Fliegende Blätter — 9.1848 (Nr. 193-216)

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Stoppeln, de Larken l3) süngcn inner Luft, de Immen sumsten
in de Bookweeten un de Lüde güngeu in öhren Sünndagsstaat
n'ar Karlen"), un alle Creatur wör vergnügt,, und de Swin-
! egel ook. De Swinegel stünd vor siner Dör, hadd de Arme
| unnerschlagen, keck") dabi in den Morgenwind hinut un quin-
keleerpe") een lütjet Leedken ") vor sick hin, so good un so
schlächt nu ewen een Swinegel to singen pleggt. Indem he'nu
so half lise vor sick hen sung, fööl ein up eenmal in, he kün
ook wol, mittlerwiel sin Froo de Kinner wusch un awtröcke,
en beten ") in't Feld spazeren, und mal tosehen, wie sin Stcck-
röwen '9) stünden. De Steckröwen wären awer de nächsten bi
sinem Huse, un he pleggte mit siner Familie davon zu eeten!1) ■
darum sach 21) he se as de sinigen an. Gesagt, gethan. De
Swinegel machte de Husdör achter”) sick to un schlog den
Weg na'n Feld in. He wör noch nich ganz wict von Huse un
wäll just um den Busch, der vor 'n Felde liegt, nach den Steck-
röwen-Acker hinupgahn, as em de Haas bemöt"), de in ähn-
lichen Geschäften utgahn wör, ncmlich um sinen Kohl to besehen.
As de Swinegel den Haasen ansichtig wör, so bot he em eenen
sründlichcn go n Morgen. De Haas awer, de up sine Wiese")
een förnchmer Herr was un grausam hoffärtig dabi, antworde
nix up den Swinegel sinen Gruß, sondern seggte to'n Swinegel,
wobi he eene gewaltige höhnische Miene annahm: „Wie kummt
et, dat du hier all bi to frühem Morgen im Felde rumlöpst?" —
„Ick gah spazceren," scggt de Swinegel.— „Spazeeren?" lacht
de Haas, „mi dünkt, du könnst dine Beene ook wol to bettern
Dingen gebruken." ■— Düste Antwort verdröt'9) den Swinegel
ungeheuer, denn alles kund he verdragen, awer up sine Beene
lot he nix kamen, ewen, wil se von Natur scheef wären. —

Dat Wettloopens) tauschen den Haasen un
den Swinegel') up de liitje') Haide bi
Buxtehude.

(Plattdeutsche Mundart.)

Düste Geschichte is lögenhafft to verteilen9), awer wahr
is se doch! Denn min Grotvader, von dem ick se hev9), pleggte 6)
jümmcr'), wenn he se vertellde, dabi to seggen s): Wahr mut
se doch sin, min'Sohn, anners kann man se jo nich vertellen.
De Geschichte hat sick awer so todragen'):

Et wör an eenen schönenSünedag Morgen t'orHarvs-Tiet,0),
just as de Bookweeten") bloihde '*). De Sunn wör hcllig
upgahn am Himmel, de Morgenwind ging warm öwer de

') Wettlaufen. ') Schweinigel. 3) kleine. ‘) erzählen. 5) habe.
6) pflegte. 7) immer. ‘) sagen. 9) zugetragen. I0) Herbstzeit. 1') Buch-
weizen. ,!) blühte.

,s) Lerchen. ") Kirche. ") guckte. ") trillerte.

") ein Bischen. '9) Steckrüben. !0) effen. *') sah.
!J) begegnet. ") Weise. ”) verdroß.

,7) Liedchen.
”) hinter.

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19

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Dat Wettloopen twischen den Haasen un den Swinegel up de lütje Haide bi Buxtehude"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel Serientitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Igel
Karikatur
Tierbau
Satirische Zeitschrift
Thema/Bildinhalt (normiert)
Schweinsigel <Motiv> Schweinsigel <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

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Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
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Digitales Bild Digitales Bild
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Public Domain Mark 1.0 Public Domain Mark 1.0
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Fliegende Blätter, 9.1848, Nr. 211, S. 145 Universitätsbibliothek Heidelberg
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