Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 5,3): Landkreis Göttingen, T. 2: , Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen — Braunschweig, 1997

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Mackenrode, ev. Kirche, Außenbau


einschiffige Bruchsteinbau unter Satteldach
wird akzentuiert durch einen verschieferten, gie-
belreiterartigen Glockenturm mit Laterne, der
die Kirche von der angrenzenden Bebauung
abhebt. In der Architravzone, oberhalb des in
Werkstein gefaßten Portals ist ein Inschriftstein
mit Datierung „1735“ eingelassen, die sich of-
fenbar auf eine tiefgreifende bauliche Verände-
rung eines im Kern älteren Gotteshauses be-
zieht.

LANDOLFSHAUSEN - PQTZWENDEN
Im südlichen Abschnitt der Gemeinde Landolfs-
hausen liegt der erstmals 1352 als „Postogkes-
wenden“ in den Urkunden erscheinende kleine
Ort Potzwenden, dessen Kern verbunden ist
mit Falkenhagen, Landolfshausen und Macken-
rode. Die Siedlung zählte zu den temporären
Wüstungen. Überliefert ist, daß „Poteßwende“
1453 und um 1490 wüst wurde, 1538 wieder-
besiedelt, 1623 als Wüstung bezeichnet wurde,
um einige Jahrzehnte später wieder aufgebaut
zu werden.
Die Topographie des etwa 255 Meter ü. NN ge-
legenen Dorfes wird geprägt durch die östlichen
Ausläufer von Appenberg und Langenberg, die
zugleich Einfluß auf die Ortsgestaltung Potz-
wendens nehmen.
Die Kreisstraße, die Landolfshausen mit Falken-
hagen verbindet, durchzieht von Nordosten
nach Südosten leicht gekrümmt auch Potzwen-
den. Sie bildet gleichsam das Rückgrat des
kleinen Straßendorfes, dessen Gebäudevertei-
lung im ausgehenden 19.Jh. der Lageplan von
1873 wiedergibt, der im Hauptstaatsarchiv
Hannover aufbewahrt wird. Das Dorf besteht
nur aus wenigen Hofstellen in Gestalt von Zwei-


bzw. Dreiseithöfen. Aus denkmalpflegerischer
Sicht herauszustellen ist das Wohnhaus Nr. 10
eines Dreiseithofes, der sich in die 1. Hälfte des
18.Jh. datieren läßt. Der Hauptbau ist, wie un-
schwer zu erkennen ist, etwa Mitte des 19.Jh.
erweitert worden. Sein älterer Kern ist stock-
werkweise abgezimmert. Der nur leicht ausla-
dende Oberstock wird durch paarweise ange-
ordnete kurze Fußstreben strukturiert.

OBERNFELD

An der parallel zur Hahle verlaufenden B 247,
die Gieboldehausen mit Duderstadt verbindet,
erstreckt sich das kompakte, unregelmäßig ge-
formte Haufendorf Obernfeld. Das breite Hahle-
tal nutzend, steigt das Terrain des etwa 170
Meter ü. NN gelegenen Ortes nach Osten hin
leicht an und reicht bis zu den Ausläufern des
Duderstädter Stadtwaldes. Während der Natur-
raum westlich der Hahle sich als weite, flach-
wellige, waldarme Beckenlandschaft darstellt,
ändert sich das Landschaftsbild östlich des
Hahletales, indem die Reliefenergie des Gelän-
des zunimmt.
Geologisch gesehen ist die Beckenlandschaft
ein großes Senkungsfeld, dessen Boden aus
den rotbraunen Schichten des Unteren und
Mittleren Buntsandsteins besteht. Der in den

Obernfeld, Gaußsche Landesaufnahme 1829-32, M 1:25.000, Blatt 19 (Duderstadt), Ausschnitt

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