Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 5,3): Landkreis Göttingen, T. 2: , Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen — Braunschweig, 1997

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Rollshausen, Hauptstraße 10, ehern. Dorfkrug, 1685, Detail, Gebälk- und Brüstungszone

einem in den Baukörper eingebundenen hölzer-
nen Schlauchturm, der leicht aus der Bauflucht
vortritt.
Zu nennen ist ferner der schlichte doppelge-
schossige Fachwerkbau Oberdorf 53 am nörd-
lichen Ortsausgang, ein traufständig ausgerich-
teter, doppelgeschossiger Bau aus der Mitte
des 19.Jh.
Abgetragen ist indes die 1812 entstandene und
1932 erweiterte Saalkirche, die dem Hl. Seba-
stian geweiht war. Heute bildet die kath. Pfarr-
kirche von 1977 mit angegliedertem Gemeinde-
zentrum den Mittelpunkt Rhumspringes.
RHUMSPRINGE - LÜTGENHAUSEN
Unweit von Rhumspringe, auf etwa 160 Meter
ü. NN liegt das kleine Dorf Lütgenhausen, das
mit Rüdershausen und Wollershausen verbun-
den ist. Am Verlauf der Rhume orientiert sich
die Lütgenhäuser Straße, die leicht geschwun-
gen den Ort durchzieht. In Ortsmitte zweigen
Unterdorf nach Süden und Schützenstraße

Rollshausen, Hauptstraße 10, ehern. Dortkrug, 1685, Detail, Eckausbildung


nach Nordosten ab, die das Straßengerüst des
kleinen Dorfes bilden. Vorherrschend sind
schmale Streifenparzellen beiderseits von Un-
terdorf und Lütgenhäuser Straße. Der zumeist
dem ausgehenden 19.Jh. angehörende rezente
Althausbestand wird aus kleinteiligen Hakenhö-
fen mit giebelständig ausgerichteten Wohn-
bzw. Wohnwirtschaftsgebäuden und rückwärti-
gen, parallel zur Straße verlaufenden Wirt-
schaftsgebäuden gebildet, die ein durch bauli-
che Eingriffe geprägtes sehr heterogenes Orts-
bild darstellen.
Häufige Überschwemmungen der Rhume er-
zwangen in der 2. Hälfte des 18.Jh. eine Um-
siedlung des gesamten, aus 28 Hausstellen be-
stehenden Dorfes auf eine nahe gelegene An-
höhe am Rande des Rotenbergs.
Akzente im Ortskern setzen das Wohnwirt-
schaftsgebäude Lütgenhäuser Straße 14 und
die Hofanlage Unterdorf 2.
Der von der Straßenflucht zurückgesetzte trauf-
ständige Bau Lütgenhäuser Straße 14 ist als
doppelgeschossiger, stockwerkweise abgezim-
merter Fachwerkbau unter Satteldach ausge-
führt worden, dessen Oberstock leicht vorkragt.
Er stammt, wie auch das Wohnhaus der Hofan-
lage Unterdorf 2, aus dem Ende des 18.Jh. Je-
nen doppelgeschossigen Fachwerkbau ließen
„Bauherr Johann Andreas Geier und Kristin
Elisabeth Gropen 1779“ erbauen, wie die In-
schrift im Kopfriegel der Türe ausweist. Die
paarweise angeordneten, kurzen Fußstreben
und die zu den Eckständern bzw. Bundstän-
dern geführten langen Kopfstreben gliedern
den Oberstock der Traufseite.
ROLLSHAUSEN

In den Schriftquellen wird Rollshausen im Jahre
1141 als „Rotholuishusen“, 1209 als „Rudol-
veshusen“ und 1273 als „Rolveshusen“ er-
wähnt. Überliefert ist auch, daß in Rollshausen
das Stift Gandershausen sieben Hufen Land
besaß und auch die Edelherren von Plesse hier
begütert waren. Graf Albrecht von Everstein
war schon vor 1209 mit dem Zehnten vom Erz-

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