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J. M. Heberle (H. Lempertz' Söhne) [Editor]
Versteigerung zu Köln / J. M. Heberle (H. Lempertz' Söhne): Collection Bourgeois Frères: Katalog der Kunstsachen und Antiquitäten des VI. bis XIX. Jahrhunderts ; Steinzeug, Majoliken, Terrakotten, Arbeiten in Ton, Fayencen, Porzellan, Glas, Glasmalereien ... ; Versteigerung zu Köln bei J. M. Heberle (H. Lempertz' Söhne), 19. bis 27. Oktober 1904 — Köln, 1904

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.16914#0382

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Nr. 1130.

Schnitzereien,

vorwiegend in Buchsbaum.

1100 — Rosenkranz. Buchsbaum. — Flandern. XV. Jahrh.

Derselbe besteht aus elf großen vierzehnseitigen Holzperlen in abnehmender
Größe. Die größeren Flächen enthalten in Miniaturschnitzerei von seltener Feinheit
figürliche Darstellungen, je einen Apostel mit Attributen, abgekürzter Namens-
bezeichnung und einem Spruchbande, welches in Anfangsbuchstaben einen Teil
des apostolischen Glaubensbekenntnisses aufweist; außerdem biblische Szenen und
auf kleineren Flächen Buchstaben, welche den Sinn des Dargestellten erklären.
Der ganze, nach der Regel des hl. Dominikus aus elf Gliedern zusammengesetzte
Rosenkranz liefert eine fast vollständige Iconographie der mittelalterlichen Kirche.
Die sämtlichen Körner zu beschreiben, würde zu weit führen, und folgt hier nur die
Beschreibung der beiden ersten. Erstes Korn: Der hl. Petrus; auf den kleinen
Dreiecken die Buchstaben: C. I. D. P. O. C. C. E. T. (Credo in Deum Patrem
Omnipotentem Creatorem Coeli et Terrae). Auf drei anderen Seiten Szenen aus
der Schöpfungsgeschichte: Gott Vater teilt das Weltall. Die Erschaffung des
Himmels und der Engel. Die Erschaffung von Sonne, Mond und Sternen etc. —
Zweites Korn: S. Andreas. Unten die Buchstaben: E. I. K. F. V. D. N. (et in
Christum Filium unigenitum Dominum nostrum). Auf drei anderen Flächen der
Heiland als Ecce homo, als segnender Erlöser und. als Weltrichter. Mit der Um-
schrift: K. P. E. — REX (Christus Pater et Rex). Der kostbare Rosenkranz, der
durch die Anklänge an das burgundische Kostüm wahrscheinlich in ein flandrisches
Kloster zu verweisen sein dürfte und durch die Mischung von gotischen und
lateinischen Majuskeln in das Ende des XV. Jahrh. zu setzen ist, ist von sorg-
fältigster, bis ins kleinste minutiöser Ausführung.

Durchm. der Körner von 2,1—3 cm. Aus den Slgen. Demidoff-Donato, Ruht und Felix.
 
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