Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft — 7.1912

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ÜBER DIE TONMALEREI.

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maierei ist für das Auge, welches das Notenbild im ganzen überblickt,
fast noch deutlicher wie für das Ohr. Als Beispiel wollen wir eine
besonders großartige Stelle aus dem Opus musicum1) von Jac. Handl
(1550—91) für achtstimmigen Chor anführen; Handl war überhaupt
ein phantasievoller Tonmaler. An der zu betrachtenden Stelle teilt
sich der achtstimmige Chor in vier zweistimmige, die sich gegenseitig
die Fragen zuwerfen: »Übt Plato? übt Porphyrius? tibi Tullius aut
Vergilius? usf., um dann achtstimmig fugiert die Worte »ceäderunt in
profundutn, ut laptdes« zu singen:

45.

Caritas su-
perior

Cant. inferior
Chorus sup.

Alt. sup.

Alt. inf.

Tenor sup.

Tenor inf.
Chorus inf. •
Bassus sup.

Bassus inf.

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') D. d. T. i. Ö. XII \ S. 5.
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