Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 2.1901-1902

Page: 218
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Kleine Mitteilungen.

Ein ausführlicher Katalog war erschienen
und von der Geschäftsstelle des Deutschen
Buchgewerbevereins, Leipzig, Dolzstrasse i,
zu beziehen.

Berlin: Die Verlagsanstalt Karl Koch-Krauss
in Berlin erlässt ein Preisausschreiben zur Er-
langung von Entwürfen für ein Verlags-Signet.
An Preisen sind ausgesetzt: Ein erster Preis
Mk.'5o,—, ein zweiter Preis Mk. 25,—. Das
Preisrichteramt wird ausgeübt von den Mit-
gliedern der Redaktions-Kommission der Zeit-
schrift <rOrnament» in Berlin und dem Inhaber
der preisausschreibenden Verlagsanstalt: Herrn
Karl Koch. Das Preisgericht ist berechtigt,
die ausgesetzte Gesamtsumme auch in anderer
Weise auf 2 Entwürfe zu verteilen. Die preis-
gekrönten Entwürfe gehen in das ausschliess-
liche Eigentum der Verlagsanstalt Karl-Koch-
Krauss über. Das Signet, in dem die Buch-
staben K. K. B. entsprechend angebracht sein
müssen, ist für Briefbogen, Verlagswerke und
Reklame bestimmt und muss auf Kunst und
Kunstgewerbe Bezug nehmen. Die Entwürfe
sind auf weissem Karton in tiefschwarzer
Federzeichnung und in der Grösse 6X10 cm
zu zeichnen; denn als Vervielfältigungsart ist
Zinkätzung vorgesehen. Die Arbeiten sind
mit Motto zu versehen und nebst einem das-
selbe Motto tragenden Briefumschlage, in
welchem sich die genaue Adresse des Ver-
fassers befindet, bis zum i5. September 1902
franko in Berlin bei Herrn Bildhauer Paul
Kretzschmar, Berlin S. W. 46, Dessauer-
strasse 25 einzuliefern, oder bis spätestens zu
derselben Zeit einer deutschen Postanstalt
aufzugeben. Später abgegebene oder einge-
lieferte Entwürfe sind vom Wettbewerb aus-
geschlossen.

Die nicht preisgekrönten oder angekauften
Entwürfe liegen nach der Entscheidung des
Preisrichters während 14 Tagen bei der Ein-
lieferungsstelle zum Abholen bereit. Nach
Ablauf dieses Zeitpunktes werden den Ver-
fassern, deren Namen und Adresse durch
Oeffnen der Briefumschläge ermittelt werden,
die Arbeiten (Entwürfe) auf ihre Gefahr durch
die Post zugestellt. Das Ergebnis des Preis-
ausschreibens wird in der Zeitschrift für an-
gewandte Kunst: «Ornament» in Berlin, be-
kannt gemacht.

Mülhausen i. E.: Die Industrielle Ge-
sellschaft hat der von ihr veranstalteten
Gemäldeausstellung auch eine interessante,

mit feinem Geschmack und Verständnis aus-
gewählte Kunstgewerbliche Abteilung ange -
fügt, die namentlich reich ist an kostbaren
Porzellan-, Thon- und Emailgeräthen und
Gläsern. Die meisten grossen Firmen sind
mit einigen hervorragenden Stücken ihrer
speciellen Fabrikation vertreten. Unter den
Goldschmiedearbeiten finden die Leistungen
Laliques ungeteilte Anerkennung. Von den
heimischen Firmen ist L. Elchinger in Sufflen-
heim, B. Hartmann, A. Hsensler, A. Petit in
Mülhausen, K. Spindler in St. Leonhard und
Utzschneider & Cic in Saargemünd zu erwäh-
nen. Der grösste Teil der ausgestellten Ar-
beiten wird dem Museum einverleibt werden,
das dadurch eine wertvolle Bereicherung erhält.

VOM BüGlERTISCÖ

Das April-Heft der illustr. Zeitschrift
«Kunstgewerbe für's Haus», herausgegeben
von Clara von Sivers, Verlag von Otto Liene-
kampf, Berlin W 35, Lützow-Strasse 9, ist in
seiner Zusammenstellung recht anregend und
lehrreich ausgefallen. Ein interessanter Auf-
satz von Prof. Oscar Bie über die «Kunst in
der Photographie» sucht diesmal den vielen
ihrer Jünger die rechten Wege zu weisen.
Ausserdem kommen aber auch die ver-
schiedenartigsten , anderen Liebhaberkün ste
zu ihrem Rechte. Muster für Stickereien in
Applikation und Point-lace-Arbeit, für Holz-
und Tiefbrand, für Porzellan- und sonstige
Malereien lassen sich darin finden. Ein sehr
zierlich gebauter Nippesschrank, auch ein künst-
lerisches Gesellschaftskleid und Blouse mit
Ornamentik in Brandarbeit verdienen beson-
ders bemerkt zu werden. Wir stehen nicht
an, die Zeitschrift besonders zu empfehlen.

Entwurf zu einem eiektr. Beleuchtungskörper

Oll R. Trunk, nrynr.^nnn^nnnnnnnn

Für die Redaktion verantwortlich: Prof. Dr. Leitschuh in Strasburg.
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