Modus: Prace z historii sztuki — 10-11.2011

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Piszinen waren keine Seltenheit auch im
Altarteil vieler Kirchen, deshalb kann ihr
Vorhandensein allein nicht unbedingt ais
Kennzeichen einer Sakristei gedeutet wer-
den. Frau Schaich hat auf die Ubernahme
mancher Sakristeifunktionen durch Chore
aufmerksam gemacht, wo mitunter Schranke
aufgestellt wurden, die man in der Fachlite-
ratur falschiicherweise „Sakristeischranke"
nennt. Das wohl beruhmteste Beispiel eines
solchen liturgischen Móbels, das sich von
Anfang an im Kirchenchor befand, ist der
Kelchschrank in der Zisterzienserabtei zu
Doberan bei Rostock.

Uber ikonographische Programme der
Mai- und Plastikdekorationen (hauptsachlich
vom Bauschmuckcharakter) kann man vor
allem sagen, dass sie auBerst differenziert
und meist mit der lokalen Kirche und dereń
Tradition verkniipft waren. Die Verfasserm
stellt allerdings fest, dass in Sakristeien ver-
haltnismafiig oft Bildnisse von Propheten (oft
in Gestalt von Stiitzen oder Schlusssteinen),
Szenen, die die Heilsbedeutung Mariens her-
vorhoben, sowie Passionsszenen vorzufinden
sind. Móglicherweise hing das mit der Idee
der Vorankiindigung und Vorbereitung von
Christi Opfer zusammen, das der Priester,
der in der Sakristei die Liturgie - die udische
Erinnerung an die Passion des Messias - vor-
bereitete, in der Messę gleichsam nachvoll-
ziehen sollte. Die Verfasserin hat zwar nicht
gezeigt, in wie vielen Fallen wir es mit einem
solchen ikonographischen Programm zu tun
haben, doch ist dessen Verkniipfung mit Sa-
kristeifunktionen durchaus iiberzeugend.

Das Buch Anne Schaichs - auch wenn es
nicht ganzlich alle Probleme und Ratsel von
mittelalterlichen Sakristeien lóst - ist doch
fur jeden Forscher der mittelalterlichen Ar-
chitektur, besonders der gotischen eine wich-
tige Veróffentlichung. Es macht vor allem
auf das „Phanomen Sakristei" ais solches
aufmerksam, auf ein Phanomen also, das
bisher in der Fachliteratur eher auBer Acht
gelassen wurde. Eine der Hauptschlussfolge-

rungen des Buches ist zwar die Feststellung,
dass unser Wissen uber Sakristeien geringer
sei ais unser Unwissen dariiber, aber eben
diese Tatsache sollte Kunsthistoriker dazu
veranlassen, Liicken in den Forschungser-
gebnissen der Verfasserin aufzufullen. Die
Arbeit Anne Schaichs wird zweifellos - auch
m Polen - einen wichtigen Bezugspunkt fur
jeden Forscher darstellen, der das Thema
mittelalterlicher Sakristeien wieder aufneh-
men móchte.

Jakub ADAMSKI

Na marginesie edycji pamiętników Martina
Grunewega

W piątym tomie „Studiów Zródłoznaw-
czych" z 1960 r. Ryszard Walczak obszer-
nie omówił rękopis pamiętników Martina
Grunewega, przechowywany w Bibliotece
Gdańskiej Polskiej Akademii Nauk (sygn.
Ms 1300), zapowiadając jednocześnie
publikację jego wybranych fragmentów1.
Zamiar ten nie został jednak zrealizowany,
a na krytyczne wydanie - tym razem całości
dzieła - trzeba było czekać prawie pół wie-
ku. Zostało ono przygotowane pod redakcją
Almut Bues w Niemieckim Instytucie Histo-
rycznym w Warszawie, a ukazało się w roku
2008 nakładem wydawnictwa Harrassowitz2.
Swego rodzaju promocją publikacji była
wystawa w krakowskim klasztorze Domini-
kanów (24 IV-24 V 2008) i zorganizowana
tamże międzynarodowa konferencja nauko-
wa (24-27 IV 2008) poświęcone barwnemu

1 R. Walczak, Pamiętniki Marcina Grunewega,
„Studia Zródłoznawcze" 5, 1960, s. 51-11.

1 Die Aufzeichnungen des Dominikaners Mar-
tin Gruneweg (1562 - ca. 1618) ii ber seine Familie
in Danzig, seine Handelsreisen in Osteitropa und
sein Klosterleben in Polen, red. A. Bues, Harras-
sowitz Verlag: Wiesbaden 2008 (= Deutsches Hi-
storisches Institut Warschau, Quellen und Studien,
Band 19, ISBN 978-3-447-05269-6 (dalej:
Gruneweg).

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