Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 2.1901-1902

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nrv'i Aus der Keramischen Abteilung
der Strassbur^'cr Kunstgcwerbeschulc.

KLEINE MITTEILUNGEN £EITS(?1RIFTeN-5(IIAU

Berlin. — Der Verein « Ornament » veran-
staltet auf Wunsch der Firma August Engel-
hardt & Ksebrich /.u Elberfeld ein Preisaus-
schreiben. Zweck des Preisausschreibens ist die
Erlangung von Entwürfen für einfache aber ge-
schmackvolle Decken- und Wanddekorationen,
die sich für reichere, sowie einfachere Dekora-
tionen verwenden lassen, ebenso für kleinere
oder grössere Räume eignen, sei es durch Aus-
einanderziehen oder Wiederholung. Der Ent-
wurf der Decke muss sowohl lür quadratische
wie für längliche Decken zu verwenden sein.
Bei dem Entwurf der Wand soll Rücksicht auf
eine in derselben befindliche einflügelige Thür
genommen werden. Alle eingelieferten Wett-
arbeiten müssen von den Einsendern selbst er-
funden sein. Bevorzugt: Entwürfe in modernem
Stile. Die Entwürfe sind im Massstab i : lozu
zeichnen, Decke und Wand auf getrennte
Bogen. Die Entwürfe sollen 44X64 cm gross
gezeichnet sein. Erster Preis: 5oo JL\ zweiter
Preis: 400^; dritter Preis: 3oo<# Die Arbeiten
sind mit Motto bis i3. März 1902 bei Bildhauer
Kretschmar, Berlin S.W., Dessauerstrasse 25,
einzuliefern.

Frankfurt a. M. — Im Kunstgewerbe-
Museum war in diesem Monat eine Ausstellung
von Goldschmiedearbeiten Rene' Laliques aus
Frankfurter Privatbesitz veranstaltet.

Wiesbaden. — Der deutsche Kunstmarkt
wird jetzt mit modernen französischen Medaillen
und Plaketten überschwemmt. Auch die hiesige
Gesellschaft für bildende Kunst hat bei Banger
eine derartige Ausstellung veranstaltet. 41 Künst-
ler, von Oudine bis auf die Gegenwart, mit über
600 Arbeiten sind vertreten.

Budapest. — Das Kunstgewerbe-Museum
veranstaltet im nächsten Frühjahr eine interes-
sante Ausstellung englischer Kunstgewerbe-
gegenstände und zwar einer Auswahl von der
Glasgower Ausstellung. In erster Reihe werden
dies also englische Hauseinrichtungsgegen-
stände sein.

Zeitschrift für bildende Kunst. — Be-
gründet 1866 von Carl, von Lützow. Neue Folge.
XIIL Jahrgang. Heft 1. Oktober 1901. Verlag
von E. A. Seemann, Leipzig, Berlin.

Inhalt: Wilhelm Bode: Ein florentiner
Thonbildner vom Anfang der Hochrenaissance.
— Georges Riat in Paris: Henri Fantin-Latour.
«Henri Fantin-Latour ist im Jahre i836 in
Grenoble geboren. Seine Mutter war Russin;
sein Vater, Theodor Fantin-Latour, von Metz
gebürtig, Hess sich in der Hauptstadt der Dau-
phine nieder und schuf hier eine ganze Anzahl
von Bildnissen, religiösen Gemälden und Pas-
tellen, die ihm ein ehrenvolles Ansehen ver-
schafften. Der Sohn trat bei Lecocq de Bois-
beaudrand an der Ecole des beaux-arts ein und
später in das Atelier von Courbet. Wesentlich
bemerkenswerter als die Technik ist der Inhalt
von Fantin's lithographiertem (Euvre. Fast alle
seine Blätter sind nämlich von musikalischen
Themen inspiriert und zwar in der Hauptsache
durch die Schöpfungen von R. Wagner und
Hektor Berlioz. Die Mehrzahl dieser Gegen-
stände ist vom Künstler noch ein zweites Mal
aufgenommen und als Gemälde ausgeführt
worden. Neben solchen nach Lithographien
entstandenen Gemälden steht aber eine andere
Gruppe; das sind seine Porträts. Sein Lebens-
werk ist ohne gleichen in der zeitgenössischen
Kunst Frankreichs. 1 — Herrn. Muthesius in
London : Kunst und Leben in England. « In der
Kleidungsfrage haben Zweckmässigkeitssinn
und Vorurteilsfreiheit die Normen geschafTen,
die England heute der Welt diktiert. Die
Richtung ist eine streng sachliche und Bequem-
lichkeitsrücksichten die allein bestimmenden.
Der auf Taille geschnittene, eng anliegende
Ueberzieher musste dem weiten, bequemen
weichen; Sport und Spiel entwickelte die ver-
schiedenen, rein aus dem Bedürfnis entstan-
denen Sportanzüge, Strümpfe und Kniehosen
werden umfänglich und bei allen Gelegenheiten
getragen, wo das untere Cylinderstück unserer
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