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Lufen, Peter Ferdinand [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 5,3): Landkreis Göttingen, Teil 2: Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen — Hameln: Verlag CW Niemeyer, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44173#0168
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Steintorstraße 21


Haberstraße 20


Der Repräsentationsbau leitet über zum fünf-
achsigen Traufenhaus Haberstraße 20, ein im
frühen 17.Jh. erbauter, dreigeschossiger, stock-
werkweise abgezimmerter Fachwerkbau, der
aus dem gleichen Formenrepertoire schöpft,
wie die vorangegangenen Bauten.
Nicht minder bedeutsam ist das zeitgleich ent-
standene Bürgerhaus Marktstraße 80, das
einst Braurecht besaß. Der achtgebindige statt-
liche Traufenbau ist dreigeschossig mit vorkra-
genden knaggenlosen Oberstöcken, die nur in
Balkenstärke ausladen. Zur Wirkung der Fassa-
de tragen die plastisch herausgearbeiteten Brü-
stungsbohlen mit friesartigem Blendarkaden-
motiv und die entsprechend reich verzierten
Gebälkzonen bei. Erhalten hat sich ferner die
zweiflügelige Türe aus der Zeit um 1750, die
durch Aufdoppelungen gegliedert wird. Nicht
unerwähnt bleiben soll das hohe, von Begleit-
profilen eingefaßte Spitzbogen-Portalgewände
auf der rückwärtigen Traufenseite.
Dieser Bauperiode gehören ferner die Bürger-
häuser Marktstraße 48, Scharrenstraße 16,
Westertorstraße 8, 26 (Brüstungsbohlen mit
Blendarkaden nahezu vollständig erneuert),
Obertorstraße 52, Steintorstraße 21, 56 und
Apothekenstraße 16 an.
Markante unverwechselbare Merkzeichen im
Straßenbild setzen die Bürgerhäuser Hinter-
straße 73, Marktstraße 84, Westertorstraße
21/23 und Westertorstraße 22/24, die zwi-
schen 1600 und 1640 entstanden sind und
die sich, bedingt durch übereinstimmende
Schmuck- und Zierformen, zusammenfassen
lassen.
Als besonderes Kleinod ist auf der Nordseite
der Hinterstraße das traufständige Bürgerhaus
Nr. 73 herauszustellen, das, wie die Inschrift
oberhalb des Portals ausweist, im Jahre 1600
entstand. Der auf niedrigem verputztem Sand-
steinsockel ruhende, doppelgeschossige, stock-
werkweise abgezimmerte Bau schließt mit weit
ausladendem, wohl ursprünglich von Konsolen
abgefangenem Satteldach ab. Fassadencha-
rakterisierendes Zierelement ist das friesartige
Zierband in den Brüstungszonen. Die beschlag-
werkartigen floralen Flachschnitzereien sparen
auch die kurzen, bis zum Brustriegel reichen-
den Ständerelemente nicht aus. Unterhalb der
Brüstungsbohlen fassen zwei Zahnschnittlei-
sten ein Inschriftband auf der Stockschwelle
ein.
Wie die Datierung in der Kielbogenspitze des
Türsturzriegels ausweist, wurde die Eingangs-
zone 1893 umgestaltet, indem Portal und Sei-
tenfenster durch ein umschließendes, aus ge-
drehten Schnüren bestehendes Begleitprofil zu-
sammengefaßt werden. Eingefügt ist das
Wappen der Bäckerinnung.
Zeitgleich entstand das Doppelhaus Westertor-
straße 22/24, ein auf hohem, verputztem Sockel
gestellter dreigeschossiger Fachwerkbau unter
hohem nicht ausgebautem Satteldach. Die bei-
den in Balkenstärke vorkragenden Oberstöcke
werden betont durch abwechslungsreich ge-
staltete Brüstungsbohlen mit szenischen Dar-
stellungen. Thematisiert sind u.a. Zweikämpfe,
deren dargestellte Figuren in den Umrißlinien
flach aus dem Holz gearbeitet wurden. Im Ge¬


steinstraße 24

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