Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 52.1923

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FRITZ AUGUST BREUHAUS —BONN.

»FRÜHSTÜCKSZIMMER DES KÜNSTLERS«

FRÜHSTÜCKSZIMMER F. A. BREUHAUS.

In Fritz August Breuhaus ist der Formsinn und
die Schmuckfreude des rheinischen Geistes
zu vollem Leben erwacht. Seine Schöpfungen
haben alle die Stimmung eines genußfähigen
und genießenwollenden Menschen. Sie bewei-
sen, daß schließlich doch nur derjenige Künstler
zur äußersten Anmut der Raumform gelangt,
der aus eigner Erfahrung weiß, was der Mensch
von seiner Umgebung an Annehmlichkeiten ver-
langen und erhalten kann. So wird die frohe Art
des Rheins in Breuhaus schöpferisch, der Welt-
mann und der Künstler begegnen sich in ihm zu
einer schönen Vereinigung. Nur wer Ansprüche
an das Dasein zu stellen gewohnt ist, wird im
Wohnbau höchste Kultur bewähren können.

Zu dem Frühstücksraum des Künstlers, den
unsere Abbildungen vorführen, ist vor allem
zu bemerken, daß er sehr kleine Abmessungen
hat (etwa drei Meter im Geviert) und daher in
der Photographie nur Bruchteile seines Reizes
hergibt. Dieser Raum ist, wie jede stichhaltige
Leistung der Kunst, eine ganz persönliche Ver-

lautbarung, eine Wunscherfüllung, und so eng
an das Wesen des Urhebers gebunden wie
etwa ein lyrisches Gedicht an den Verfasser.
Äußerste Eleganz bestimmt seine Haltung, zar-
teste, wärmste Lichtführung belebtihn, erlesene,
genaue Wahl zeigt sich in jedem Stück seiner
Ausstattung. Der Hauptreiz liegt in der zarten,
pastellartigen Tönung des Ganzen. Teppich,
Möbelbezüge, Gardinen, Marmor, Holzteile,
alles liegt in edlen, geflüsterten Farben, in einer
sanften, heiteren Vormittagsstimmung, die nur
im Kristall und Porzellan der Tafel zu lebhaf-
terem Aufblitzen kommt. Den besonderen Reiz
des Raumes bilden aber die Wandmalereien.
In ihnen hat der Künstler, Eugen Zak, die
zarten Töne des Ganzen aufgenommen und
gleichsam zum deutlichen Sprechen gebracht.
Man kennt dieses Malers verträumte, stille,
empfindsame Welt, eine Welt von hohen, schlan-
ken, melodiösen Gestalten und südlich ver-
schwärmten Landschaften; anmutig geschwun-
gene Buchten, (warme, sanfte Meere, 'schwer-

XXVI. April 1923. 6
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