Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Forschungen in Ephesos (Band 1): Forschungen in Ephesos — 1906

Page: 167
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— 16γ —
Die drei anpassenden Fragmente, zusammen o*2im hoch, 0-34° breit und o-i5m dick
zeigen links und oben alten Rand, unten ist ein Streif abgearbeitet, rechts ein Stück ab-
gebrochen.
Die Ergänzung bietet keine Schwierigkeiten; zu έστησε vgl. CIG IV 8620, auch 8767,
8772, der Name ist natürlich nur vermutungsweise hergestellt. Wahrscheinlich war der
Stein einst als Bauinschrift an dem die Bergkuppe unmittelbar über dem Rundbau krönenden
Turme der byzantinischen Stadtmauer angebracht. Sprache und Schrift vertragen sich, soweit
ein Urteil aus den wenigen Worten gestattet ist, wohl mit der Ansetzung im siebenten
bis achten Jahrhundert und bestätigen ihrerseits die oben vorgetragene Vermutung über
das Alter der byzantinischen Stadtmauer.
C Kleinfunde.
An Einzelfunden traten am Rundbau außer der S. 166 f. besprochenen Inschrift im
Schutte allenthalben verstreut Bruchstücke verschiedenartiger Tonware zutage; mit Ausnahme
einiger leidlich erhaltenen Lampen nur weggeworfene Scherben beschädigter Ware, wie auch
die Lampen häufig Spuren längeren Gebrauches aufweisen. Wahrscheinlich befand sich ober-
halb des Rundbaues ein Schuttabladeplatz, von dem die Scherben durch den Regen mit
Schutt vermengt über den Abhang herabgeschwemmt wurden, der denn auch schon seit
langer Zeit eine ergiebige Fundstätte für unberufene Antikensucher gebildet haben soll.
Am häufigsten vertreten ist die gemeine Gebrauchsware aus graugelbem, ungefirnißtem
Ton; ganze Formen ließen sich aus den kleinen Fragmenten nicht wiedergewinnen, die
Hauptmasse stammte von Amphoren, Krügen und Flaschen, auch flachen Schüsseln.
In beträchtlicher Menge fanden sich Bruchstücke von Gefäßen aus terra sigillata mit
zahlreichen Fabrikstempeln. Der Ton ist im Bruche hellrot bis braunrot. Der Firnis hat
die gewohnte Korallenfarbe und starken Glanz.
Relief Ornament zeigt nur ein 0-065 m hohes Fragment eines tiefen Napfes von etwa
o’O9m Durchmesser mit senkrechten Wandungen und seitlichem Henkel; neben dem Henkel-
ansatze zwei Blätter und ein Blütenbüschel einer unter dem oberen Rande verlaufenden
Efeuranke; ein Stempel ist nicht erhalten. Ein in Form und Decoration identisches Gefäß
aus Olbia bildet Dragendorff (Bonner Jahrb. CI 144 Fig. 4) ab. Alle übrigen Stücke rühren
von glatten Gefäßen her; als Decoration sind außer den mannigfachen Profilierungen vom
Gefäßmittelpunkt aus geschlagene, vertiefte einfache und Doppellinienkreise verwendet. Hie
und da sind sie aus schräggestellten Strichelchen gebildet (17, 20, 22, 28, 35, 60), bisweilen
findet sich ein durch Parallelschraffen zwischen zwei Kreisen hergestelltes Band (2, 18, 40,
43, 58, 63). Der Firnis überzieht die ganze Außenfläche, nur bei den Tellern 2 und 4 ist
die Unterseite innerhalb der Fußleiste, zum Teil auch diese selbst tongrundig gelassen. Die
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