Fliegende Blätter — 39.1863 (Nr. 939-964)

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Zehn Monate nachher.

(Fortsetzung des Romans: „Asträa von Morimoncourt" in Nr. 932, 933 und 934 der Fliegenden Blätter.)

lichen Wogen des Rio Janeiro, und schienen von einem !
Monat zum andern der Transformation in Infusorien ;
und Sumpfthiere gewärtig, so gewaltig herrschte bereits |
die Masse des Schlammes über jene des fließenden Wassers;
allerlei scheußliche Reptile begannen an das weiche, von
< einer überaus üppigen Vegetation bedeckte Ufer empor-
zuklimmen, und ein riesiger Feuer-Salamander schlüpfte
weiter und Iveiter, bis er endlich ans dem feuchten Grase
auf dem flachen weißen Steinrande einer Gartenpforte
anlangte, und daselbst lvie erschöpft liegen blieb. — Wir
1 aber führen unsere Leser noch iveiter, und zwar durch !
diese Pforte in einen mit dem zauberhaftesten Luxus an-
gelegten und unterhaltenen Garten, welcher die herrliche
Villa des Don Henriqnez de Albufera umschloß. Dies;
Gebäude stand auf einem jener lieblichen Abhänge, welche
Rio Janeiro so reizend umgeben, und war ein wahrer
Prachtbau, neben dem sich das kaiserliche Schloß San
! Cristofo nur wie eine ärmliche Bauernhütte ausgenommen
hätte. Um den Garten ringsherum waren Pomeranzen-
haine, welche, immer blühend, die ganze Gegend mit ihrem
bräutlichen, betäubend süßen Duft parfümirten. Der Garten
selbst aber war mit einer solchen Ueberfülle blühender
Gewächse aller Länder ansgestattet, daß man glauben
1 konnte, der edle Senhor Don Henriqnez habe die ganze
übrige Welt allen Blumenschmuckes beraubt. Hundertachtzig
Sklaven waren auch unablässig mit der Pflege dieses Para-
dieses beschäftiget, und man hörte den ganzen Tag nichts
Anderes in jenem El-Dorado als die Flüche und Peitschen-
hiebe der Aufseher und das Aechzen und Stöhnen der unseligen
Afrikaner, die, unter Brasiliens Einfuhrartikel gehörend, die

I. Kapitel.

Es war um die dritte Morgenstunde. Glühend und
lechzend, voll Gier, jeglichen Tropfen Feuchtigkeit dem Erd-
bälle zu entsaugen, erhob sich langsam das ungeheuere, blut-
rothe, vernichtende Antlitz der unbarmherzigen Sonne Süd-
Amerikas, um seine durchbohrenden Strahlen über Brasiliens
prachtvolle Hauptstadt auszubreiten. Leise murmelten die spär-

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Zehn Monate nachher" (Asträa von Morimoncourt)
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Ille, Eduard
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Bogen <Waffe>
Häuptling <Motiv>
Fell
Nacken
Pfeil
Tiere <Motiv>
Zusammenkunft
Weibliche Schwarze <Motiv>
Frisur <Motiv>
Boden <Motiv>
Fuß <Motiv>
Nase <Motiv>
Eheschließung
Haarschmuck
Tätowierung <Motiv>
Trophäe <Siegeszeichen, Motiv>
Schädel <Motiv>
Feder
Karikatur
Baum <Motiv>
Skalpell
Kniefall
Satirische Zeitschrift
Schlangen <Motiv>
Indianer <Motiv>
Brasilien <Motiv>
Thema/Bildinhalt (normiert)
Fischgräte <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 39.1863, Nr. 952, S. 105
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