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entfernt steht (An der Mühle 15), und bis auf
die Kirche, errichtete man die meisten
Gebäude in Fachwerk um 1800 und im 19. Jh.
in jener Periode der Bevölkerungszunahme.
Auf seiner Nordseite von Futtermauern be-
gleitet führt der Pfarrweg, an dem das ehe-
malige Ratshofgrundstück mit einem im frü-
hen 19. Jh. umgebauten Wohnhaus (Pfarr-
weg 1) liegt, von Nordosten zur Kirche Ss.
Cosmos und Damian hinauf. Dieses aus
Bruchsteinen errichtete, vergleichsweise
große Bauwerk beherrscht mit seinem trutzi-
gen mittelalterlichen Westturm die Umge-
bung; seine platt geschlossene Chorseite
erhebt sich direkt über dem Pfarrweg. Im 18.
Jh. (über der Tür eine Datierung 1745)
ersetzte man das Dach über dem saalarti-
gen Schiff aus dem 15. Jh. (?) durch das heu-
tige, über der Ostfront zur Hälfte abge-
walmte Satteldach und veränderte einige
Öffnungen. Im 19. Jh. entstand die Sakristei
auf derSüdseite, 1958/59 folgte die Erweite-
rung des Schiffs nach Norden. Dieser Bau
strahlt im Zusammenhang mit dem von
hohen Bäumen verschatteten Friedhof
einen sehr urtümlichen Reiz aus, der auch

unmittelbar die historische bäuerliche
Bebauung um den Thie prägt. Hier hat sich
eine Gruppe von Wohn- und Wirtschaftsge-
bäuden aus Fachwerk aus der Zeit um 1800
(Am Herberhäuser Thie 3, Pfarrhaus; 7 mit
Wirtschaftsgebäuden aus derzeit um 1900,
Oberstraße 1, 2, 4, 6, 8) bewahrt, die ein
nahezu intaktes dörfliches, städtebaulich
interessantes Zentrum bildet.
Eine weitere Gruppe von Fachwerkgebäu-
den prägt den bachnahen, topographisch
abwechslungsreichen unteren Bereich des
Dorfes an der Lutter und an der Straße Im
Beeke. Auf der Nordseite der Lutter mit ihrer
historischen Mauereinfassung und Pferde-
schwemme steht auf dem ehemaligen Müh-
lengrundstück (Sonnenbreite 1) ein Anwe-
sen aus Wohnhaus und einigen z. T. gewerb-
lichen Nebengebäuden aus dem späten
19. Jh. Die unterschiedlichen, gewachsenen
Strukturen von Herberhausen erkennt man
an der Straße Im Beeke: Während an der
Nordwestecke sich kleine Parzellen ineinan-
derschachteln, auf denen inderl. Hälftedes
19. Jh. gedrängt kleine Hofstellen aus Wohn-
haus und angebautem Stallteil entstanden

(An der Mühle 9, Im Beeke 4, 6/8), liegen auf
der Ostseite größere, jedoch - bis auf Im
Beeke 1 - schmale Grundstücke mit giebel-
ständigen Wohnhäusern, die eine städte-
baulich eindrucksvolle Reihe darstellen. Von
diesen Gebäuden haben sich vor allem Im
Beeke 1, ein Gasthaus aus der 2. Hälfte des
19. Jh., Nr. 3, ein Fachwerkhaus aus dem 2.
Viertel des 19. Jh„ Nr. 9, ein Fachwerkge-
bäudewohl noch aus dem 18. Jh., und Nr. 15,
aus derl. Hälfte des 19. Jh., gut erhalten.


Herberhausen, Oberstraße 6, 8 ff

Herberhausen, Am Herberhäuser Thie 2


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