen der Jahres-
Ausstellung des Buch-Gewerbe-Vereins ein-
gegliedert, im Museum zu sehen. — Es sind
Entwürfe für Umschläge (zum Theil farbig),
Vignetten, Illustrationen, Ex libris u. dgl.
Aus allen Blättern spricht eine ungewöhnliche
Frische und Kraft der Erfindung und ein
hohes dekoratives Geschick. Was es heisst,
eine Fläche mit Bild und Schrift zu schmücken,
das kann man hier an einer ganzen Reihe
von Beispielen trefflich studiren. Wir wün-
schen, dass die Ausstellung recht viele Be-
sucher finden möchte. Reiche Anregung
vermag sie einem jeden zu gewähren.

1\ /TAX VON HEIDER & SÖHNE in
Schongau am Lech, die berühmte
Künstler-Familie, welche den neuzeitlichen
Aufschwung der Keramischen Kunst in
Deutschland in so bedeutungsvoller Weise
gefördert hat, sind auch die Urheber des
Fliesen-Gemäldes »Widder«, das die erste
Seite dieses Heftes schmückt. Der Entwurf
ist ein Werk Fritz von Heider's. Wir wollen
bei dieser Gelegenheit nicht versäumen, auf
den hohen dekorativen Werth solcher Fliesen-
Gemälde hinzuweisen, der in Deutschland
u. E. sowohl von dem Publikum wie von
den Architekten noch lange nicht genügend
erkannt ist. Ganz abgesehen von dem eigen-
artigen Reize, von der behaglichen Intimität,
welche den Fliesen eignet, sobald sie, wie

im vorliegenden Falle, material-gerecht de-
korirt werden, kommt noch der praktische
Vortheil sehr in Frage, insbesondere ihre
Wetter-Beständigkeit. Als Fassaden-Schmuck
für Landhäuser, Geschäfts-Bauten, Schulen
etc. sind sie daher ausserordentlich zweck-
mässig. Für die Innen-Dekoration, nament-
lich von Speisezimmern, Trink-Stuben, Bade-
Räumen, Küchen, Gartenhäusern u. s. w.
waren sie schon den alten Meistern hoch-
willkommen. Neuerdings sind sie vorzüglich
in England, Belgien, Frankreich und Hol-
land für diese Zwecke allgemein im Gebrauch
und zwar nicht selten auf einer hohen Stufe
der künstlerischen Durchbildung. Mögen
die glänzenden Ergebnisse, welche die Herren
von Heider auf diesem Gebiete nunmehr
auch in Deutschland erzielt haben, unsere
Baumeister und Kunstfreunde zu häufiger
Anwendung der Fliesen-Malerei anregen!

WETTBEWERB VII der »DEUTSCHEN
KUNST UND DEKORATION«,
■»Märchen-Illustration«. Dem mit Motto
»Ohngrusl, Keglkugl« eingegangenen Ent-
würfe lag keine Adresse für die Rücksendung
bei. Wir ersuchen hiermit den Urheber
sich bei unserer Redaktion auszuweisen,
damit wir ihm die Zeichnung alsdann be-
händigen können. die Redaktion.

BÜCH EICHAU.

Fischer & Franke's »Bibliothek für
Bücher-Liebhab er« haben wir bereits erwähnt
in unserem Ueberblicke über die praktische
Verwendung moderner Buch-Zierkunst im
deutschen Verlagsleben (Heft 8), insbesondere
das in dieser Sammlung erschienene »Heine-
Breviarum« mit Einband von Eckmann.
Die »Neue Folge« dieser Liebhaber-Biblio-
thek darf ohne Zweifel noch wärmeres Inter-
esse unserer Bibliophilen für sich in Anspruch
nehmen. Sie ist betitelt »Ars amandi, zehn
Bücher von der Liebe« und erscheint in 10
Bänden von je 15 — 25 Bogen auf Bütten,
in rothes Leder gebunden zum Preise von
je 5 Mk. in der Subskription und 6—7,50 Mk.
im Einzelverkauf. Als 2. Band dieser köst-
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