Fliegende Blätter — 39.1863 (Nr. 939-964)

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M— SL8.

XXXIX.Sd.

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„Wenn Sie erlauben, gehe ich sofort mit Ihnen," ent-
gegnete der Antiquar, vor Aufregung zitternd, „verhält cs
sich so, wie Sie sagen, so besitzen Sie einen Schatz, der mit
Gold nicht aufzuwägeir ist."

Die Dame erhob sich von ihrem Sitze und näherte sich
der Thüre. „Ich bedaure, Ihrem Wunsche augenblicklich nicht
Nachkommen zu können", versetzte sie, „die Mittagstunde ist
schon nahe, wollen Sie mir heute Nachmittag das Vergnügen
schenken —"

Die Armspange Karl's des Großen.

Fortsetzung.

„Zählen Sie darauf, daß ich kommen werde", fiel der
Antiquar ihr ins Wort, „ich werde nicht versäumen, von
Ihrer gütigen Erlaubniß Gebrauch zu machen."

Das Fräulein gab dem alten Herrn ihre Wohnung an
und schritt dann hinaus.

Das erste, was Camphausen that, war, daß er die
Armspange behutsam wieder in ihr Futteral legte. In seiner
Ungeduld konnte er kaum den Augenblick erwarten, in wel-
chem er den Weg zur Wohnung der Dame antreten durfte,
er athmcte erleichtert auf,, als die Haushälterin das fast un-
berührte Mittagessen abtrug und die Uhr endlich zwei schlug.
Rasch griff er jetzt zu Hut und Stock, schloß die Thüre zu
seinem Cabinet sorgfältig zu und verließ das Haus, um das
Richtschwert in Augenschein zu nehmen. Das Fräulein
wohnte in einem alten verfallenen Hause und ein Grauen
überlicf den Antiquar, als er die schmale knarrende Treppe
erstieg, die zu den Wohnzimmern führte. Die Mcublirung
des letzteren ließ in Bezug auf den Comfort sehr Vieles zu wün-
schen übrig, nur kahle Wände, vergilbte, stellenweise zerrissene
Gardinen und ärmliche Meubels erblickte Camphausen, als er
sich in dem großen hohen Zimmer umschaute. Bei einem
jeden anderen unbefangenen Beobachter würde diese Dürftig-
keit Mißtrauen hervorgerufen haben, nicht aber bei dem alten
Manne, in dessen Seele sofort die Vcrmuthung aufstieg, die
Dame lege auf ihre Wohnung und Bedürfnisse weniger Werth,
um desto mehr für Kunstschätze ausgeben zu können.

„Geschwind, geschwind das Schwert, wenn ich bitte»
darf!" Hub er au, als er sich dem Fräulein gegenüber sah.
„Wenn Sie wüßten, wie sehr ich mich nach dem Anblick
desselben gesehnt habe, seitdem Sie mein Haus verließen—"
„Einen Augenblick Geduld, ich hole es", siel die Dame

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Die Armspange Karl's des Großen"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Richtschwert
Echtheit
Pergament
Unechtheit
Schwert <Motiv>
Inschrift <Motiv>
Geste <Motiv>
Ältere Frau <Motiv>
Karikatur
Siegel
Urkunde
Antiquar <Motiv>
Gutachten
Satirische Zeitschrift
Karl <I., Heiliges Römisches Reich, Kaiser>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 39.1863, Nr. 958, S. 153
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