Fliegende Blätter — 26.1857 (Nr. 601-626)

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Der versalzene Neisbrei.

Stne befdjeikene Dvrfnovelle.

Am Sonntag waren Anne Marie, die einzige Tochter In-
j verstorbenen, reichen Bauerngutsbesitzcrs Andreas Wunderlich, und
i Hans Christoph, der Sohn des Schulzen Jost, zum dritten und
j letzten Male von der Kanzel herab feierlich aufgeboten worden
j und Morgen sollten sic getraut werden. Die bevorstehende Hoch-

zeit gab viel zu reden im Dorfe und in der Umgegend, denn
die Anne Marie war offenbar das hübscheste und netteste Bauer
mädel auf 4 Meilen i» der Runde und außerdem noch einzige
Erbin deS schönsten und größten Bauernhofs im ganzen Herzog
thum. Auch der Doktor Balsemann hatte den ehrwürdigen Kopf
davon voll, als er Sonntag Nachmittags auf dem Heimwege
aus der Kirche mit dem Schulmeister über de» Kirchbof dahinging.

„Was meint Ihr wohl, Schulmeister," sprach er zu diesem,
„wird's morgen ein heißer Tag für uns werden?"

Der Schulmeister ließ feine Augen prüfend und weiter
j kundig über das ganze Himmelsgewölbe dahinfliegen und sagte
ij | dann prophetischen Blicks: „So lange wir diesen kühlen Wind
\ \ behalten, Herr Doktor, und der Himmel bedeckt bleibt, kriegen
1 wir keine arge Hitze, wenn wir gleich in den Hundstagen sind."
„Ach Gevatter!" erwiderte ihm aber der Doktor halb ärger-
lich, „Ihr seid heut' einmal wieder recht schwer von Begriffen
und versteht mich nicht. „Ich meine," setzte er dann etwas
leiser hinzu, „ob's morgen viel angenehme Arbeit geben wird ...
an der Hochzeitstafel?"

„Za so! Herr Gevatter, nun verstehe ich Sie erst!" rief ko
misch über sich selbst erzürnt der Schulmeister und schlug sich mit
der flachen Hand einige Male vor die Stirn; „viel angenehme
Arbeit? ei! das sollt' ich meinen! die Wunderlich's werden sich
nicht lumpen lassen."

„Sv? so? meint Ihr?" antwortete der gelehrte Herr
sichtlich befriedigt und flüsterte dann dem alten Schulmeister
in'ö Ohr, während seine rechte Hand ihm vertraulich auf der
Schulter ruhete: „Habt Ihr denn etwa in Erfahrung ge
bracht, Gevatter, daß die Brantmuttcr was Apartes dazu an
geschafft hat?"

„Ei freilich! freilich hat sie's, Herr Gevatter," offenbarte nun

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Der versalzene Reisbrei"
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Serientitel
Fliegende Blätter
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Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Muttenthaler, Anton
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Kirchengemeinde <Motiv>
Musikant <Motiv>
Karikatur
Kirche <Motiv>
Brautpaar
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 26.1857, Nr. 613, S. 97
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