Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 35,2.1842

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jy>. 49. HEIDELBERGER 1843.
JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

Q. Curtii libri. Ed. J. Mülzell.
C B e s c h In $ s.)
Diese aber sey erst durch den Marsch in die Umwailung, nicht ettfoi
schon vorher geschehen, indem sonst diese Messung eben nicht mehr
nöthig gewesen wäre. Es bleibe also ein nicht eben geschickter Aus-
druck des Schriftstellers, der damit daran erinnern wollte, dass jedesmal
wieder 10000 hineingingen. Allein Rec. sieht nicht ein, warum die
Worte sicut descripta erant einen mussigen Zusatz bilden sollten, wenn
sie auf die vorangegangene Eintheilung des Heeres bezogen werden. Die
Worte anders zu fassen, hiesse allerdings dem Schriftsteller eine ganz
Ungeschickte Darstellung zumuthen. Bedenkt man ferner, dass Herodot
ausdrücklich bemerkt, man habe bei der Zählung der Truppen unter
Xerxes, erst nachdem sie aus der Umwallung herausgetreten waren, die-
selben nach Völkern eingetheilt, so begreift man recht gut, warum es
Curtius für nothwendig befunden hat, die geschicktere Art des Verfah-
rens, die damals getroffen wurde, besonders zu erwähnen. — III., 4, 6-;
Hyreani egregii, ut inter illas gentes, sex milia expleverant, additis
cquitibus militatura. Früher las man equis militatura; equitibus
gab Zumpt nach der Mehrzahl der Handschriften. Herr Mützeli folgte
zwar Zumpt im Texte, es scheint ihm aber die Lesart verdächtig, weil
nach ihr die Hyrkanischen Reiter, die doch sonst vornehmlich bekannt
sind, nur nebenher und zwar höchst ungenau erwähnt werden. Hiebei
scheint aber Herr M. übersehen zu haben, dass Curtius fortfährt: Derbi-
ces quadraginta milia peditum armaverant ... Hos quoque duö mi~
lia equitum ex eadem gente comitata sunt. Aus den letzten
Worten gellt nämlich schlagend hervor, dass Zumpt mit gutem Grunde
equitibus eingeführt hat. Das Auffallende der Darstellung beruht daher
wohl nicht in einem Fehler der Lesart, als vielmehr auf einer mangel-
haften Sachkenntnis des Schriftstellers. —'III. ,4, 9. His copiis erant
triginta milia Graeeorum mercede condncta egregiae iuventutis adieetäs
Herr M. ist der Ansicht, egregiae iuventutis müsste als Geiiitivus qua-
litatis in freierer Construction auf milia Graeeorum bezogen werden*
Allein da in allen Beisjiielen, die Herr M. anführt, der Genitiv egregiae
iuventutis mit milia verbunden ist, und man wohl schwerlich sagen
kann Gracci egregiae iuventutis, so ist der Genitiv wohl richtiger als
von milia abhängig im Verhältnis einer freieren Opposition zu Graeco-
rum — quae erat egregia iuveutus, zu fassen. — III.« 5, 24. Quod impe-
ratur, omnes exaudiunt: obsistere, circumire, dioiirrere in cornu, mutare
XXXV. Jabrg, 5. Doppelheft.
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