Fliegende Blätter — 39.1863 (Nr. 939-964)

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IV. Kapitel.

Zehn Jahre nachher.

(Fortsetzung.)

Der Urwald.

Theucrer Leser! warst Du schon in einem Urwald? —
Wo nicht, so müssen wir Dich gründlich bedauern. Auch
wir sind zwar noch nie in einem solchen Hciligthum der
Natur gewesen — jenem Heiligthum, das gleichsam der
Menschheit und deren kleinlichen Anpflanzungen sein hoch-
müthiges: „Trutz Dir!" mit jedem Riesenbaume, jeder Mon-
streblume, jedem Gigantenblatte zuzurufen scheint, welches,
so zu sagen, zeigen will, was die Natur ohne den Menschen
zu Stande bringt; welche zuweilen in diesen großartigen
Hainen den Löwen und die Kröte vor dem erschreckt zuckenden

Auge des Wanderers nebeneinander hinspringen läßt, um in
ihm die Idee rege zu machen: „Die Natur ist der Leu, und
die Kröte der Mensch!" — Nach diesem erhabenen Gedanken
zu schließen, wären wir wohl im Stande, unseren Lesern
den Urwald besser zu beschreiben, als sie vielleicht glauben;
wir Franzosen haben das Bois de Boulogne und unsere
Fantasie; — allein dießmal müssen wir vorerst Heribert de
Morimoncourt auf seiner Expedition begleiten, und dürfen
uns daher nicht in den unergründlichen Zauber vertiefen,
welchen die Natur in allen Formen stets auf ausgezeichnete
Geister auszuübcn pflegt. Wir übergehen den Tag, den man
unter unbeschreiblichen Mühen und Strapazen hingebracht.
Korambö war mit Noth dem Tode entgangen, denn ein
Krokodil hatte ihr das Pferd, das 500,000 Franks kostete,
unter dem Leibe verschlungen, und auch schon Korambü's
Kleid im Rachen gehabt; allein zum Glück hatte sie die
Gefahr noch rechtzeitig bemerkt, und das Krokodil mit einem
Pistolenschuß getödtet. Einer der französischen Diener war
in eine Horde wilder Büffel gerathen, die ihn rettungslos
mit fortriß; allein er kam auf die glückliche Idee, die Mar-
seillaise anzustimmen, und von den Tönen dieses echt fran-
zösischen Freiheitsliedes betroffen, ja petrifizirt, standen plötz-
lich die Büffel stille, und der Diener war gerettet. So war
es denn Abend geworden; die sinkende Sonne spann ihre
glühenden Goldfäden auf die Erde herab, es war noch so
drückend heiß, daß man nicht einen Augenblick darauf ver-
gaß, in Sied-Amerika zu sein; man hatte 85 Meilen zurück-
gelegt und war nicht einen Moment vom Pferde gekommen.
So befahl denn Heribert, endlich Rast zu halten, und die
Zelte auf dem freien Platze aufzuschlagcn, dem man sich eben
näherte, rmd welcher über alle Beschreibung reizend und
lieblich war. Unter einem Brodsruchtbaumc, der bis hinauf

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Zehn Jahre nachher" (Asträa von Morimoncourt)
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Ille, Eduard
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Weibliche Schwarze <Motiv>
Kleid <Motiv>
Fressen
Krokodil <Motiv>
Schießen
Karikatur
Pistole
Urwald <Motiv>
Satirische Zeitschrift
Brasilien <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 39.1863, Nr. 953, S. 113
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