Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 3.1830

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420 20. Dietlein3 Vorlesungen über Strafsen- Brücken- und Wasser-Bau.

20.

Grundzüge der Vorlesungen in der König!. Bau-Academie
zu Berlin über Strafsen- Brücken- Schleusen-
Canal- Strom- Deich- und Hafen-Bau.

(Fortsetzung von No. 2. Band. 3. Heft 1. und No. 16. Band 3. Heft 3.)

(Vom Herrn Dr. Dietlein zu Berlin.)

186. W enn auch die Gewölbe selbst ganz von Quadern aufgeführt wer-
den, so nimmt man doch zur Über- und Hinterbauung gewöhnlich Bruch-
steine, sogar auch in den Häuptern, wenn die Brücke eben nicht be-
deutend ist, und Kosten gespart werden sollen. In diesem Falle wer-
den gewöhnlich alle Wölbsteine gleich hoch, also die äufsere Wölbung mit
der innern gleichlaufend gemacht. Nimmt man aber zu den Stirnflächen bei-
der Häupter Quadern, so erhalten wenigstens die, welche in den wage-
recht laufenden Schichten in der Nähe des Schlusses an die äufsere Wöl-
bung stofsen, oberhalb Eine sehr spitzwinklige Kante, die leicht beschä-
diget wird und unangenehm in die Augen fällt (Taf. XI. Fig. 40.).

187. Um diesen Übelstand zu vermeiden, hat man sich verschie-
dener Mittel bedient. Bei sehr flachen Gewölben nach Kreisbögen hat
man, wenigstens in den Häuptern, sämmtliche Lagerfugen der W'ölbsteiue
bis zum sogenannten Cordon (dem durchlaufenden Haupt - Gesimse der
Brücke) fortgeführt (Taf. XI. Fig. 41. und 43.). Bei hohem Wölb-
linien hat man es nur mit weniger oder mehr Lagerfugen in der Nähe des
Schlusses gethan, weil sonst die Lagerfugen in den Gewölbschenkeln zu
lang werden; diese Anordnung sieht aber übel aus (Taf. XI. Fig. 4L).

188. Noch häufiger hat mau gesucht, jede Lagerfuge der Wölb-
steinschichten je mit einer der wagerechten Fugen der Yordertheile der
Pfeiler Zusammentreffen zu lassen. Je höher die Yordertheile sind, desto
mehr mufs dann, bei gleicher Höhe der wagerechten Schichten, die
Dicke der Wölbsteinschichten zunehmen, oder umgekehrt; man verzich-
tet daher oft, in einiger Entfernung von den Anfängen, auf die Erfüllung
der Bedingung und läfst eine lothrechte Fuge, durch die Stirnflächen der
Pfeiler, durch mehrere Schichten gehen (Taf. XI. Fig. 42.).
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