Fliegende Blätter — 24.1856 (Nr. 553-576)

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Der verhängnißvolle Bleistift.
der stattlichsten Gäule, hielt auf schmucke, adrette Postillone,
die es verstanden, die langweilige Fahrt auf oft grund-
losen Wegen, denn damals war das Netz gut chaussirter
Straßen noch nicht in so großartiger Weise über Deutsch-
land ausgespannt als jetzt, durch ein geschickt angebrachtes
Stückchen auf dem wohlklingenden Posthorn zu mildern,
bewirthschastete nebenher ein Gut von zwei bis dreihundert
Morgen des besten Landes, war Eigenthümer des besten
Gasthofs in der Stadt, in welchem er zur großen An-
nehmlichkeit und Bequemlichkeit der Reisenden zugleich die
Paffagierstube etablirt. hatte, kurz er war ein Mann, der
sich sehen lassen konnte. Dabei aber war er voll köstlicher
Laune, gefällig nach Oben und Unten, leutselig, voll komi-
scher Einfälle und harmloser Späße, und zweifelsohne der
beste Gesellschafter von der Welt, und das waren just die-
jenigen Eigenschaften, die ihn damals von vielen, ja den
meisten seiner Collcgen unterscheiden mochten, die es aber
zweifelhaft machen, ob sie es waren, die täglich Abends
einen traulichen Kreis treuer Stammgäste in seinem Lokale
versammelten, oder der Krug trefflichen Bieres und das
Glas reinen, unverfälschten Weins, die man dort fand.

Dem Postmeister und Posthalter v. Charmier in Jkshausen
merkte man's durchaus nicht an, daß er eben ein Postbeamter
war. Er hatte sein Schäfchen bei Zeiten geschoren — (dieser
glückliche Umstand ist's aber keineswegs, der ihn von andern
Postmeistern unterschied) —, hatte in seinem Poststalle 24

Eines schönen Winterabends saß nun wieder ei»
solcher Kreis achtbarer Stammgäste in dem wohlgeheizten,
freundlichen Lokale und schwatzte von Krieg und Frieden
und von anderen Dingen, wovon sich's bei einem Glase
guten Bieres, bei einer Pfeife Tabak, während der Schnee
draußen wirbelt und der Sturm durch die Straßen fegt, ge-
mächlich plaudern läßt. Eben hatte der Kreisjustizrath erzählt,
daß ein Maler in Dresden dadurch, daß er einem in's Wasser
gefallenen dicken fetten Mopse, der zufällig einer alten stein-
reichen Jungfer angehörtc, trotz der kalten Hcrbstzeit in die

«»

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"Der verhängnißvolle Bleistift"
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Fliegende Blätter
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Entstehungsort (GND)
München

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Sammlung Eingang

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Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Soldat <Motiv>
Gepäck
Pferd <Motiv>
Marktplatz <Motiv>
Brand <Motiv>
Evakuierung
Karikatur
Menschenmenge <Motiv>
Satirische Zeitschrift

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Fliegende Blätter, 24.1856, Nr. 558, S. 41 Universitätsbibliothek Heidelberg
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