Fliegende Blätter — 26.1857 (Nr. 601-626)

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Gine Mutter mit ihrem Kinde.

Kritik einer Statuette >!

Es war uns vor einiger Zeit vergönnt, einen Blick in das
Nutzcnhanscr'sche National - Museum zu thun, eine Gunst des
Schicksals, deren sich nur Wenige rühmen können, wie das Er-
, staunen der daselbst angestclktcn Beamten, als sie vernahmen,
I daß Jemand da sei, um das Museum zu sehen, zur Genüge darthat.

Der Zweck des Vorliegenden ist keineswegs, das Nutzcu-
! hauser'sche National-Mnseum einer Kritik zu unterzieh», doch
> daö sei uns vergönnt zu sagen, daß wir einigermaßen erstaunt

Nutzcnhauscr Museum.

waren, die Plastik daselbst so schwach vertreten zu sehen; ein
Mangel, der uns um so auffallender und (man verzeihe uns
den Ausdruck) bedauerlicher dünkt, als gerade hier zu Land so
viele Künstler in diesem Genre arbeiten, welche unbekannt in
entlegenen Winkel» wirken und schaffen, ohne sich jemals einer
öffentlichen Ausmuntcrung erfreuen zu können und ohne daß
ihre Werke das Eigenthum eines größer», gebildeten Publikums
werden; freilich ein Umstand mehr, der für die Unvcrdrosscnhcit
und Bescheidenheit dieser genialen Künstler spricht- die vielleicht
nicht die leiseste Ahnung von dem Außergewöhnlichen ihrer
Leistungen haben.

Als ein beredtes Zcugniß für diese Behauptung erscheint
uns die Statuette: „Eine Mutter mit ihrem Kinde," welche

sich in Tausenden von Abgüssen auf jedem Jahrmarkt vorfindet.
Das Ereinplar, welches wir so glücklich sind zu besitzen, wurde,
so zu sagen, für eine Bagatelle aus dem Jahrmarkt zu Nutzenhausen
erstanden.

Betrachten wir einmal dieses in allen seinen feinen Nü-
ancen so grazieusc Kunstwerk und versuchen wir, dem Künstler .
auf seinem Gcdankenflugc zu folgen, der ihn bei Schaffung dieses
Werkes begeisterte, so genießen auch wir vielleicht einen Theil
jenes Entzückens, dessen der Künstler thcilhaftig wurde, als er >
nach und nach dem rohen Material seinen eignen poetischen
Geist einfiößte, bis das Bildwerk endlich jenen Grad der Voll-
endung erhielt, mit dem cs jetzt dem Beschauer cntgcgcnstrahlt.

Nicht von kaltem, starrem Marmor, der vielleicht für gemüth-
lose, mythologische Hcldenfigurcn paffen mag, nein! von weichem,
vaterländischem Thon, passender für das idyllische Bild einer
Mutter mit ihrem Kinde, ist unser Werk geformt, und da wir
doch einmal auf den Boden der klassischen Plastik gerathen. sind,
sei cs uns vergönnt, einen Vergleich zwischen der antiken und
modernen Kunst anznstellcn, wie letztere nämlich in dem vor
uns stehenden, plastischen Werke vertreten ist.


Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Eine Mutter mit ihrem Kinde"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Statuette
Kunstwerk <Motiv>
Karikatur
Pfeife
Kind <Motiv>
Mutter <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 26.1857, Nr. 626, S. 201
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