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Mit der Absicht, die im Fundstoff aufgetretenen Lücken wieder zu füllen und gleichzeitig die von W. BAR-
NER angestellten Beobachtungen im Gelände zu überprüfen , wurden 1979 und 1980 Oberflächenbegehun-
gen durchgeführt. Soweit zugänglich, wurden die Wohnstellen und siedlungsverdächtigen Einzelfundplätze
sowie Grabstellen zweimal begangen, alle weiteren Einzelfundstellen nach Möglichkeit einmal5. Weitere Be-
gehungen waren in dem mir gesteckten Rahmen nicht möglich.
Die Prospektionen zeigten, daß nur noch ein selektiver Ausschnitt der ursprünglichen materiellen Hinterlas-
senschaften aller Oberflächenfundplätze für eine Auswertung vorhanden war. Es überwiegt das lithische
Material, Keramik wurde nur auf einer Stelle entdeckt. Organische Reste konnten nicht festgestellt werden.
Für eine Feinkartierung lieferte nur die Siedlung Elze, Kendelken (115) ausreichendes Material. Aufgrund
des angetroffenen ungeeigneten Zustandes der Fundstelle mußte aber auf eine feintopographische Aufnahme
verzichtet werden. Zunächst war der Ackerboden zu trocken und dadurch kaum Funde sichtbar, bei einer
zweiten Inaugenscheinnahme war bereits die Wintersaat am aufsprießen. Bodenverfärbungen wurden bei
den neuen Begehungen im Arbeitsgebiet nicht beobachtet.
Unter diesen teilweise nicht sehr günstigen Voraussetzungen wurde mit der Auswertung begonnen. Hierfür
konnten Felssteingeräte, Flintartefakte, Keramik und Knochenmaterialien aus 29 Siedlungen, aus drei Grä-
bern — wahrscheinlich sogar vier, darunter einem eisenzeitlichen —, einer Wallanlage, einer Höhle und von
216 Einzelfundplätzen herangezogen werden.
Als problematisch erwies sich bei der Fundstellenansprache die Zuordnung zu den Kriterien schon „Sied-
lung” oder noch „Einzelfundstelle”. Ich habe mich dahingehend entschlossen, den Begriff Siedlung nur als
Verständigungsgrundlage zu wählen. Im folgenden wird unter „Siedlung” ein Fundplatz verstanden, der
zehn oder mehr Funde geliefert hat. Anzahlmäßig darunterliegende Fundmengen werden als „Einzelfund-
stellen” geführt. Scheint die topographische Lage eines mehr als zehn Gegenstände aufweisenden Platzes
die Möglichkeit einer Besiedlung auszuschließen, wird darauf hingewiesen. Deuten weniger als zehn Funde
auf einen Siedlungsplatz, wird dies ebenfalls vermerkt.
Ziel der Arbeit ist es, die Gegenstände und ihre Fundstellen chronologisch und kulturell zu ordnen. Dabei
wird auch auf die Aufnahme des atypischen Materials Wert gelegt. Darüberhinaus werden noch einmal alle
Fundstellen im Katalogteil erfaßt und die Fundobjekte fast vollständig zeichnerisch dokumentiert.
Bei dem Versuch einer Datierung wird mit der typologischen Methode gearbeitet. Neben einer zeitlichen
Grobgliederung des Neolithikums in Früh-, Mittel- und Spätneolithikum bleibt die kulturelle Einordnung
vorrangig. Diese läßt sich nicht bei allen Funden durchführen. Schwierigkeiten treten vor allem dort auf,
wo ein Siedlungsplatz wiederholt von verschiedenen Kulturen aufgesucht worden ist oder wo datierende,
verzierte Keramik fehlt.
Der chronologischen und kulturellen Bestimmung schließt sich eine siedlungskundliche Betrachtung der
Fundstellen an. Vorinformationen hierzu bieten die Kapitel über die Natur des Arbeitsgebietes. Die Fund-
plätze werden auf ihr Lageverhältnis zum Boden, zum geologischen Substrat, zum Relief, zur Höhe über
NN und zum Gewässernetz hin untersucht. Auf die hierbei auftretenden Probleme wird zu Beginn des ent-
sprechenden Kapitels hingewiesen. Zum besseren Verständnis sind die Fundstellen der o. a. Dreiteilung des
Neolithikums folgend je in eine Bodenkarte und in eine orohydrographische Karte eingetragen.
3. Naturräumliche Gliederung
Die Landschaftsform des am Nordrand der Mittelgebirgszone liegenden Geländeausschnittes wird bestimmt
durch hercynisch streichende Höhenzüge, die einerseits durch Schichtkämme (Ith, Hils, Thüster Berg, Duin-
5 Für ihre Teilnahme an den 1979 und 1980 im Arbeitsgebiet durchgeführten Feldbegehungen möchte ich den Herren G.-U.
Knackstedt und K. Wehrberger besonders danken.

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