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Lufen, Peter Ferdinand [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 5,3): Landkreis Göttingen, Teil 2: Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen — Hameln: Verlag CW Niemeyer, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44173#0182
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Kardinal-Kopp-Straße 15, von 1910, Wohnhaus für Bürgermeister Wand, Architekt H. Stübe, Ansicht. Bauarchiv
Stadt Duderstadt


Fenstergruppen verbindende Streben auf.
Gleichartige Gestaltungsprinzipien zeigen auch
die Bauten Kardinal-Kopp-Straße 13 von
1904, Bahnhofstraße 7 von 1904, das Eck-
haus Obertorstraße 25 (Gasthaus zur Stadt
Mainz) von 1910 sowie die jenseits der Umwal-
lung gelegenen villenartigen Solitärbauten Göt-
tinger Straße 7 von 1900, Nr. 16 von 1899, Nr.
18 von 1903 und Worbiser Straße 12 von
1903.
Nachdem bereits im Jahre 1849 mit der Haber-
straße 52 für den Zinngießermeister F. Küster
der erste Rohziegelbau in Duderstadt entstand,
folgten um die Jahrhundertwende weitere, in
Ziegelsichtmauerwerk errichtete Bauten, die
Akzente im Straßenbild setzen. Hierzu gehören
das Wohn- und Geschäftshaus Auf der Spie-
gelbrücke 11 für A. Jung (Bauausführung M.
Pflüger) von 1908, das villenartige Mehrfamilien-
haus Bahnhofstraße 23 um 1895, das Küster-
haus Bei der Oberkirche 9 von 1905, die
Wohnhäuser Obertorstraße 45, 47, 49 von
1902 sowie die Pestalozzischule (früher „Bür-
gerschule“) Neutorstraße 6 von 1897 und das
Postamt Jüdenstraße 19 (Bauherr: Duderstäd-
ter Bankhaus Gebrüder Klinckhard).
Einfluß auf das straßenräumliche Gefüge neh-
men insbesondere die beiden exponiert gelege-
nen Eckbauten Auf der Spiegelbrücke 11, ein
stattlicher, dreigeschossiger Ziegelbau, dessen
Fassade durch einen risalitartigen Vorbau und
einen markanten Eckerker geprägt ist, der in
die Dachzone eingebunden ist und mit einer
verschieferten Haube abschließt. Entsprechen-
des gilt für das Küsterhaus Bei der Oberkirche
9/Obertorstraße, in unmittelbarer Nähe von St.
Cyriakus, das im Jahre 1905 entstand, nach-
dem das alte Küsterhaus durch den Abriß des
Obertorturms 1811/12 beschädigt wurde. Ge-
gliedert wird seine Fassade durch dezente
Sandsteinelemente und ein schiefergedecktes
Türmchen, das die Ecksituation betont. Neben
den Rohziegelbauten entstanden auch zahlrei-
che, das Stadtbild belebende Putzbauten wie
das Gymnasial-Konvikt Georganium Kardinal-
Kopp-Straße 31 von 1908, Auf der Spiegel-
brücke 12 von 1905, Bahnhofstraße 31 von
1910, 20 um 1890, die Bauten an Göttinger-
und Worbiser Straße jenseits der Umwallung
sowie das Wohnhaus Kardinal-Kopp-Stra-
ße 15.
Ein beachtenswerter, auch aufgrund seiner Ge-
staltwerte herauszustellender Bau ist das
Wohnhaus für Herrn Bürgermeister Wand auf
der Kardinal-Kopp-Straße 15, den der Archi-
tekt H. Stübe 1910 plante. Ausgeführt ist ein
kubusförmiger doppelgeschossiger Baukörper
mit einem zur Straßenseite ausgerichteten al-
tanartigen Vorbau. Bekrönt wird der streng ge-
gliederte Putzbau durch ein hohes Walmdach,
das, im Gegensatz zur Planung, durch ein breit-
gelagertes Dachhaus aufgelockert wird.
Die Gestaltung der Gartenanlage, die bis zur
Wallanlage reicht, lag auch in den Händen des
Architekten H. Stübe, der u. a. für die Fassade
des Wohn- und Geschäftshauses des H. Nolte
von 1911 Marktstraße 1 verantwortlich zeich-
nete. Seine strengen Fassadengliederungen lei-
ten über zu den Wiederaufbauten des Wilhelm
Freiherr von Tettau.

Bahnhofstraße 20, um 1890

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